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Fußball vor Ort Nach Spielabsage: Northeimer feiern mit Gegner Advent
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18:19 03.12.2017
Besinnliches Beisammensein statt Kampf um Punkte: Florian Mackes (2. v.l.) und und Linus Baar (2. v.r.) vom FC Eintracht Northeim mit zwei Spielern aus Cloppenburg. Quelle: r
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Göttingen/Northeim

Ob Kreisklasse, Kreisliga, Bezirksliga, Landesliga oder Oberliga: Alle Partien wurden wegen des Wintereinbruchs abgesagt. Selbst die Begegnungen auf Kunstrasen fielen am Sonntag komplett aus. So teilten auch die Verantwortlichen der beiden Bezirksligisten 1. SC Göttingen 05 und Sparta Göttingen am Morgen mit: nichts geht mehr. Kurios entwickelte sich die Situation beim Oberligisten FC Eintracht Northeim.

Dort versuchten die Verantwortlichen stundenlang verzweifelt, für einen bespielbaren Platz zu sorgen. „Wir haben alles gegeben und geschippt ohne Ende“, sagte Pressesprecher Moritz Braukmüller. Bereits um 11 Uhr hätten sich am Sonntag viele Helfer am Kunstrasenplatz in Northeim eingefunden. „Wir hatten mit Schneeschiebern bereits ein Viertel des Platzes freigeräumt, aber der nachfolgende Schnee hat den Platz und die Linien wieder vollgesaut“, sagte Braukmüller.

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Auch der Northeimer Bundestagsabgeordnete Roy Kühne (CDU) habe „fleißig geschippt“, sagte der Mannschaftssprecher. Parallel habe Kühne versucht, über Stadt und Landkreis ein geeignetes Gerät zu organisieren, um den Schnee vom Platz zu schieben. „Das hat aber leider nicht funktioniert“, sagte Braukmüller. Also habe man auf die Schiedsrichter gewartet. Die hätten sich den Platz angeschaut und gegen 13.30 Uhr die Begegnung abgesagt.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste des BV Cloppenburg bereits in Northeim eingetroffen. Damit deren Anfahrt nicht völlig umsonst war, luden die Northeimer ihre Gegner kurzerhand zu Kaffee und Kuchen ein – „passend zum ersten Advent“, erzählte Braukmüller schmunzelnd. So habe man gemütlich beisammen gesessen und sich auch mal unabhängig von einem wichtigen Punktspiel austauschen können. FC-Trainer Philipp Weißenborn fasste den ungewöhnlichen Spieltag so zusammen: „Wir haben alles versucht, um den Platz frei zu bekommen. Leider hat es am Ende nicht gereicht. Ganz herzlichen Dank an alle, die geholfen haben. Auch der Umgang mit dem BV Cloppenburg und den Schiedsrichtern war super und trotz der langen Reise verständnisvoll.“

„Das ist schon extrem, dass so viele Spiele ausfallen“, sagte am Sonntag der Vorsitzende des Fußballkreises Göttingen-Osterode, Hans-Dieter Dethlefs. In den vergangenen Jahren seien auch immer mal wieder Partien vor allem im November und Dezember abgesagt worden. „Aber dass an drei oder vier Sonntagen in Folge so viele Spiele ausfallen auf Kreis- und Bezirksebene und darüber hinaus, das ist schon ungewöhnlich. Dieses Jahr ist wirklich besonders heftig, das hatten wir so noch nie“, so Dethlefs.

Die vielen Spielausfälle seien natürlich auch ein Thema bei den Vereinen, die auch schon mal eine Generalabsage bestimmter Spieltage forderten. „Man muss aber auch den Spielausschuss verstehen: Die wollen so viele Begegnungen wie möglich durchführen lassen“, erklärte Dethlefs das Dilemma. Zudem sei es für die Staffelleiter schwierig, so viele Partien zu verlegen. Mannschaften, die auf Kunstrasen spielen, seien da natürlich im Vorteil. Das führe aber gleichzeitig „zu einer gewissen Verzerrung“ in der Tabelle, erklärte Dethlefs. Außerdem hätten auch die Mannschaften mit Kunstrasen Nachteile, weil ihre Auswärtsspiele in der Regel ausfielen. „Das ist problematisch fürs Training.“

„Funktionäre und Zuschauer wollen in der richtig kalten Jahreszeit am liebsten, dass gar nicht gespielt wird“, sagte Dethlefs. „Dann lieber im Mai mal eine Englische Woche.“ Die einen machten sich Sorgen um den Gesundheitszustand ihrer Spieler, den anderen passe es einfach nicht, 90 Minuten an der Seitenlinie zu bibbern. „Es ist jetzt einfach Zeit, dass die Winterpause kommt, und es im März bei vernünftigem Wetter weitergeht“, erklärte Dethlefs. Wobei: In der ersten Kreisklasse seien bereits einige Spiele neu angesetzt worden: „Die fangen schon Ende Februar an, um die ganzen Spielausfälle zu kompensieren.“

Von Andreas Fuhrmann

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