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Fußball vor Ort Champions-League-Finale: Bilshäuser Jonas Breitenbach im Londoner Wembley-Stadion
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Champions-League-Finale: Bilshäuser Jonas Breitenbach im Londoner Wembley-Stadion
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10:54 30.05.2013
Mit einer Fangruppe aus der Region in London unterwegs: der Bilshäuser Jonas Breitenbach (5. von rechts). Quelle: EF
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Bilshausen

Der Dortmund-Fan aus Bilshausen war nämlich einer der Glücklichen, die eine Karte für das deutsche Jahrhundert-Finale ergattern konnten.

„Ich habe am Vatertag erfahren, dass mein zukünftiger Schwager Karten für das Finale zugelost bekommen hat und mich mitnimmt“, erzählt der 20-Jährige, der Dortmund-Fan ist, seitdem er denken kann. Ob es an der Farbenkombination schwarz-gelb gelegen hat oder ob es sein Nachbar war, der ihn für den Ruhrpott-Club begeistert hat, er weiß es nicht mehr.

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Am Freitagabend nach der Arbeit ging es für den Fachinformatiker im Auto nach Frankreich, wo die Fähre Richtung Dover ablegte. Der erste Tagesordnungspunkt in London am nächsten Morgen: die Parkplatzsuche. „Einen kostenlosen Parkplatz haben wir natürlich nicht mehr gefunden. Wir haben schließlich an der O2-Arena geparkt. Das war ziemlich weit weg, und wir mussten dafür 42 Pfund bezahlen“, erzählt Breitenbach.

„Es war alles sehr friedlich"

Danach ging es zum Piccadilly-Circus, der am Tag des Finales fest in der Hand der Dortmund-Fans war. Sowieso seien recht wenige Bayern-Fans in der Stadt zu sehen gewesen. „Es war alles sehr friedlich. Außer der üblichen Sticheleien, die es zwischen Dortmund- und Bayern-Fans eben gibt“, sagt Breitenbach. Auch ein Pub-Besuch durfte im Laufe des Tages nicht fehlen.

Zwischenzeitlich hatten sich weitere Fußballfans aus der Region zu Breitenbach, seinem Schwager in spe, Sebastian Voß, und Kumpel Sebastian Wolf gesellt. So war zum Trio eine Gruppe um Carsten Kamrad, sportlicher Leiter des JFV Rhume-Oder, dazugestoßen. Breitenbach: „Vor dem Stadion haben wir dann rein zufällig sogar noch andere Eichsfelder getroffen.“

„Eine richtige Demütigung"

Dann ging es hinein in den Kessel. Als „erschütternd“ beschreibt der Bilshäuser das, was in der 89. Minute passierte. „Ich hatte mich innerlich schon auf die Nachspielzeit eingestellt. Und dann das.“ Nach dem 2:1-Siegtreffer durch Bayern-Spieler Arjen Robben habe es einige Zeit gedauert, bis der Bilshäuser begriffen habe, was gerade passiert war.

„Die Dortmunder haben so gut angefangen. Eine von zwei 100-prozentigen Chancen hätten sie anfangs machen müssen.“ Wäre es nicht der FC Bayern gewesen, gegen den die Dortmunder das Nachsehen hatten, wäre die Niederlage wohl auch einfacher zu verkraften gewesen. „So war es schon eine richtige Demütigung“, meint Breitenbach, der aber nichts auf die „tolle Saison“ seines BVB kommen lässt.

„Es hat sich gelohnt“

Eine gute Saison hat auch Breitenbach mit der Reserve des SV Blau-Weiß Bilshausen bisher gespielt. Auf Platz drei liegend haben die Eichsfelder in der 2. Kreisklasse D noch beste Chancen auf den Titel und den damit verbundenen Aufstieg in die 1. Kreisklasse. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen werden“, sagt Breitenbach.

Neben der unglaublichen Atmosphäre im Londoner Wembley-Stadion („Das werde ich wohl kein zweites Mal erleben.“) wird der Bilshäuser vor allem eines nicht mehr vergessen: Wie unglaublich anstrengend der Trip nach London war. „Wir haben in 54 Stunden gerade einmal sechs Stunden im Auto schlafen können.“

Ein Hotelzimmer sei kurzfristig zu erschwinglichen Preisen nämlich nicht mehr zu bekommen gewesen. Aber: „Es hat sich gelohnt.“

Von Kristin Kunze