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Fußball vor Ort Frauenfußball-Oberliga: Beim Saisonstart stehen sich die Göttinger Stadtrivalen ESV Rot-Weiß und Sparta gegenüber
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00:19 19.08.2013
Von Michael Geisendorf
Keine Abwehrchance: Spartas Anna Niederhofer (Mitte) kommt gegen die Rot-Weißen Lisa Wedekamp (links) und Helen Prüfer frei zum Schuss. Quelle: CR
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Göttingen

Mit einem recht mulmigen Gefühl sieht Hans-Werner Wehmeyer, Trainer des ESV Rot-Weiß, dem Heimspiel gegen den Lokalrivalen entgegen. Dass seine Mannschaft in der ersten Runde des Niedersachsen-Pokals gegen Oberliga-Aufsteiger MTV Barum nach Elfmeterschießen die Segel streichen musste, ist für Wehmeyer nicht so tragisch. Wohl aber, dass Torfrau Marigona Sani wegen angeblicher Notbremse die rote Karte gesehen hat und deshalb morgen auf jeden Fall, wahrscheinlich sogar länger fehlt. Für Zani wird Jaqueline Schulz das ESV-Tor hüten.

Klare Außenseiter

Doch nicht nur wegen des Ausfalls von Marigona Zani  sieht der ESV-Coach seine Rot-Weißen im Stadtderby als klaren Außenseiter: „Die Vorbereitung ist schlecht gelaufen. Die Trainingsbeteiligung war alles andere als optimal.“ Ein wesentlicher Grund sei, dass Semesterferien sind und etliche Studentinnen nicht in Göttingen waren. Zum Saisonauftakt stehen dem Coach lediglich 14 Spielerinnen zur Verfügung. Franziska Volkmar fehle wegen eines Bandscheibenvorfalls, Helen Prüfer und Janina Keller seien verhindert, Flutra Zani ist schwanger und Jasmina Schulze möchte nur noch in der zweiten Mannschaft auflaufen.

Wehmeyer, der einen Platz im gesicherten Mittelfeld als Saisonziel ausgibt, hofft, dass seine Mannschaft im Derby die personelle Misere durch Leidenschaft und Ehrgeiz wettmacht. Und er drückt die Daumen, dass die beiden Neuen – die 23-jährige Mittelfeldkraft Lea Brandt und die fünf Jahre ältere Helena Seifert-Mirhamed –  sich als die erhofften Verstärkungen erweisen.

"Nicht so prickelnd"

„Nicht so prickelnd“ findet auch Sparta-Coach Norbert Meyer, dass sich die beiden Göttinger Mannschaften gleich zum Saisonstart gegenüberstehen. „Vor dem ersten Spieltag sind sowieso alle nervös, und wenn dann gleich ein Derby kommt, von denen es in der Saison ja nur zwei gibt, steigert sich das noch mal. In der letzten Saison mussten wir am zweiten Spieltag bei Rot-Weiß antreten. Da waren die Mädels vorher so aufgeregt, dass sie kaum die Schuhe zugekriegt haben“, erinnert sich Meyer an die Partie, die 2:2 ausging. Das Rückspiel entschied Sparta dann souverän mit 4:1 für sich.

Der Trainer glaubt allerdings, dass seine Schützlinge durch den Gewinn der Vizemeisterschaft selbstbewusster geworden sind und die Sache diesmal gelassener angehen. „Aufgrund der Ausgangsposition sind wir wohl leicht favorisiert, aber damit können wir leben“, so Meyer. Großes Plus der Spartanerinnen sei, dass sie bis auf den Abgang von Sarah Schmidt-Landinghoff nach Zierenberg komplett zusammen geblieben sind, sich zusätzlich verstärkt und somit einen 19er-Kader zur Verfügung haben. So lasse sich auch der Ausfall von Jennifer Rust verkraften, die eine Bänderverletzung aus der vorigen Saison noch nicht auskuriert hat.

Vier Klassen übersprungen

Vom Landesligisten Bückenberge kommt die 20-jährige Offensivkraft Katharina Kottrupp und aus der Offensivabteilung von Spartas ehemaligem Ligakonkurrenten SV Upen die 23 Jahre alte Ramona Reichpietsch. Während die 19-jährige Mittelfeld-Allrounderin Franziska Wistuba zuletzt bei Oberliga-Aufsteiger HSC Hannover gespielt hat, überspringt Abwehrspielerin Ann-Kathrin Probst gleich vier Klassen.

Die 17-Jährige kommt von der SSG Bishausen aus der 1. Kreisklasse. Dass Meyer große Stücke auf seine Neuen hält, dokumentiert er dadurch, dass bis auf die kürzlich noch verletzte Wistuba alle in der Startformation auflaufen werden. Als Titelkandidaten Nummer eins sieht Meyer seine Spartanerinnen nicht, bezeichnet Jesteburg, Limmer und Ahlten als größte Konkurrenz. „Unser Ziel ist, oben mitzuspielen, wenn wir allerdings Meister werden sollten, würden wir uns nicht dagegen wehren“, sagt der Coach.