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Fußball aus aller Welt Wann bejubelt „Dieter“ wieder Tore für 96?
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Wann bejubelt „Dieter“ wieder Tore für 96?
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00:15 31.01.2015
Von Heiko Rehberg
Am 12. April 2014 konnte Didier Ya Konan in der HDI-Arena beim 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV das letzte Mal ein Tor in Hannover bejubeln. Die Fortsetzung soll in diesem Jahr folgen. Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

In der Marketingabteilung des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 haben sie auf den Transfercoup mit Didier Ya Konan schnell reagiert und ein „Willkommensgeschenk“ eingepackt. Und zwar nicht für den neuen und alten Stürmerstar, sondern für die Fans. Wer bis einschließlich 4. Februar ein Ya-Konan-Trikot kauft, erhält die Beflockung mit dem Spielernamen und seiner neuen Rückennummer 30 gratis dazu. Das ist ausgesprochen clever für beide Seiten: 96 kurbelt den Trikotverkauf an - und die Ya-Konan-Fans sparen 11,96 Euro.

Die Rückkehr von „Dieter“, wie er von 96-Fans genannt wird, aus der Wüste ist noch immer das große Gesprächsthema in Hannover. Im Zentrum der Diskussionen steht die Frage, ob Ya Konan der Mannschaft in der Bundesliga-Rückrunde sportlich weiterhelfen kann. Oder ob der Klub da eher einen Gute-Laune-Macher für das Publikum verpflichtet hat. Denn eines ist unstrittig, das zeigen die Reaktionen in den unterschiedlichen Fan-Internetforen: „Dieter“ erfreut sich einer großen Beliebtheit.

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Auf haz.de haben wir unsere Leser um ein Meinungsbild gefragt: „Was sagen Sie zu dem Überraschungstransfer?“ Fast 2200 Stimmen (Stand: Mittwoch, 17.30 Uhr) erlauben durchaus repräsentative Rückschlüsse. Die Zahl der Skeptiker und die Zahl der Befürworter hält sich dabei die Waage. „Klasse, einer wie Ya Konan kann 96 immer helfen“: Das finden 50 Prozent der Fans. 21 Prozent glauben: „Bei aller Nostalgie: Diesen Stürmer braucht 96 eigentlich nicht“. Und 29 Prozent machten ihren Abstimmungshaken hinter den Satz „Ich dachte, 96 sucht einen Rechtsverteidiger“.

„Der Publikumsliebling ist wieder da“

Im Fanforum des Vereins gibt es überwiegend Applaus für den von Sportdirektor Dirk Dufner eingefädelten Transfer. „Damit wäre ein Fehler aus dem Sommer wieder ausgebügelt“, schreibt dort „Roter Klaus“. „Basti 387“ schreibt: „Das Wichtigste ist: Der Publikumsliebling ist wieder da.“ Für viele Fans - das ist zu spüren - wird mit Ya Konans Rückkehr ein Traum wahr. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Vom „kickenden Maskottchen“ ist die Rede, und auch die Frage, ob Dufner nicht vielleicht noch Ailton oder Fredi Bobic aus dem Stürmer-Ruhestand holen könnte, wird gestellt.

Was also ist von Ya Konan zu erwarten? Und wann geht er für 96 wieder auf Torejagd? In 153 Pflichtspieleinsätzen zwischen 2009 und 2014 hat der Ivorer 45 Tore für die „Roten“ erzielt. Sein bislang letzter Treffer gelang ihm im April des vergangenen Jahres beim 3:2-Sieg bei Eintracht Frankfurt. Weder für den Rückrundenauftakt am Sonnabend bei Schalke 04 noch bei den Spielen in der kommenden Woche gegen Mainz 05 und beim Hamburger SV wird Ya Konan infrage kommen. „Er muss viel aufarbeiten“, sagt Trainer Tayfun Korkut. Es ist gut möglich, dass der 30-Jährige erst im März einen Fitnesszustand hat, der Einsätze in der Bundesliga erlaubt.

Bereits in der Saison 2013/2014 hatte Ya Konan aus Verletzungsgründen 17-mal nicht im Kader gestanden, ganze drei Treffer standen am Saisonende zu Buche. Es gab also gute Gründe, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Die Saison in der Saudi Professional League dürfte die Fitness von Ya Konan nicht verbessert haben. Sechs Einsätze (zwei Tore) hatte er für Al-Ittihad Dschidda. 96 bekommt einen Profi, der zuletzt eher auf gehobenem Freizeitniveau gespielt hat, auch das Risiko mit der Verletzungsanfälligkeit bleibt bestehen. Ist Ya Konan als doch nur eine Art kickender Fan-Beauftragter der Mannschaft? Und passt seine Spielweise überhaupt zu der vom Sturmkollegen Joselu?

Es wird dauern, bis es auf diese Fragen erste Antworten gibt. Als Ya Konan am Dienstag in der Kabine bei den alten und neuen Kollegen vorbeischaute, fühlte sich Torwart Markus Miller laut „Bild“-Zeitung an „Weihnachten“ erinnert. Ein Geschenk für die Stimmung in der Mannschaft ist „Dieter“ auf jeden Fall.

Jörg Grußendorf 27.01.2015