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Fußball vor Ort Fünf ehemalige RSV 05-Fußballer erinnern sich an die Bundesliga-Premiere vor 50 Jahren
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Fünf ehemalige RSV 05-Fußballer erinnern sich an die Bundesliga-Premiere vor 50 Jahren
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17:53 09.08.2013
Erzielte das erste Tor: der damalige Dortmunder Timo Konietzka im Jahr 1963 in der ersten Bundesligasaison im Spiel gegen Karlsruhe. Quelle: dpa
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Göttingen

„Die Bundesliga musste kommen. Sie war das Modell der Zukunft. Mit der Oberliga gäbe es heute keine international erfolgreichen Vereine wie den FC Bayern,“ sagt Hinberg. Doch die Zusammenlegung der Oberligen in eine Bundesliga habe auch negative Folgen mit sich gebracht: „Hamburg hat vor der Saison den ganzen Norden leergekauft und Kiel kaputtgemacht“, findet Heese. Der HSV ist noch heute in der Bundesliga, der damalige Oberligist Kiel drittklassig.

Die Fünf konnten im Sommer 1963 das Tor des Dortmunders Konietzka gegen Bremen – der erste Treffer in der neuen Liga –nicht miterleben. Sie spielten in der Regionalliga und wurden vom legendären Fritz Rebell trainiert. Dennoch verfolgten sie die Bundesliga, wann immer es möglich war. „Nach dem Spiel oder im Trainingslager haben wir immer Fußball geguckt. Aber der Konietzka war damals gar nicht so publik,“ so Sachse. Im Gegensatz zu heute sei in den frühen Jahren der Bundesliga ein Vereinswechsel nie Thema gewesen. Der Aufstieg jedoch schon. „Wir haben immer nach oben geschaut, aber weg wollten wir nie. Ich war 15 Jahre in Göttingen“, sagt Hinberg. Außerdem sei die Bundesliga nur eine rein sportliche Herausforderung gewesen. So habe Heese in seinem Beruf als Heizungsbauer mehr Geld verdient als in der ersten Spielklasse.

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Spiel früher mehr aus dem Kampf heraus entstanden

„Unser Spiel ist früher viel mehr aus dem Kampf heraus entstanden,“ sind sich Sachse und Matz sicher. Heese jedoch verweist auf die Laufwege: „Schau uns früher mal an. Wir sind drei Kilometer gelaufen. Heute rennen sie 13“. Das Streitgespräch über den Wandel der Taktik zieht sich einige Minuten lang hin. Auch der Stadionbesuch ist zwar nach wie vor ein Erlebnis, habe sich jedoch verändert. Das Spiel der Göttinger  gegen die Hertha zur Bundesliga-Aufstiegsrunde im Berliner Olympiastadion besuchten laut Krauß und Hinberg 80    000 Zuschauer, die „bis an die Außenlinie standen, hinter dem Tor saßen und gebrüllt haben.“

Trotz aller Emotionen sei man immer fair gewesen und habe nie den Spaß verloren. Als der TSV 1860 München im Maschpark zu Gast war, findet ein Glücksspielabend Erwähnung. „Da lagen die Scheine auf dem Tisch. Mit Brunnenmeier und Radenkovic haben wir einen draufgemacht.“ Die Gruppe muss laut lachen, als Sachse erzählt.

Alles besser geworden

Nach 50 Jahren sei „alles besser geworden. Es gibt Nachwuchszentren, Talentschmieden und Förderung.“ Doch irgendwann müsse man auch einmal Abstand vom Fußball gewinnen, so Matz. Er habe sich direkt nach seiner Karriere vom aktiven Betrieb verabschiedet. Zuschauen sei ihm heute lieber.

Von Sven Jenssen

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