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Fußball vor Ort RSV 05 verärgert über Spielabsage von Eintracht Braunschweig II
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort RSV 05 verärgert über Spielabsage von Eintracht Braunschweig II
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00:18 01.06.2013
Saison 2011/12: Özkan Beyazit (2. v. l., hier beim 1:1) dreht im Heimspiel gegen Braunschweig II die Partie im Alleingang zum 2:1-Erfolg des RSV. Quelle: SPF
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Göttingen

Das ist eine Sauerei, aber der Verband hebt nur die Hände und sagt: Da sind wir machtlos“, schimpft Wucherpfennig, Initiator des 1. SC 05, für den die erste Mannschaft des RSV in der nächsten Saison antritt. Grund für den Ärger des RSV-Aktivpostens: Der Klub müsse durch den Spielausfall auf rund 4000 Euro verzichten.

„Allein aus Braunschweig wollten 150 Fans anreisen, wir haben mit 600 bis 700 Zuschauern gerechnet. Das sind inklusive Bewirtungseinnahmen rund 4000 Euro, die in der Kasse fehlen“, rechnet Wucherpfennig vor. „Bei Bayern München kriegst du dafür nicht einmal einen Platz in der VIP-Loge, aber für uns ist das existenziell.“

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Verpatzter Saisonabschluss liegt schwer im Magen

Wucherpfennig spricht von Wettbewerbsverzerrung und meint damit Hin- und Rückrundenspiel gegen Eintracht Braunschweig II. „Wir haben Kosten gehabt, als wir den Bus für das Spiel in Braunschweig gechartert haben, auf der anderen Seite tritt die Eintracht bei uns nicht an. Das heißt, dass uns fünf Prozent unseres Saisonetats fehlen und wir damit zehn Prozent hinter dem Konkurrenten liegen.“

Bereits nach den insolvenzbedingten Absagen von Emden und Nordhorn in der vergangenen Saison hatte sich Wucherpfennig beim NFV beschwert. Er müsse seine Beschwerde schriftlich einreichen, sei ihm gesagt worden, dann werde man sich damit beschäftigen. „Die Teams dürfen bis zu zwei Spiele pro Saison absagen und zahlen dann nur zweimal 250 Euro Strafe. Da müssen doch die Regeln geändert werden.“ Dabei klammert er Härtefälle aus: „Wenn die halbe Mannschaft Grippe hat, hat jeder Verständnis für eine Absage.“

Der verpatzte Saisonabschluss liegt Wucherpfennig schwer im Magen. Eigentlich wollte sich der RSV 05 im letzten Saisonspiel gegen Braunschweig noch einmal gebührend von den Fans verabschieden. „Ich hatte viele Gäste eingeladen. Wir hatten außerdem 2000 Freikarten drucken lassen und wollten noch einmal für einen richtigen Schub sorgen. Auch insofern ist so eine Absage einfach unfair.“

Offener Brief an den NFV

Wucherpfennig überlegt nun, seinen Unmut in einem offenen Brief an den NFV kundzutun. Und er kündigt an: „Wenn wir in der kommenden Rückrunde genug Punkte auf dem Konto haben und im Tabellenmittelfeld rangieren, reisen wir zu zwei Auswärtsspielen auch nicht mehr an, zahlen jeweils 250 Euro Strafe und kommen damit immer noch billiger weg.“

Jürgen Stebani, Vorsitzender des Spielausschusses, sieht die Braunschweiger Absage als „besondere Situation“ an. Weil der nominal letzte Spieltag am vergangenen Wochenende angesetzt war, sei es nachvollziehbar, dass einige Eintracht-Spieler bereits im Urlaub sind. Deshalb will er die vorgesehene Maximalstrafe von 250 Euro auch nicht „ausreizen“. Er verfüge ja schließlich über einem gewissen Ermessensspielraum.

▶ Kommentar

Kein Fairplay

In der Fußball-Oberliga liegt das Geld nicht auf der Straße.

Eduard Warda

Umso ärgerlicher ist es, wenn ein Verein wie der RSV 05 auf ein Heimspiel gegen den Spitzenklub der Oberliga, Eintracht Braunschweig II, und damit auf Einnahmen in Höhe von 4000 Euro verzichten muss.

Und das, weil einige Braunschweiger Spieler bereits in Urlaub sind.

Spielabsagen kommen zumindest in der Oberliga erfreulicherweise selten vor. Schließlich sind auch bis zu 250 Euro Strafe kein Pappenstiel. Doch wo soll die Grenze angesetzt werden? Vielleicht wäre ein Punktabzug eine Alternative.

Im Endeffekt geht es jedoch um das sportliche Fairplay. Auch ein Meister und Regionalliga-Aufsteiger sollte die Saison seriös zu Ende spielen. In einer von Ausfällen und Terminnöten geprägten Saison wäre es besser gewesen, wenn die Braunschweiger Spieler nicht schon nach dem nominal letzten Spieltag in den Urlaub abgedampft wären.

Von Eduard Warda