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Fußball vor Ort Präventions-Konzept sollte jeder Verein in der Schublade haben
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Präventions-Konzept sollte jeder Verein in der Schublade haben
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13:55 26.02.2020
Durch praktische Übungen wurden die Workshop-Teilnehmer beim SC Hainberg immer wieder für das Thema sensibilisiert. Quelle: R
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Göttingen

20 Jugendtrainer des SC Hainberg und zwölf Übungsleiter aus anderen Vereinen haben den Workshop „Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt im Jugendfußball“ besucht. Ausrichter waren der NFV-Kreis Göttingen-Osterode und der SC Hainberg.

„Der Begriff des Sexuellen Missbrauchs ist klar definiert“, erklärte Jens Kamm, Referent des NFV Niedersachsen. Trainer sollten das wissen und sich über ihre besondere Verantwortung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen bewusst sein. Für Miran Hamza, Coach der F2 beim SC Hainberg und selbst noch in der B-Jugend der Hainberger aktiv, war der Workshop ein echter Gewinn. „Über manche Dinge hatte ich mir vorher gar nicht so richtig Gedanken gemacht“, so der 16-Jährige.

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Jens Kamm nahm die Teilnehmer deshalb auch über Cartoons konkreter Situationen mit durch das Arbeitsfeld von Jugendtrainern. Wenn sich ein Kind von sich aus auf den Schoß des Trainers setzt, sei das kein Missbrauch, doch erfordere dies vom Trainer auch ein klares Bewusstsein, wie man damit umgehen sollte. „Stellt bei solchen Dingen immer eine Öffentlichkeit her“, lautete die Botschaft des Referenten. Das bedeutet, Situationen und Umgangsweisen mit den Eltern aber auch mit den Kindern selbst offen besprechen und Grenzen abstecken.

Für Vereine, wie den SC Hainberg, empfahl Kamm, das Thema konzeptionell anzugehen. Ein klares Leitbild als Basis, Klären von Verantwortlichkeiten über eine Vertrauensperson, die Überprüfung der Eignung von Trainern sowie deren Qualifizierung sowie das Aufstellen klarer Verhaltensregeln und die Verstetigung des Prozesses sind die Schritte, die auch der Landessportbund Niedersachsen empfiehlt.

Vor allem der Prozess bei Verdachtsfällen müsse geklärt sein, sagte Kamm. Hier gelte es eine Kultur des Hinschauens zu entwickeln und klare Grenzen zu ziehen. Zudem empfahl Kamm auch, sich bei konkreten Anhaltspunkten für einen Missbrauch im Verein professionelle Hilfe bei Beratungsstellen zu holen.

„Ich finde es gut, dass der SC Hainberg das Thema aufgegriffen hat“, sagte Thomas Hellmich, Qualifizierungsbeauftragter des NFV-Kreises Göttingen-Osterode am Ende des Abends. „Das Thema ist enorm wichtig und sollte von der Vereinen deshalb sehr ernst genommen werden.“

Von kal/r