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Fußball aus aller Welt Wolfsburg tobt wegen Schiedsrichter Stark
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10:52 14.11.2010
Nur mit Hilfe seines Armes konnte Schalke-Stürmer Klaas Jan Huntelaar (Mitte) den Ball unter Kontrolle bringen, um ihn dann im Wolfsburger Tor zu versenkte.
Nur mit Hilfe seines Armes konnte Schalke-Stürmer Klaas Jan Huntelaar (Mitte) den Ball unter Kontrolle bringen, um ihn dann im Wolfsburger Tor zu versenkte. Quelle: dpa
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Die Bierduschen ließ er ebenso stoisch über sich ergehen wie die Schimpftiraden von Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß und den höhnischen Beifall von VfL-Coach Steve McClaren. Doch die Scham über seinen entscheidenden Fehler war zu viel. Schiedsrichter Wolfgang Stark legte sich ein Schweigegelübde auf und hätte seine Kabine in der Wolfsburger VW-Arena am liebsten gar nicht mehr verlassen. Beim 2:2 (2:1) des VfL Wolfsburg gegen Schalke 04 kochten am Samstag die Emotionen hoch. Der VfL fühlte sich von Stark um den Sieg betrogen. Vor dem glücklichen Ausgleich der Knappen übersah Stark ein klares Handspiel des Torschützen Klaas-Jan Huntelaar (75. Minute), was die Fans in der ausverkaufte VW-Arena zum Toben brachte.

„Unglaublich, das war Handball von Huntelaar. 30 000 Leute im Stadion und beide Trainerbänke haben das gesehen, nur das Schiedsrichtergespann nicht. So kamen dann auch die wütenden Reaktionen zustande“, rechtfertigte sich McClaren dafür, dass Stark von Ordnern und Regenschirmen geschützt vor fliegenden Bierbechern von der Haupttribüne in die Kabine gebracht werden musste. Dort verkroch sich der Unparteiische und ließ über DFB-Spielbeobachter Lutz-Michael Fröhlich ausrichten, dass er sich nicht äußern wolle.

Selbst von Ex-Schiri Fröhlich und den Schalkern bekam Stark keine Hilfe. „Das war unglücklich. Nach der ersten Analyse hätte das der Schiedsrichter sehen müssen“, urteilte Fröhlich. „Normalerweise wird gepfiffen, wenn der Ball einem an die Hand springt“, räumte auch Huntelaar kleinlaut sein Glück ein.
Allerdings brachte Wolfsburg auch die Rote Karte gegen Ashkan Dejagah (78.) nach rüdem Foulspiel gegen Jefferson Farfán auf die Palme. Wenig später gab es für eine ähnliche Aktion von Schalkes Atsuto Uchida gegen Mario Mandzukic nur Gelb. „Wenn er in der einen Situation Rot gibt, muss er es in der anderen auch machen“, begründete Hoeneß seinen Gefühlsausbruch auf dem Spielfeld, den Stark ebenso wie McClarens Klatschen in einem Sonderbericht festhielt. Zumindest dem Coach droht nun eine Sperre.

„Mit Herrn Stark kann man nicht reden, er ist ziemlich selbstherrlich, das zeichnet ihn aus“, ätzte Hoeneß in Richtung des WM-Schiedsrichters. „Er gilt ja als einer unserer Besten. Heute fragt man sich, warum. Es ist eine Schande“, legte Hoeneß nach. Fröhlich räumte ein, dass sich der DFB mit dem Auftreten seiner Referees beschäftigt: „Wir haben das Thema Körpersprache auf der Agenda.“

Das eigene Team kam bei Hoeneß gut weg, obwohl wie schon gegen Mainz (3:4) und gegen Leverkusen (2:3) eine klare Führung nicht zum Sieg reichte. „Das war heute über weite Strecken die beste Saisonleistung“, lobte Hoeneß. In der ersten Halbzeit spielte der VfL den Gegner an die Wand und führte bereits mit 2:0 durch Tore von Grafite (11.) und Edin Dzeko (33.), ehe ein Geniestreich Raúls Schalke wieder ins Spiel brachte. Den Traumpass des spanischen Superstars leite Farfán auf Edu weiter, der zum Anschluss einnetzte (38.). „Da sind wir leider nervös geworden“, befand McClaren.

dpa