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Fußball vor Ort Matthias Weise steigt mit Tuspo Weser Gimte in die Landesliga auf
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Matthias Weise steigt mit Tuspo Weser Gimte in die Landesliga auf
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20:02 30.06.2013
„Wir teilen alles außer Pünkte“: In Gimte sage man eben Pünkte, erläutert Matthias Weise.
„Wir teilen alles außer Pünkte“: In Gimte sage man eben Pünkte, erläutert Matthias Weise. Quelle: Heller
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Gimte

„Es war ein Knackpunkt“, sagt der 44-Jährige. Der gebürtige Göttinger ist nach der Vizemeisterschaft im vergangenen Jahr und nun dem Landesliga-Aufstieg für die zwei größten Erfolge der Tuspo-Vereinsgeschichte verantwortlich.

Entsprechend pompös fiel die Meisterfeier aus. Das Team wurde in einem Oldtimer-Bus von Gimte zum Hann. Mündener Rathaus kutschiert, wo die Spieler einzeln von einem Moderator auf die Rathaustreppe gebeten wurden. Staffelleiter Klaus Henkel sei baff gewesen, berichtet Weise. „So etwas habe ich in der Bezirksliga noch nicht erlebt“, habe Henkel geschwärmt.

Zehn Fässer Freibier seien gleich auf dem Rathausplatz weggegangen, noch mehr Gerstensaft sei anschließend bei einer Disco auf einer Freilichtbühne in der Nähe geflossen.

Zwar war der Vizemeister der Saison 2011/12 stets zum Favoritenkreis gezählt worden, nach einem personellen Umbruch wäre Weise jedoch mit einem Platz zwischen zwei und neun mehr als zufrieden gewesen.

„Wir können eigentlich gar nicht defensiv spielen"

„Dass sich die Mannschaft so schnell findet, hätte ich nicht gedacht“, sagt Weise, ehemaliger Spieler von 05, Hessen Kassel und Hannover 96, der als Trainer zuvor bei der SVG-Reserve und interimsmäßig beim Landesligateam der Schwarz-Weißen das Zepter geschwungen hatte.

„Die Spieler waren einfach bereit zu arbeiten. Das zeigt den Charakter der Mannschaft“, findet Weise.

Unkenrufe, Weser Gimte könne nur defensiv spielen und werde somit im Titelrennen noch Schwierigkeiten bekommen, bewahrheiteten sich in der Rückrunde nicht. Im Gegenteil: Bereits vier Spieltage vor Schluss stand das Team als Meister fest. „Richtig an den Titel geglaubt“ habe Weise nach dem 2:1-Erfolg in Bremke gegen das bis dato beste Rückrunden-Team, zumal es am Spieltag zuvor eine ernüchternde 0:3-Heimniederlage gegen Sparta gegeben hatte.

Auf den Vorwurf, eine Mauer-Taktik spielen zu lassen, reagiert der 44-Jährige verärgert. „Da muss ich widersprechen. Es kommt immer auf den Gegner an, aber das spielerische Element kam nie zu kurz. Wir können eigentlich gar nicht defensiv spielen, und wenn wir alle 100-prozentigen Torchancen verwertet hätten, hätten wir 40 Tore mehr geschossen.“ Man sei verdient Meister geworden.

Bis auf zwei Abgänge bleibt der Kader zusammen, ein 18- und ein 19-Jähriger aus Reinhardshagen (hessische Gruppenliga) sowie ein 24-Jähriger aus Landwehrhagen (2. Kreisklasse C) sind bereits verpflichtet worden. Doch natürlich werde die Aufgabe in der Landesliga schwer, zumal das Durchschnittsalter der „Rasselbande“ (Weise) bei 22 Jahren liegt.

„Man soll nie nie sagen“

Lediglich Kapitän Timo Jesswein ist älter als 30 Jahre. „Die Landesliga ist eine ganz andere Hausnummer. Aber wenn wir so kompakt weitermachen, haben wir eine reelle Chance. Warum sollte es mit der Entwicklung der Spieler nicht weitergehen“, fragt der Trainer. Gleichwohl sei alles andere als der Abstieg eine Sensation, zumal Weser Gimte seiner Einschätzung zufolge in der Landesliga der einzige Klub sein dürfte, bei dem kein einziger Cent zu verdienen ist.

Auf der anderen Seite macht Weise, der seit 1991 in Gimte wohnt, keinen Hehl daraus, gerne auch mal zu einem größeren Verein zu wechseln. „Ich würde mir alles anhören, wäre bei Anfragen auch nicht abgeneigt“, sagt er. Schließlich habe er sich durch den Titel einen Namen gemacht.

„Ich bin keiner, der seinen Klub im Stich lässt, will mich aber als Trainer weiterentwickeln.“ Wenn es so weit wäre, würde er sich mit den Tuspo-Verantwortlichen zusammensetzen. „Man soll nie nie sagen.“

Bis dahin steht die Aufgabe Landesliga an, und es bleibt die Erinnerung an eine Meisterfeier wie in München. „Es war, als hätte der kleine FC Bayern gefeiert“, blickt Weise zurück. Allerdings erlebte er den Titel mit Weser Gimte etwas anders als zuvor als Aktiver. „Als Spieler feierst du richtig, als Trainer etwas bewusster“, sagt er.

Von Eduard Warda

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