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Fußball vor Ort 1. SC 05 Göttingen taumelt Abstieg entgegen
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort 1. SC 05 Göttingen taumelt Abstieg entgegen
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19:22 21.04.2014
Alles Strecken hilft nicht: Die starke Leistung von 05-Kapitän Christian Horst (l.), hier gegen den Oldenburger Maik Nirwing, genügt nicht. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Die Schwarz-Gelben haben es nicht geschafft, sich am wohl letzten Strohhalm Richtung Klassenverbleib in der Fußball-Oberliga hoch zu hangeln.

Ein schwaches Spiel gegen den ebenso abstiegsbedrohten VfL Oldenburg, in dem sich beide Mannschaften – um es positiv auszudrücken – die meiste Zeit des Spiels neutralisieren, endet vor der Negativkulisse von 183 Zuschauern mit 1:1 (1:0).

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Damit trennen 05 fünf Spieltage vor Saisonende acht Punkte von einem Nichtabstiegsplatz. Theoretisch ist noch alles möglich, aber die Chance ist in etwa so hoch wie eine Meisterschaft des Hamburger SV in naher Zukunft.

Keine spielerischen Mittel

Es sind zwei Szenen, die sinnbildlich dafür stehen, dass sich die Göttinger nicht aufgegeben haben, aber schlicht keine spielerischen Mittel besitzen. Um es mit den Worten von Trainer Najeh Braham zu sagen: „Der Wille war da, aber das alleine reicht nicht.“

Kurz nach dem Seitenwechsel wird 05-Aushilfskeeper Nils Leunig, eigentlich Feldspieler beim 1. SC 05 II in der 2. Kreisklasse, umkurvt (48.). Oldenburgs André Jädtke muss aus knapp fünf Metern nur noch einschieben, doch Julian Keseling wirft sich in letzter Sekunde in den Schuss, reißt nach seiner Rettungstat beide Arme gen Himmel.

In der Schlussminute bricht Linksaußen Nigel Bier nach schönem Pass des kampfstarken Mazlum Dogan durch. Aber Bier scheitert aus spitzem Winkel an VfL-Torwart Nils Reinke. Es ist die einzige Chance der Platzherren aus dem Spiel heraus. Ansonsten sorgen nur drei Freistöße für Gefahr, die der überragende Horst aufs Tor köpft – einen davon ins Tor hinein (45.+2).

Standards einziges Mittel

Überhaupt sind Standards das einzig probate Rezept gegen die kompakte Defensive der Gäste, die mit zwei dicht gestaffelten Viererketten agieren. Aus den zehn Eckbällen schlägt 05 jedoch kein Kapital. So gut wie nichts geht aus dem Spiel heraus:

Die Göttinger bewegen sich zu wenig, Flanken werden häufig planlos ins Nirwana geschlagen, und dazu gesellen sich technische Unzulänglichkeiten bei einer Fehlpassquote, die gefühlt bei 30 Prozent liegt. Die Erklärung hierfür liefert Braham. „Ich musste Spieler einsetzen, die nicht mit der Mannschaft trainiert haben. Es gibt im Kader keine Alternativen“, so der Tunesier.

Der Gegentreffer resultiert aus einem Ballverlust von Jannis Hesse auf Höhe der Mittellinie. Oldenburg darf von rechts ungestört flanken, Horst kommt gegen Kai Schröder zu spät und Leunig ist gegen den platzierten Kopfball machtlos. „Es geht nicht, dass Jannis als defensiver Mittelfeldspieler keine Stollenschuhe trägt.

Das Tor war vermeidbar“, zürnt Braham später über das Schuhmodell seines Youngsters. Auch die Rückwärtsbewegung der ganzen Elf sei in dieser Situation mangelhaft gewesen, ärgert sich der Trainer. „Gegen eine so schlechte Mannschaft ein so einfaches Tor zu kassieren – das hat mit Fußball nichts zu tun.“ Zumindest nichts mit Oberliga-Fußball. Aber den wird es im Jahnstadion in absehbarer Zeit wohl auch nicht mehr zu sehen geben.

1. SC 05: Leunig – Förtsch, Horst, Keseling, Bruns – Ludwig (75. Murati), Rudolph, Hesse (87. Souleiman), Bier – G. Podolczak (55. Crespo), Dogan. – Tore: 1:0 Horst (45.+2), 1:1 Schröder (76.).

Von Ruper Fabig