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Fußball aus aller Welt Zoff beim SC Langenhagen
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08:19 14.03.2012
Foto: Dicke Luft beim SCL: Trainer Hilger Wirtz soll gehen.
Dicke Luft beim SCL: Trainer Hilger Wirtz soll gehen. Quelle: Petrow (Archivfoto)
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Langenhagen

Platz 5 in der Oberliga, der Regionalligaaufstieg ist ein realistisches Ziel: Für den SC Langenhagen könnte es sportlich kaum besser laufen. Und trotzdem ist seit Montagabend Frust angesagt rund um das Walter-Bettges-Stadion. Für viele völlig unerwartet entließ Fußball-Abteilungsleiter Michael Kauke den bisherigen Ligaobmann Wolfgang Lange. Trainer Hilger Wirtz erhielt die Nachricht, dass sein bis Ende Juni laufender Vertrag trotz "guter Gespräche" nicht verlängert werde. Auch Kotrainer Holger Gehrmann soll nach Saisonende gehen. Mit potenziellen Nachfolgern habe er bereits gesprochen, sagte Kauke am Dienstag. Nach Ostern will er einen neuen Trainer präsentieren.

Die Personalentscheidungen seien kein Alleingang von ihm, beteuert der SCL-Fußballchef. Im Vorfeld habe er viele Gespräche im Verein geführt.

Die Mannschaft des Fünftligisten war "geschockt und fassungslos", sagte Kapitän und Torhüter Alexander Dlugaiczyk am Dienstag auf Nachfrage. Wolfgang Lange, seit 2009 im Amt, sei einer der wichtigsten Ansprechpartner für die Spieler gewesen, sportlich lief es bis zu diesem Zeitpunkt unter Wirtz’ Leitung bestens. Das Duo hatte das Oberliga-Team in den vergangenen Jahren trotz des Abgangs diverser Leistungsträger immer wieder neu aufgebaut. "Umso überraschender ist diese Entwicklung", meinte Dlugaiczyk.

SCL-Fußballchef Kauke, der seinen Posten erst seit zwei Monaten bekleidet, begründete den Rauswurf Langes mit fehlender Teamfähigkeit. Wirtz hingegen habe Fristen im Zuge der Vertragsverlängerung verstreichen lassen. Und in einem solchen Fall griffen nun mal die üblichen Automatismen.

Lange weist die Vorwürfe von sich. Er spricht Abteilungsleiter Kauke wenig Fußballsachverstand zu. "Er schien nicht die größte Ahnung zu haben, war aber willig", erinnert er sich an die ersten Gespräche miteinander. Mit Ausnahme der Oberliga-Mannschaft habe zudem im SCL-Fußballbereich eine ordnende Hand gefehlt, Kaukes Installierung habe also Sinn ergeben. Plötzlich sei jedoch angeordnet worden, dass künftig alle Entscheidungen über dessen Tisch zu gehen hätten. "Da fühlte ich mir schon auf den Schlips getreten", sagte Lange. "Dann wurden auch noch Termine verpennt. So kann ich nicht arbeiten." Er werde der Mannschaft aber auch in Zukunft "mit Rat und Tat extern zur Verfügung stehen", kündigte er an. "Das sind doch meine Jungs." Die Akzeptanz Kaukes in der Mannschaft bezifferte er auf den Wert "minus zehn".

Trainer Wirtz bestreitet, Fristen nicht eingehalten zu haben. In dem Angebot, das der Verein ihm gemacht habe, seien einige Fragen offengeblieben, die er noch besprechen wollte. Einen Termin dafür habe Kauke am Sonntag verstreichen lassen. Nun will Wirtz die Saison so gut wie möglich zu Ende bringen und die sportliche Qualifikation für die Regionalliga trotzdem schaffen. "Es ist aber alles schwerer geworden."