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Fußball vor Ort Schwarzes Osterwochenende für den RSV 05
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Schwarzes Osterwochenende für den RSV 05
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20:52 09.04.2012
Hängen und Würgen: Patric Förtsch vom RSV 05 (M.) gegen die Ottersberger Eugen Zilke (l.) und Sebastian Koltonowski. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Beim Spiel am Montag gegen Ottersberg hatten sie ein Transparent mit der Aufschrift „Die Luft ist raus“ aufgehängt. Weil Brinkwerth bei der katastrophalen 0:4-Schlappe gegen Lüneburg am Sonnabend insbesondere von den arrivierten Spielern „weniger als nichts“ sah, fanden sich gegen Ottersberg Erol Saciri, Rubic Ghasemi-Nobakht, Lukas Zekas und Yahya Timocin auf der Bank wieder. Özkan Beyazit fehlte wegen einer Verletzung, für Nils Holzgrefe kam wie geplant Dennis Koch ins Tor.

Der Gastgeber trat zunächst etwas engagierter auf, und Daniel Washausen prüfte in der 6. Minute den TSV-Keeper. Der Schuss des in der Offensive aufgebotenen Defensivspezialisten Torben Rudolph, von Youngster „Kiko“ Meyer in Szene gesetzt, kam beim Ottersberger Torhüter leider nur mit Rückgaben-Geschwindigkeit an (11.).

Glücklicherweise den Ball vertändelt

Dann aber doch der Rückstand: Stürmer Alexander Neumann ließ die gesamte RSV-Abwehr stehen, dribbelte auch Koch aus und schob zum 0:1 ein  (29.). Symptomatisch eine Szene kurz darauf, als Burkhardt als letzter Mann genau auf Neumann klärte, dieser aber glücklicherweise den Ball vertändelte (33.). Noch vor der Pause hätten Sebastian Koltonowski und Eugen Zilke bei einer Doppelchance erhöhen müssen (42.).

In der Halbzeit machten sich sieben Akteure der Ottersberger motiviert warm, in der RSV-Hälfte wuchs das Gras. Irgendwann schlurften Saciri, Zekas und Timocin auf den Platz und hielten den Ball hoch – ein böses Vorzeichen für den zweiten Durchgang: Motivation und Niveau sanken unaufhörlich, der beste RSVer war der zwölfte Mann. Den unaufhörlich singenden Fans müsste der Klub eine Tapferkeitsmedaille verleihen. Das 0:2 hätte bereits bei einem Konter kurz nach Wiederanpfiff fallen müssen, doch Neumanns Pass auf Hoopmann geriet zu schlampig (50.).

Vom Gastgeber war rein gar nichts zu sehen. Die Zuschauer, die sich von der Einwechselung des Neuzugangs Rubic Ghasemi-Nobakht etwas mehr Schwung versprochen hatten, sahen auf der rechten Angriffsseite des RSV Standfußball – wahrscheinlich war dem Offensivakteur vom Zeugwart eingeimpft worden, ja nicht das Trikot zu beschmutzen, da die Waschmaschine ausgelastet ist.

„Das war ein Absteiger-Tor“

Der Rest ist schnell erzählt: Ballverlust Ghasemi-Nobakht, Missverständnis zwischen Koch und Horst (zusammen mit Keseling bester RSVer), Neumann staubt ab, 0:2 (78.). „Das war ein Absteiger-Tor“, sagte ein Zuschauer. Aber der RSV kann – genau wie übrigens Ottersberg auch – nicht mehr absteigen, und das ist aktuell vielleicht die Crux. „Es kann ja jeder selbst sehen, was einige Spieler momentan für eine Leistung bringen“, sagte Trainer „Jelle“ Brinkwerth. „Die Gegentore waren heute eine Katastrophe, aber mit einer jungen Garde zu spielen, macht mir mehr Spaß als mit erfahrenen Spielern.“

Nach dem Basketball scheint nun auch der Göttinger Fußball in eine Formkrise zu schliddern. Und ähnlich wie bei den Erstliga-Korbjägern spielen die Fünftliga-Kicker erfolgreich die Arena leer: Nach 223 Zuschauern am Sonnabend wollten gestern nur noch 185 Interessierte das Ottersberg-Spiel sehen. Der RSV will im Hinblick auf die nächste Saison vor allem auf Spieler des aktuellen Kaders zurückgreifen. Manager Jan Steiger sollte ganz genau hinsehen, wer sich für den Klub das Trikot schmutzig macht.

RSV: Koch – Burkhardt, Keseling, Horst, Matthes – Dogan (64. Saciri), Washausen (64. R. Ghasemi-Nobakht), Förtsch (75. L. Zekas) , T. Zekas – Meyer, Rudolph. – Tore: 0:1, 0:2 Neumann (29., 78.).

Von Eduard Warda