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Fußball vor Ort Kreisliga: Trainer Djordje Curcic streitet sich mit Bovender SV
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Kreisliga: Trainer Djordje Curcic streitet sich mit Bovender SV
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19:36 19.07.2013
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

Curcic war kurz nach seiner Entlassung in seine ehemalige Heimat nach Bosnien-Herzegowina gefahren, um Urlaub zu machen. Nach seiner Rückkehr macht er gegenüber dem Tageblatt seinem Ärger über die kurz vor dem Saisonfinale erfolgte Kündigung Luft. „Was ich da erlebt habe, ist eine Unverschämtheit“, sagt Curcic.

„Ich wurde ohne Grund auf die Straße gesetzt. Dabei hatte ich eine starke Mannschaft aufgebaut, und wir haben den Titel nur wegen der schlechteren Tordifferenz verpasst. Aber trotzdem hat das Team doch gut gespielt“, sagt er. Für eine Anstellung in der kommenden Hinserie sei es zu diesem Zeitpunkt zu spät gewesen. „Es kommt immer wieder vor, dass Trainer entlassen werden. Aber die Art und Weise erschreckt mich.“

Curcic

Hintergrund ist, dass sich Curcic in der heißen Meisterschaftsphase für zwei Wochen krank gemeldet hatte. Bovenden sei deshalb nicht Meister geworden, sei ihm von BSV-Rechtsbeistand Bernhard Kriesten am Telefon mitgeteilt worden, berichtet Curcic-Rechtsanwalt Dominik Räder. „Durch die Krankheit sei der Titel verspielt worden. Das hört sich alles ziemlich konstruiert an“, findet er.

„Das ist Quatsch“

Der BSV-Vorsitzende Erhard Schminke, dessen Urlaub in den vergangenen Wochen zu einer Verzögerung geführt hat, berichtet, der Klub habe zunächst nichts von der Krankmeldung gewusst. Auffällig sei aber gewesen, dass sich der Zustand der Mannschaft verschlechterte und das Training von Curcic nur noch im Alltagsdress geleitet wurde. „Das ist Quatsch“, sagt Curcic. „Ich habe in dieser Zeit gar kein Training geleitet.“ Das hätten seine Assistenten für ihn gemacht.

Erhard Schminke

Der Bovender SV bleibt bei seiner Darstellung. Und: Wegen „anderer bestimmter Vorkommnisse“ habe man in der vergangenen Woche eine fristlose Kündigung ausgesprochen und gehe zuversichtlich in eine mögliche Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht, sagt Schminke. Curcics Anwalt Räder hat unterdessen bei seinem Gegenüber Kriesten die Gründe für die fristlose Kündigung angefordert.

„Das werden wir auf keinen Fall zahlen“

Dabei waren beide Seiten zu Beginn bestrebt, sich gütlich zu einigen. Und fast wäre es auch zu einer außergerichtlichen Einigung gekommen. Der BSV war zunächst fälschlicherweise von einer Befristung der Anstellung bis zum 30. Juni ausgegangen. Nachdem der Irrtum aufgeklärt worden war, gab es zwei Einigungsversuche, die jedoch scheiterten.

Der Coach berichtet darüber hinaus davon, im Urlaub von Schminke telefonisch unter Druck gesetzt worden zu sein, einem Einigungsvorschlag des BSV zuzustimmen.

Im Zentrum der Auseinandersetzung geht es um sechs Monatsgehälter, wobei sich das Bovender Angebot für eine Abfindung auf 2000 Euro summiert. Räder hält 3600 Euro für angemessen, weil Curcic in der Kürze der Zeit keine Chance auf eine andere Anstellung hatte. Inklusive des Juli-Gehalts käme man auf 4200 Euro.

„Das werden wir auf keinen Fall zahlen“, sagt Schminke, der betont: „Dass Curcic den Weg über die Öffentlichkeit einschlägt, ist schon ein Witz.“ Curcic hat dazu eine ganz andere Meinung: „Mit 57 Jahren muss ich mich nicht so verarschen lassen“, sagt er.

Von Eduard Warda