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Fußball vor Ort „Es war der einzige Weg“
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort „Es war der einzige Weg“
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17:53 01.10.2012
Erläutert die Notwendigkeit, den Herrenfußball auszugliedern: Michael Wucherpfennig (l.).
Erläutert die Notwendigkeit, den Herrenfußball auszugliedern: Michael Wucherpfennig (l.). Quelle: CR
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Göttingen

Schließlich sei es „auf Dauer einfach zermürbend, das finanzielle Risiko zu tragen“. Rund 55 Interessierte waren zur Informationsveranstaltung in die Jahnstadion-Gaststätte gekommen.

Zuvor hatte Michael Wucherpfennig vom RSV-Businessclub die Beweggründe für die geplante Ausgliederung erläutert: „Es geht darum, das Haftungsrisiko für den Gesamtverein zu minimieren.“ Schließlich würde derzeit im Insolvenzfall „der ganze RSV – mit Jugend und Frauen – den Bach runtergehen“, verdeutlichte er. „Dann wäre der gesamte Verein weg.“

Abwegige Optionen: Rückzug und Fusion

Als grundlegende Möglichkeit, diesem vorzubeugen, stellte Wucherpfennig mit dem Rückzug aus der Oberliga und einer Fusion mit anderen Vereinen zunächst zwei Optionen vor, die ihm völlig abwegig erscheinen. Das dritte Modell bestehe in der sofortigen Gründung einer GmbH, sagte er. Weil dafür aber sofort 25 000 Euro erforderlich wären, hält Wucherpfennig „das Modell nicht für praktikabel. Wir sind nicht der FC Bayern München.“

Die letzte Möglichkeit, die Auslagerung der Herrenabteilung, hat Wucherpfennig zufolge allerhand Vorteile: Zum einen würden „neue Satzungen und Strukturen, die auf Spitzensport ausgerichtet sind“, und eine „Aufbruchstimmung mit großem Öffentlichkeitsinteresse“ geschaffen. Zum anderen sei die Sponsorengewinnung simpler, „weil es nur noch um Fußball geht“. Bemerkenswert sei ferner, dass aufgrund der 50+1-Regel für eine Fußball-GmbH nur die Hälfte der 25 000 Euro aufgebracht werden müssten.

Spekulationen vorbeugen

Weniger die Planung an sich, als vielmehr die Ausführung sorgte mitunter für vereinzelte  Kritik: „Die Art und Weise, wie das entschieden wurde, ist aus demokratischen Gesichtspunkten ungünstig“, merkte etwa Zuhörer Jan Oberdieck an. Weil für ihn „die Mitgliederversammlung das höchste demokratische Gut“ darstelle, hätte er sich mehr Informationen im Vorfeld und „keine Entscheidung im Alleingang“ gewünscht. Wucherpfennig betonte: „Die Tinte ist noch nicht getrocknet.“ Auch in seinem Amt als Vorsitzender des 1. SC 05 sehe er sich lediglich „als Platzhalter“. Bis zum 1. Juli 2013 müssten alle Fragen in Bezug auf Vorstand, Spielstätte, Logo und den Spielbetrieb der anderen Mannschaften geklärt sein.

Alles in allem kam die Veranstaltung dem Ziel, Fragezeichen in Ausrufezeichen zu verwandeln, um Spekulationen vorzubeugen, durchaus näher. Den Beweis dafür lieferte ein Fan, der sich letztlich den Worten von Kazmaier anschloss: „Am Anfang war ich skeptisch, danach begeistert, dann skeptisch. Jetzt denke ich, dass es die einzige Möglichkeit ist, die es für den Verein gibt.“

th

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