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Fußball vor Ort A-Jugendspiel nach Attacke gegen Schiedsrichter abgebrochen
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort A-Jugendspiel nach Attacke gegen Schiedsrichter abgebrochen
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09:31 22.10.2019
Ein ganz normales Fußballspiel? Das Kreisligaspiel der SG Werratal gegen den Spitzenreiter JSG Göttingen in der Fußball-A-Junioren-Kreisliga ist eskaliert. Quelle: imago sportfotodienst
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Oberode/Göttingen

Schlimme Szenen in Oberode: Nach einer Attacke gegen den Schiedsrichter musste eine Partie der Fußball-A-Junioren-Kreisliga am Freitagabend nach 62 Minuten abgebrochen werden. Ein Spieler der JSG Göttingen rastete nach einer roten Karten aus.

Was war passiert? In einem bis dahin fairen und ausgeglichenen Spiel hielt Gastgeber SG Werratal gegen den Spitzenreiter JSG Göttingen ein beachtliches 0:0. „Es war ein ganz normales Fußballspiel. Wir haben bisher unsere beste Saisonleistung gezeigt und hätten sogar in Führung gehen können, berichtet SG-Jugendleiter Dirk Polej. Der später ausgerastete Rot-Sünder der Gäste soll laut Aussage von Polej bereits in ersten Halbzeit eine Verwarnung des Schiedsrichter erhalten haben und zudem in der 52. mit einer Fünf-Minuten-Strafe verwarnt worden sein.

„Das war ein klare rote Karte“

In der 60. Minute sei es in Höhe des Strafraums der Gastgeber zu einem Zweikampf zwischen einem Werrataler Spieler und dem JSGer gekommen sein. Hier soll der Göttinger am Boden liegend seinen Gegenspieler vor die Brust getreten haben. „Das war ein klare rote Karte, da konnte der Schiedsrichter gar nicht anders“, so Polej. „Nachdem der Schiedsrichter die rote Karte gezeigt hatte, kam der Spieler mit Anlauf auf ihn zu und streckte ihn mit angezogenen Knien in den Bauch nieder“, erzählt Polej. Sofort versuchten die Trainer und der anwesende Schiedsrichter die Situation zu deeskalieren, was auch nach kurzer Zeit gelungen sei, so der Werrataler Jugendleiter.

„Ich bin sofort mit meinen Spielern in Richtung Trainerbank gegangen und im Anschluss geschlossen in unsere Kabine. Der Schiedsrichter brach das Spiel sofort ab. Ansonsten kam es zu keinen weiteren Vorkommnissen. Einige JSG-Spieler entschuldigten sich später beim Schiedsrichter für das Verhalten ihres Spielers“, so Polej.

Mannschaft und der Verein distanzieren sich

„Mir fehlen immer noch die Worte“, sagt SVG-Jugendleiter Marcus Schmidt-Lehmkuhl. Die JSG Göttingen ist eine Spielgemeinschaft von SVG und RSV 05. „Er gehört zu den Spielern, die man versucht zu erziehen. Die Vereine haben auch einen sozialen Auftrag“, betont Schmidt-Lehmkuhl, der sich energisch von Gewalt auf dem Platz distanziert.

„Er ist aber auch ein Spieler, der immer an der Kante war – vielleicht hätte man ihn nach der Zeitstrafe nicht mehr einwechseln sollen. Die Mannschaft und der Verein distanzieren sich von so einem Verhalten eindeutig – wir haben uns als Team auch direkt beim Schiedsrichter entschuldigt“, so der SVG-Jugendleiter.

„Ein absolutes No-Go“

Zu den Konsequenzen wollte sich Schmidt-Lehmkuhl nur einen Tag nach den Ereignissen nicht direkt äußern. Nur soviel: „Ich gehe davon aus, dass die Strafe so hoch ausfallen wird, dass der Spieler in dieser Saison kein Spiel mehr machen wird. Für uns ist das ein absolutes No-Go, was auch zeitnah mit dem Trainer und dem Team besprochen wird“, unterstreicht Schmidt-Lehmkuhl. Der Jugendleiter betont, dass die JSG Göttingen nicht für Gewalt gegen Schiedsrichter stehe und den Fall aufarbeiten werde. „Der Schiedsrichter hat alles richtig gemacht – das Spiel musste abgebrochen werden.“ Schmidt-Lehmkuhl bestätigte so die Aussagen der SG Werratal.

Respekt lässt zu wünschen übrig

„Jeder Angriff auf einen Schiedsrichter, egal in welcher Form, ist einer zu viel und nicht akzeptabel“, findet Christian Rahlfs, Vorsitzender der Kreisschiedsrichterausschusses klare Worte. „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, können wir im Detail nichts zu den Vorkommnissen sagen. Wir gehen davon aus, dass das Sportgericht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bestrafen wird. Hier sind auch die Trainer, Betreuer und Eltern gefragt“, so Rahlfs, der anmahnt, dass bei Auffälligkeiten frühzeitiger reagiert werden müsse.

„Der Respekt gegenüber dem Schiedsrichter lässt auf vielen Plätzen zu wünschen übrig. Sollten sich weitere Vereine oder Mannschaften herauskristallisieren, werden wir auch vor diesen Vereinen unsere Schiedsrichter schützen“, ergänzt Rahlfs in seiner Stellungnahme.

Von Jan-Philipp Brömsen

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