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Fußball vor Ort SVG Göttingen enttäuscht bei 0:1-Pleite in Kellerduell
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort SVG Göttingen enttäuscht bei 0:1-Pleite in Kellerduell
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18:23 19.11.2017
An ihm lag es gewiss nicht: SVG-Talent Mathis Ernst lief auf der Position des rechten Verteidigers auf und machte seine Sache recht ordentlich.
An ihm lag es gewiss nicht: SVG-Talent Mathis Ernst lief auf der Position des rechten Verteidigers auf und machte seine Sache recht ordentlich. Quelle: Foto: Pförtner
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Göttingen

Was die Schwarz-Weißen den 150 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz am Sandweg bei Nieselregen boten, war einfach zu wenig. Helge Kerl aus der Jugendabteilung der SVG brachte es Mitte des zweiten Durchgangs auf den Punkt, als er hineinrief: „Leute, ihr müsst draufgehen! Ihr liegt hinten!“ Eine verunsicherte Mannschaft überließ trotz Rückstandes den Gästen das Spiel und schaffte es kaum einmal über die Mittellinie. „Das war der absolute Tiefpunkt“, sagte Abteilungsleiter Thorsten Tunkel später.

Für Jan Hoffmann, eigentlich Coach der Reserve, war die Partie das letzte Spiel als Interimstrainer, und er musste nicht nur mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Yannik Freyberg leben, sondern auch mit einem Team, das noch deutlich am 2:9-Debakel vor Wochenfrist bei Aufsteiger Atlas Delmenhorst nagte. „Der Rucksack, den die Jungs auf dem Rücken getragen haben, war viel zu groß. Die einfachsten Dinge haben nicht funktioniert“, unterstrich Tunkel, der nach dem Spiel Klartext redete: „Das hatte von beiden Mannschaften nichts mit Oberliga zu tun.“

Für Gesprächsstoff sorgte in der ersten Hälfte, dass der zuverlässige Torjäger Lucas Duymelinck zunächst auf der Bank Platz nahm und Youngster Jonas Grüneklee seinen Platz im Sturmzentrum ausfüllte. Tunkel sorgte nach dem Abpfiff für Aufklärung: „Duymelinck war eigentlich verhindert, hat es aber doch noch zum Spiel geschafft. Da war die Aufstellung aber schon fertig.“ In jedem Fall war zu hören, dass mannschaftsintern die Aufstellung nicht unumstritten war.

Grüneklee gehörte vor der Pause noch zu den Lichtblicken, in der Pause musste er allerdings mit einer Oberschenkelverletzung für Duymelinck ausgewechselt werden. Bezeichnend für die aktuelle Situation der SVG war der Treffer zum 0:1: Van-Elmendorff kam mutterseelenallein zum Kopfball (19.). Torhüter Omar Younes hatte keine Abwehrchance, verhinderte dafür aber in der Folge mehrere Male einen höheren Rückstand.

So zum Beispiel kurz nach Wiederanpfiff, als der Gastgeber Glück hatte, dass Zöfelt am langen Pfosten den Ball nicht richtig traf und Younes ihn per Glanzparade noch über die Latte lenken konnte (49.). In der Folge waren die Schwarz-Weißen nur noch mit sich selbst beschäftigt, gefährliche Angriffe waren Fehlanzeige. An Kapitän Flo Evers im Mittelfeld lief das Spiel komplett vorbei, die Bälle für den eingewechselten Duymelinck kamen erst gar nicht an – ein Trauerspiel.

Erst in der Nachspielzeit hatte der Gastgeber noch zwei Chancen, als eine scharfe Duymelinck-Hereingabe herausgeschlagen und ein Duymelinck-Kopfball vom Celle-Keeper über die Latte gelenkt wurde. Über den Rest sollte man den Mantel des Schweigens legen, denn das Team, das da am Sonntag auf dem Platz stand, war nicht die SVG, sondern irgendeine andere Mannschaft mit Doppelgängern. „Beine und Kopf sind manchmal gelähmt“, sagte der neue Trainer Jan-Philipp Brömsen später. Spaß, Begeisterung und Selbstvertrauen will er dem Team einimpfen. Das ist auch bitter nötig.

Von Eduard Warda