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Fußball vor Ort Thorsten Richter: „Das hat überhaupt nichts mit der Person Thorsten Tunkel zu tun“
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Thorsten Richter: „Das hat überhaupt nichts mit der Person Thorsten Tunkel zu tun“
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17:21 28.06.2018
SVG-Abteilungsleiter Thorsten Tunkel (links) ist nicht mehr Staffelleiter der Fußball-Landesliga – nun gibt es Diskussionen. Quelle: Foto: Hinzmann
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Göttingen

So schrieb Ingo Müller, Trainer neu gegründeten Landesligisten TSV Landolfshausen/Seulingen: „Das ist der Oberhammer. Thorsten Tunkel war seit langer Zeit der beste Staffelleiter, den ich kennengelernt habe. 1. Er ist auf Wünsche und Bedürfnisse der Vereine eingegangen. 2. Er weiß, was in der Praxis der Vereine wirklich los ist und ist kein völlig praxisfremder Funktionär. 3. Er ist absolut fair allen gegenüber. 4. Er war sogar erreichbar.“

Der TSV, so Müller, spiele von den ersten vier Spielen dreimal auswärts. „Das kann auch Einfluss auf den Saisonverlauf haben, und wir jammern nicht rum“ – ein Statement in Richtung des 1. SC Göttingen 05 und seines Vizepräsidenten Michael Wucherpfennig, der sich über Thorsten Tunkel vom Ligakonkurrenten SVG als Staffelleiter beschwert hatte. Müller findet deutliche Worte: „Wir würden auch gern ein Derby-Heimspiel zum Auftakt haben. Lächerlich ist das.“

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Jens Schiele, Abteilungsleiter des Bezirksligisten SG Lenglern, stößt ins gleiche Horn. Er empfinde es als absolut lächerlich, jemandem Wettbewerbsverzerrung vorzuwerfen, der „Zeit und Freizeit opfert“. Tunkel sei „immer zu erreichen und weiß immer Rat auf fast alle Fragen! Genauso wie unser Staffelleiter in der Bezirksliga 4, Klaus Henkel! Von zwei solchen Fachmännern, könnte sich manch einer eine Scheibe abschneiden!“

Facebook-User Niklas Schubert empfindet die Entwicklung als „ganz großen Witz Hier wird Rufmord betrieben. Damit kann selbst der 1. SC 05 nicht einverstanden sein.“

Der ehemalige Teammanager des Kreisligisten RSV Göttingen 05, Tim Hoogesteger, bezeichnet Tunkel als einen der letzten „Ehrenmänner im Göttinger Sport“. Die Maßnahme lasse „TT“ in einem schlechten Licht stehen, und das habe Tunkel nicht verdient.

„Ich sehe das grundsätzlich so wie Michael Wucherpfennig. Staffelleiter einer Liga und gleichzeitig Funktionär bei einem Verein in derselben Liga ist einfach nicht haltbar. Das hat allerdings überhaupt nichts mit der Person Thorsten Tunkel zu tun. Wäre die Konstellation bei einem anderen Verein aufgetaucht, hätten wir genauso reagiert“, sagt 05-Präsident Thorsten Richter zu den Diskussionen. Die Planung der Spielansetzungen kann Richter ebenfalls nicht komplett nachvollziehen:“ Ich habe den Spielplan zwar nur überflogen, aber ich verstehe die Begründung nicht ganz, warum man binnen drei Wochen denselben Gegner haben muss – da hatte man einfach andere Spieltage verschieben können. Natürlich wäre ein Derby im Sommer schöner gewesen, aber letztlich hat man beim Wetter sowieso keinerlei Garantie.“

Der Präsident der Schwarz-Gelben betont aber, dass der Einwand nicht gegen die Person Tunkel ging. „Jeder Verein würde sich sogar glücklich schätzen, so einen akribischen Arbeiter in seinem Verein zu haben. Es geht einzig um eine Art Interessenkonflikt, dem man vorbeugen kann und jeder, der sich das Ganze einmal neutral anschaut, wird letztlich zu derselben Meinung kommen, wie wir.“ ergänzt Richter.

Von Jan-Philipp Brömsen und Eduard Warda