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Fußball vor Ort SVG-Neuzugang Jeff Pierre im Tageblatt-Gespräch
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort SVG-Neuzugang Jeff Pierre im Tageblatt-Gespräch
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17:27 27.02.2015
Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Pierre, dessen Heimat Miami ist, verkörpert fast perfekt den „American Spirit“: Ehrgeiz, Neugier, Disziplin, unerschütterlicher Glaube an die eigene Leistungsfähigkeit. Doch nicht nur mit dieser Einstellung, auch mit seinen defensiven Qualitäten dürfte er der SVG bei ihrer Mission Titelgewinn weiterhelfen können.

Der Fußball ist für den US-Boy kein Abfallprodukt eines Studiums an der Georg-August-Universität – das er freilich demnächst in Angriff nimmt. Der Fußball ist der Grund, weshalb er nach Deutschland gekommen ist. Pierre will sich mit 24 einfach noch mal ausprobieren, so hoch wie möglich spielen, später vielleicht in der vierten oder dritten Liga. „American Football war mein erster Sport, Fußball meine erste Liebe“, sagt Pierre, der karibische und spanische Wurzeln hat.
Seine Leidenschaft für den Fußball hängt auch mit seinem Vater zusammen, der in Haiti nach wie vor als großes Idol verehrt wird: Jean Pierre gehörte der haitianischen Nationalmannschaft an, die 1974 an der Weltmeisterschaft in Deutschland teilnahm. Jeff will sich aber nicht im Ruhm seines berühmtes Vaters sonnen, im Gegenteil. „Ich will nicht in seinem Schatten stehen, sondern selbst was erreichen“, sagt er.

Ein Fußballcamp, bei dem er und andere US-Amerikaner in Deutschland vorspielten, führte Pierre im August 2014 von New York, wo er aufs College gegangen ist, zum SVG-Ligakonkurrenten MTV Gifhorn. Seit Januar ist er in Göttingen, wohnt mit seiner deutschen Freundin Linja zusammen, die er beim Fußballcamp kennengelernt hat, und will an der Georgia Augusta seinen Master in Wirtschaftswissenschaften bauen. Für seinen US-Master fehlt ihm nur noch ein Semester, letztlich wird er, so ist der Plan, nach seiner Rückkehr in die USA zwei Master vorweisen können. Dass er später einmal das große Geld verdienen möchte, daraus macht Pierre keinen Hehl.

Zunächst jedoch steht für den defensiven Mittelfeldspieler die SVG und die Meisterschaft im Vordergrund. Ganz bewusst hat er sich den Landesliga-Spitzenreiter ausgesucht, vielleicht kann das Team ja als Sprungbrett für höhere sportliche Weihen dienen. So lange er jedoch in Diensten der SVG steht, werde er sein Bestes geben, sagt er. Vielleicht bleibt er ja auch länger, schließlich fühlt er sich bereits jetzt sehr wohl am Sandweg. Und vielleicht hilft den Schwarz-Weißen bei ihrer Mission auch Pierres katholischer Glaube. Für ein SVG-Spiel würde er sogar einen Gottesdienst sausen lassen. „Gott würde es verstehen“, sagt er.

Von Eduard Warda