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Fußball vor Ort JFV Eichsfeld will doch nicht in Landesliga – muss jetzt aber
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort JFV Eichsfeld will doch nicht in Landesliga – muss jetzt aber
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17:46 13.08.2019
Da war die Welt noch in Ordnung: die A-Junioren des JFV Eichsfeld präsentieren sich im Frühjahr als verschworene Gemeinschaft. Quelle: Foto: r
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Duderstadt

Auf eine schwere Saison in der Fußball-Landesliga müssen sich die A-Junioren des JFV Eichsfeld einstellen: Dem Klub sind aus mehreren Gründen Spieler abhanden gekommen, und das zu einem späten Zeitpunkt der Sommerpause – doch zurückziehen darf der Klub nicht.

Eigentlich verlief die vergangene Saison nahezu optimal: Am Ende stand der Titel in der Bezirksliga und die Frage im Raum: „Wollt ihr aufsteigen?“ Klar, wollten sie das, berichtet Wolfgang Bode, beim JFV Jugendkoordinator der A- bis C-Junioren. Die Weichen waren gestellt, die Verantwortlichen freuten sich auf das wohlverdiente Abenteuer Landesliga.

Riedel wechselt nach Northeim

Doch was dann geschah, können Bode und der Vereinsvorsitzende Hermann Niesen immer noch nicht fassen – das Team zerfiel und ist, Stand heute, eigentlich nicht wettbewerbsfähig. Was war geschehen? Zunächst sei mit Luis Riedel der beste Spieler des Teams von Eintracht Northeim abgeworben worden. Dann entschied sich Torwart Paul Koch dafür, zukünftig lieber als dritter Torhüter des TV Jahn Duderstadt in der Handball-Oberliga zu spielen.

Es gibt seitens der Verantwortlichen keinen Vorwurf an die beiden JFV-Akteure, aber es folgte so etwas wie ein Erdrutsch: Zwei Spieler wanderten zur SG Pferdeberg ab, wo sie sich ihre erste Sporen im Herrenbereich verdienen wollen. Und dann teilten vier weitere Akteure mit, dass sie keine Lust mehr auf Fußball haben und aufhören wollen.

Plötzlich stand der Aufsteiger ohne Spieler da. „Wir werden Kanonenfutter sein“, schwante Bode, und es konnte nur eine Entscheidung geben – man wollte das Team zurückziehen. Doch die Frist war verstrichen, „in die Bezirksliga konnten wir sowieso nicht mehr zurückziehen“, so Bode.

Kein Start auf Kreisebene möglich

Also nahmen die JFVer Kontakt mit dem Kreisverantwortlichen auf. „Wir haben an die Jungs gedacht und wollten in die Kreisliga zurückziehen“, berichtet Bode. Die Freigabe des Bezirks war kein Problem, Nebeneffekt war aber, dass die Nachricht vom Rückzug des JFV die Runde machte. Getoppt wurde das alles von der Rückmeldung des Kreisjugendausschusses, dass laut Spielordnung eine Mannschaft, die nach dem 30. Juni zurückgezogen hat, ein Jahr pausieren muss.

Nun stand der JFV Eichsfeld da: Entweder in der Landesliga spielen, wo sie trotz der Freigabe nach wie vor willkommen waren, oder ein Jahr pausieren. Resultat: Man will es versuchen. Dafür sprach, dass der alte Trainer Volker Kleinert überredet werden konnte weiterzumachen und dass sich kurzfristig ein Torwart aus Gleichen dem JFV anschloss.

Nun hat man 14 Spieler und blickt mit gemischten Gefühlen der kommenden Saison entgegen, zumal der B-Jugend des JFV Eichsfeld Ähnliches widerfuhr: Eintracht Northeim habe sich, so Bode, kurzfristig wichtige Spieler geholt, das Team hätte es in der Landesliga schwer gehabt, doch immerhin konnte in diesem Fall noch innerhalb der Frist in die Bezirksliga zurückgezogen werden.

Northeim holt spät die Spieler weg, zahlt keinen Cent Ausbildungsentschädigung, und die Spieler müssen eine lange Sperre in Kauf nehmen“, schimpft Bode, der in dieser Hinsicht den I. SC Göttingen 05, der genau wegen dieser Vorwürfe vor Jahresfrist in der Kritik stand, lobt: „Die haben die Mannschaften angeschrieben, und wenn man sich geeinigt hatte, wurde am nächsten Tag die Ausbildungsentschädigung gezahlt.“

Eintracht Northeim wehrt sich gegen den Vorwurf der Abwerbung

Der FC Eintracht Northeim nimmt Stellung zum Fall der A-Junioren des JFV Eichsfeld. „Ich distanziere mich eindeutig davon, dass wir die Spieler erst am 29. Juni angesprochen haben. Zudem sind sie nicht abgeworben worden. Luis Riedel und Luca Rusalo waren schon seit Jahren in unserem Fokus – jetzt hat es geklappt“, sagt Eintracht-Vorsitzender Tim Schwabe, der den schwarzen Peter nicht bei seinem Verein sieht. „Wenn ein Spieler zu uns wechselt, können wir doch nicht verantwortlich gemacht werden, dass Eichsfeld nur noch Kreisliga melden will. Da ist es ziemlich einfach, die Schuld an einen anderen Verein zu geben“, ergänzt Schwabe, der darauf hinweist, dass vom NFV der 30. Juni als Stichtag festgelegt wurde.

„Wann ist es also richtig, eine Info an den Verein zu geben, mitten in der Serie, fragt der Vorsitzende weiter. Der Verein sei fristgerecht informiert worden. „Die Spieler wurden online abgemeldet. Insgesamt sind drei Spieler zu uns gewechselt – das ist völlig normal, da wir höhere Spielklassen bieten können.“ Eine Zahlung der sogenannten Ausbildungsentschädigung kommt für Schwabe nicht in Betracht: „Wenn ein A-Jugendlicher in die Herren wechselt, finde ich das völlig in Ordnung, aber nicht bei Jugendspielern. Wir hatten 67 Zugänge und haben davon lediglich für zwei Herrenspieler eine Ablöse bezahlt“, betont Schwabe. Da die Vorstellungen zwischen Northeim und Eichsfeld weit auseinander lägen, dürften die Spieler vermutlich bis Anfang November eine Sperre absitzen. „Für die Jungs tut es mir leid.“

„Ich finde es sehr grenzwertig, dass Vereine für Fair-Play eintreten, ihre Spieler aber als ’Ware’ ansehen, die sie verkaufen wollen“, beklagt der Vorsitzende. „Darüber bestimmen zu können und dann auch zu wollen, ob ein Jugendlicher seinem Hobby nachgehen kann oder nicht – das ist eine Bevormundung des Spielers“, ergänzt Schwabe.

Eine Erklärung, dass der JFV Eichsfeld nach den Spielerabgängen bei den A-Junioren nicht auf Kreisebene an den Start gehen kann, gibt Jugendausschussvorsitzender Dieter Seliger ab. „Wenn man einmal nach dem 1. Juli sein Team aus einer Spielklasse zurückzieht, können keine Punktspiele in einer anderen Klasse bestritten werden. Das ist Laut Satzung des NFVs klar geregelt“, sagt Seliger. Die Eichsfelder hätten somit vorab für die tiefere Liga melden müssen. Mit der Spielplangestaltung und einem möglichen Mehraufwand des Jugendausschusses habe die Entscheidung hingegen gar nichts zu tun, ergänzt Seliger. Somit bleibe dem JFV Eichsfeld nur der Start in der Landesliga.

Einstellung im Fokus der Kritik

Was Bode und Niesen jedoch regelrecht ratlos zurücklässt, ist die Einstellung der JFV-Talente: „Das macht mich bestürzt und traurig“, sagt Bode: „Wir bieten ihnen ein super Umfeld und super Trainer, haben Ausgaben von 3000 bis 5000 Euro pro Mannschaft, und sie haben keine Lust, so weite Fahrten auf sich zu nehmen. Dann sei der ganze Samstag weg, sagen sie. Das ist für uns vom Vorstand natürlich frustrierend.“

Die Testspielergebnisse waren erwartungsgemäß ernüchternd – beim eigenen Sommercup belegten die A- und B-Junioren des JFV hintere Plätze. Spannend werde für die A-Junioren nur eins sein, sagt Bode: „Kommen wir durch die Saison, oder brechen wir im Winter zusammen?“

Von Eduard Warda

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