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Fußball vor Ort Sportausschuss sucht nach Heimat für I. SC Göttingen 05
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17:57 22.11.2017
Thema im Sportausschuss des Göttinger Stadtrates: die Bezirkssportanlage Maschpark, die früher in 05-Besitz war.
Thema im Sportausschuss des Göttinger Stadtrates: die Bezirkssportanlage Maschpark, die früher in 05-Besitz war. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Die Schwarz-Gelben hatten Briefe an die Ratsfraktionen verschickt, und die CDU hatte eine Anfrage im Sportausschuss formuliert: Welche Veränderungen sind im Maschpark geplant, wird trotz eines neuen Kunstrasenplatzes die bespielbare Fläche geringer, kann die Stadt dem Klub dabei helfen, ein Vereinsheim zu beziehen?

Für die Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), Tochter der Stadt Göttingen und für die städtischen Sportanlagen zuständig, antwortete GoeSF-Geschäftsführer Alexander Frey: Der Rat habe bereits 2012 beschlossen, das Areal in eine Gewerbefläche umzuwandeln. Werde der Tennenplatz, der momentan quasi brach liege, in einen Kunstrasenplatz umgewandelt, verringere sich die Anzahl der Spielflächen nicht. Und: Alle Göttinger Sportvereine hätten ihre Klubheime zwar im Wesentlichen in Eigenleistung errichtet, trotzdem wolle man aber versuchen, etwas zu bewegen.

Hartwig Vogelsang vom 05-Vorstand zeigte sich mit der Auskunft „nicht zufrieden“, wie er klar stellte: Der Klub könne keinen Aufenthaltsraum für Eltern von Junioren, die teilweise weite Fahrten auf sich nehmen, anbieten. Eine Bitte an Frey, sich um die Alternative Jahnsportpark zu kümmern, sei ohne Antwort geblieben. Es gebe keinen Masterplan für die Schwarz-Gelben, die im Jugendbereich immerhin ambitionierten Leistungsfußball böten, und vor allem: Der Klub habe keine Bleibe.

Frey entgegnete, er habe mehrfach mit dem 05-Vorstand zusammengesessen. Was er nicht richtig finde: Man biete Leistungsfußball an und sage dann im zweiten Schritt: „Jetzt müssen uns die anderen helfen.“ Wenn ich einen Verein gründe, muss ich erst mal wissen, dass ich nichts habe, ergänzte er am Donnerstag.

Im Hinblick auf den Einwurf Vogelsangs, 05 könne das Vereinsheim erwerben und auf eigene Kosten renovieren, verdeutlichte Frey: „Eine Sanierung kostet 2,5 Millionen Euro, und Sie haben Einnahmen von 200 Mitgliedern.“ Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) schob dem Plan einen Riegel vor: Die Immobilie soll städtisch bleiben. „Wir brauchen das Haus auch für andere Mannschaften und geben es nur ungern aus den Händen der Stadt.“ Und überhaupt: „Der Maschpark gehörte schon mal dem Vorgängerverein, und die Stadt hat ihn aus Not zurückgekauft.“

Widersprüchliche Aussagen zum
Verkauf von Teilflächen des Maschparks

Im Hinblick auf den Verkauf des B-Platzes und die 05-Kritik daran, meldete Köhler Vollzug: „Sie kämpfen an einer Front, die es nicht mehr gibt. Die Grundstücke sind verkauft“, sagte er. Das ist neu, und eine Tageblatt-Anfrage bei Detlef Johannson, Pressesprecher der Stadt Göttingen, ergab am Mittwoch ein uneinheitliches Bild: Bisher sei nur eine Teilfläche auf dem Gelände der ehemaligen „Treppchenhäuser“ verkauft worden, teilte Johannson mit. Für die restlichen Flächen gebe es Verhandlungen, die in Abstimmung mit der GoeSF geführt würden.

In jedem Fall scheint ein Verkauf nur noch Formsache zu sein. Kaufinteressent ist das Sanitätshaus o.r.t., das sich vergrößern will.

Frey bekräftigte am Donnerstag, dass die GoeSF durchaus bereit sei zu helfen, und womöglich habe er sich im konkreten Fall bei 05 „nicht rechtzeitig“ zurückgemeldet. Andererseits entwickle 05 immer wieder neue Szenarien, das störe ihn: „Ganz Schön Feist haben mal gesungen: Es ist gut, wenn du weißt, was du willst. Wenn du nicht weißt, was du willst, ist das nicht so gut.“

Einen Vorschlag zur Güte machte Andreas Gruber, Vorsitzender des Stadtsportbundes (SSB): Er bot an, dass der SSB einen Masterplan entwickelt und sich mit den Verantwortlichen zusammensetzt, um einen Plan aufzustellen. 05-Vertreter Bernd Casper zeigte sich angetan vom Vorstoß, Frey urteilte: „05 wäre gut beraten, den Vorschlag anzunehmen.“

Im Übrigen finde er es „total Klasse“, was 05 nach der Neugründung in puncto Jugendarbeit auf die Beine gestellt habe, und nach der Fertigstellung der drei zu bauenden Kunstrasenplätze im Herbst 2018 könne man sich durchaus vorstellen, einzelne Mannschaften zu verschieben. Allerdings habe 05 in der Vergangenheit Kompromisslösungen, etwa den Herrenbereich am Jahnstadion anzusiedeln und den Jugendbereich im Maschpark zu belassen, stets abgelehnt. Sollte das Vereinsheim für geschätzte 2,5 Millionen Euro saniert werden, sei sicherlich auch ein größerer Raum für 05 im Bereich des Möglichen.

Von Eduard Warda