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Fußball vor Ort RSV 05 ist Schwung abhanden gekommen
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort RSV 05 ist Schwung abhanden gekommen
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06:18 14.03.2012
Seltene Chance: RSV-Torjäger Özkan Beyazit (l.) scheitert nach einem Eckball von Rubic Ghasemi-Nobakht am kurzen Pfosten.
Seltene Chance: RSV-Torjäger Özkan Beyazit (l.) scheitert nach einem Eckball von Rubic Ghasemi-Nobakht am kurzen Pfosten. Quelle: Pförtner
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Bereits zu Beginn der Partie präsentierten sich die Gäste kampfstärker, und auch die erste Chance gehörte den Bückeburgern: Grimaldi, der mit einen Fehlpassfestival ins Spiel startete, vertändelte den Ball, und Rudolph wusste sich nur mit einem Foul zu helfen. Beim anschließenden Freistoß von Buruk tauchte der beste VfL-Akteur Könemann mutterseelenallein am langen Pfosten auf, setzte den Ball aber drüber (2.).

Kurz darauf stellte Bückeburg unter Beweis, wieso es in dieser Saison so viele Gegentore kassiert hat: Rubic Ghasemi-Nobakht, dessen Bruder Sebastian mit Rückenproblemen aussetzen musste, brachte von links eine Flanke herein, VfL-Keeper Engler segelte am Ball vorbei, und Beyazit köpfte über das Tor (9.). Fast im Gegenzug hatten Fritsche und Buchwald die Gästeführung auf dem Fuß, doch RSV-Torhüter Koch und Rudolph, der auf der Linie klärte, verhinderten einen frühen Rückstand (11.).

Grimaldi steigert sich

Mitte der ersten Hälfte kam der RSV besser ins Spiel. Vor allem die Sechser Matthes und Coskun spielten einen guten Part, und auch Grimaldi steigerte sich. Coskun wurde nach 28 Spielminuten per Steilpass geschickt, doch sein Schuss ging über die Latte (28.). Vor der Pause wurden noch Kopfstöße von Matthes (30.) und Beyazit (38.) in höchster Not geklärt – der RSV hatte durchaus Chancen zur Führung.

Doch wer in Hälfte zwei einen RSV-Sturmlauf erwartet hatte, wurde enttäuscht. Zwar brachte Grimaldi nach Huck-Flanke noch einen Kopfball aufs Tor (52.), das war es dann aber auch. Bereits bei einem Abseitstor von Buchwald lag die VfL-Führung in der Luft (54.).
Dem RSV scheint in der Winterpause die Zielstrebigkeit verloren gegangen zu sein. Zu viel lief über die Mitte, zu wenig konstruktive Spielzüge waren zu sehen. „Das ist doch alles nur Zufall“, beklagte sich Torjäger Beyazit, der kaum einen Ball sah. Dazu kam, dass sich Coskun ohne gegnerische Einwirkung womöglich etwas schwerer am Knie verletzte (54.) und Ghasemi-Nobakht nach Foul und unpassendem Kommentar in der 67. Minute zweimal Gelb sah – Platzverweis.

Karten großzügig und unnötig verteilt

Weil nun auch der bis dahin gute Schiedsrichter Sven Binder nervös wurde und die Karten genauso großzügig wie unnötig verteilte, bog die Partie in Richtung Grottenkick ab. „Unentschieden, aber keinen Punkt für die Teams“, forderte ein Zuschauer. Dass sich die Bückeburger doch noch drei Zähler schnappten, verdankten sie nach einem verloren Zweikampf von Burkhardt einer präzisen Flanke und einem Aufsetzer von Bastian Könemann (85.). Kurz vor Schluss kam Saciri in zentraler Position zum Schuss, doch der Kapitän trat unglücklich in den Rasen (89.) – eine symbolische Szene für ein RSV-Spiel, nach dem der Aufsteiger den Aufstieg wohl endgültig ad acta legen kann.

„Uns fehlt das gewisse Etwas“, monierte Brinkwerth. „Im Defensivverhalten müssen wir uns nichts vorwerfen, aber im Moment denken elf Leute nicht das Gleiche.“ Eine „Verkrampfung“ konstatiert der Coach bei seinem Team, und: „Von drei Zweikämpfen verlieren wir zwei.“ Um es mit Werner Enke zu sagen: Der alte Schwung ist hin.

RSV: Koch – Burkhardt, Horst, Rudolph, Huck – Coskun (54. L. Zekas), Matthes (85. Dogan) – Saciri, Grimaldi (70. Lehrke), R. Ghasemi-Nobakht – Beyazit. – Tor: 0:1 B. Könemann (85.), trifft unten rechts. – Bes. Vorkommn.: Gelb-Rot für Ghasemi-Nobakht (67.).

Von Eduard Warda