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Fußball vor Ort SC Weende feiert 100-jähriges Bestehen
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort SC Weende feiert 100-jähriges Bestehen
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18:25 12.09.2013
Schwarz-weiße Freude: Die SCW-Spieler bejubeln 2003 den Aufstieg in die Niedersachsenliga. Quelle: Claus
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Weende

.15 fußballbegeisterte junge Männer sind es, die sich am 13. Dezember 1913 im sogenannten Gesellschaftshaus in Weende treffen. Sie wollen sich den langen Weg nach Göttingen sparen und lieber vor der Tür in Weende spielen. Also gründen sie den Fußballclub Weende – aus dem zehn Jahre später der SC Weende wird.

Die Umbenennung erfolgt, weil sich die Sport- und Wandervereinigung angeschlossen hat. Haben die Fußballer zuvor auf einem Platz an der Hasselchaussee (heute Im Hassel) sowie in Deppoldshausen und auf dem Kleinen Hagen gespielt, nutzt man Mitte der 20er-Jahre einen Boom zum Bau des Sportplatzes an der Friedrich-Ebert-Straße. 30 Jahre lang bleibt das Gelände Heimstätte des Vereins.

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Fußball und Leichtathletik sind vor dem zweiten Weltkrieg die prägenden Sportarten des Klubs. Auf dem neuen Platz werden Sportfeste ausgetragen, die laut zum Jubiläum erstellter Chronik Weender Kampfspiele genannt werden.

„Herausragende Persönlichkeiten“

Das Sportangebot wird größer: Zwischenzeitlich gibt es eine Handball-Abteilung, 1935 schließt sich der Kleinkaliber-Schützenverein an, der das noch heute vereinseigene Grundstück am Springberg mitbringt.

Prägende Figur ist in dieser Zeit der Vereins-Mitgründer Franz Gödecke, der bis 1938 25 Jahre lang Vorsitzender ist. Sein Nachfolger Albert Hildebrandt kommt sogar bis 1969 auf 31 Jahre als Klubchef.

Seit 2010 führt Wilfried Schiktanz den Verein an, und für ihn gehört einer zu den „herausragenden Persönlichkeiten“, der zwar nur ein Jahr lang Vorsitzender ist, dafür aber jahrelang zu den wichtigen Stützen des Klubs zählt: Heinrich „Heini“ Weitemeyer.

Sechs Vorsitzende in 55 Jahren kommt

Personell folgt die 35-jährige Ära von Werner Freiberg, der für seine Tätigkeit das Bundesverdienstkreuz erhält, generös vieles aus eigener Tasche finanziert und in Weende einen fast legendären Ruf genießt.

2005 übernimmt Freibergs Schwiegersohn Dieter Meier das Ruder und gibt schließlich an Schiktanz ab – in 55 Jahren kommt der Klub auf lediglich sechs Vorsitzende, was durchaus außergewöhnlich ist.

Nach der sechsjährigen Episode eines Zusammenschlusses mit dem Tuspo Weende auf Anordnung der Alliierten kommt es 1954 zur Einweihung der heutigen Bezirkssportanlage.

Der SC Weende feiert sein 100-jähriges Bestehen. Grund genug für einen Rückblick.

Ein weiterer großer Schritt in die Zukunft wird auf Initiative von Ewald Möhle in den 70er-Jahren gemacht: Der SCW wird zum Breitensportverein, hinzu kommen zunächst Volleyball, Gymnastik, Tischtennis und Tanzen.

Zum Dreigestirn an der Klubspitze zählt in dieser Zeit auch Hans Krause. „Möhle, Freiberg und Krause waren als die Drei von der Tankstelle bekannt“, erinnert sich Schiktanz, der selbst langjähriges Vorstandsmitglied ist und der Tischtennis-Abteilung entstammt.

Krause erhält beim morgigen Kommers die goldene Ehrennadel, genauso wie Otto Klemme, Klaus „Schorse“ Gotthard und der langjährige Schatzmeister Michael Thiel.

Frauenfußball beim SCW nur eine Episode

Während die Fußballer bis heute Erfolge feiern, zeitweilig in der Niedersachsen- beziehungsweise Oberliga spielen und damit das höchstklassig spielende Göttinger Team sind, bleibt Frauenfußball beim SCW nur eine Episode – aber was für eine: Zur Kirmes 1973 treten die Gymnastinnen zur Freude von mehr als 1000 Zuschauern zum Freundschaftsspiel an.

Die Damen schlagen sich so gut, dass sie im Vorprogramm der Oberligapartie von Göttingen 05 gegen St. Pauli antreten und vor 5000 Zuschauern mit 1:0 gegen die Pauli-Frauen gewinnen. Wegen Nachwuchsproblemen löst sich das Team aber später auf.

Dafür stößt 1985 der Tennisclub Lutteranger dazu. Es werden sechs Tennisplätze gebaut, und der SC Weende, der sich später SCW Göttingen nennt, baut 1990 auch noch ein neues Klubheim mit Restaurant, Kegelbahnen und Umkleiden.

1200 Sportler in 15 Abteilungen

Vier Millionen Mark werden laut Jubiläums-Chronik investiert, die Mitgliederzahl steigt sprunghaft auf 738 an. Heute sind knapp 1200 Sportler in 15 Abteilungen aktiv. In den neu dazugekommenen Sportarten Rugby und Bogenschießen wurden bereits Deutsche Meisterschaften gefeiert, und bezüglich der Schuldentilgung „ist das erste grüne Pflänzchen da“, unterstreicht Schiktanz.

Der Vorsitzende will eventuell einen Geschäftsführer installieren und in guter alter Weender Tradition die Mitgliederzahl bis 2020 deutlich steigern. „Es ist genug Potenzial da, um das zu tun“, sagt der 65-Jährige. Denn der SCW, der ist für ihn ein schlafender Riese.

Von Eduard Warda

Jubiläumsprogramm

Nach dem Familien-Sporttag am vergangenen Sonntag und der Familien-Wanderung am Mittwoch wird das Jubiläumsprogramm am heutigen Freitag um 18.15 Uhr mit dem Fußballspiel der Alten Herren des SCW gegen die 05-Traditionsmannschaft fortgesetzt.

Für das von Helmut Hinberg trainierte 05-Team laufen auf der BSA Weende unter anderem Carsten Langar, Esmir Muratovic, Djordje Curcic und Rolli Hartmann auf. Am Sonnabend folgt um 11 Uhr in der Weender Festhalle der Festkommers und damit der Jubiläums-Höhepunkt.

Am Abend um 20 Uhr wird in der Festhalle zur Schwarz-Weißen Nacht und damit zum Tanz gebeten. Zwei Basketball-Vorbereitungsturniere komplettieren das Programm: Am Sonnabend beginnt um 10 Uhr in der Sporthalle Weende ein Vorbereitungsturnier der ersten Damenmannschaft, am Sonntag an gleicher Stelle um 9 Uhr ein Turnier des ersten Herren teams mit dem BBT Göttingen, ASC 46, BG 74 und TK Hannover.