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Fußball vor Ort Titelaspirant Sparta lässt viele Chancen ungenutzt
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Titelaspirant Sparta lässt viele Chancen ungenutzt
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17:24 19.08.2013
Umkämpftes Derby: Spartas Torschützin Inga Große (l.) setzt sich gegen Rot-Weiß-Akteurin Helena Seifert Mirhamed durch. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Zur spielentscheidenden Szene kommt es in der 66. Minute: Die ESVerin Eileen Jansen verliert an der eigenen Strafraumgrenze das Laufduell gegen Spartas Ann-Kathrin Probst, erobert mit einer Grätsche aber direkt im Anschluss das runde Leder. Weil Probst zu Boden fällt, entscheidet Schiedsrichterin Caroline Hamka auf Strafstoß – und den verwandelt Große sicher.

Spartas Trainer Norbert Meyer gestand ein: „Das war womöglich eine Fehlentscheidung, schließlich hat sie den Ball getroffen.“ Die Unparteiische Hamka hingegen argumentierte: „Natürlich geht sie zum Ball, aber sie berührt auch die Gegenspielerin.“

ESV-Trainer Hans-Werner Wehmeyer verwies bei seiner Analyse des Spiels weniger auf diese strittige Szene, als vielmehr darauf, dass sich sein Team gegen den Favoriten stark präsentiert habe: „Sparta hatte zwar die reifere Spielanlage, aber vor allem mit der mannschaftlichen Geschlossenheit meines Teams bin ich hochzufrieden“, lobte er.

Bereits in der elften Spielminute brachte eine Kombination die Gastgeberinnen in Front: Nicht mehr als zwei Pässe waren nötig, um Spartas Hinterreihe zu überwinden: Mit einem Steilpass nach rechts außen wurde zunächst Stephanie Zur-Loye geschickt. Sie nahm den Ball kurz mit, ehe sie an den Elfmeterpunkt zu Janina Kellner flankte, welche mit einem wuchtigen Kopfball einnetzte.

Die größeren Torchancen hatte in der Folge Sparta: Zunächst vergab Juliane Jühne nach starker Mitnahme (18.). Anschließend hatte Neuzugang Katharina Kottrup den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber zweimal aus kurzer Distanz an ESV-Ersatztorhüterin Jaqueline Schulz (23., 31.). Diese vertrat die etatmäßige Torfrau Mariona Zani ausgezeichnet. Einen guten ersten Eindruck hinterließ auch Ramona Reichpietsch auf der rechten Seite.

Sparta-Coach Meyer war mit dem Remis unzufrieden: „Wir haben vier glasklare Chancen ausgelassen. So mussten wir permanent einem Rückstand hinterherlaufen“, klagte er, und glaubt, dass die Lockerheit gefehlt habe: „Wir können im Derby nicht das abrufen, was wir drauf haben.“
In der zweiten Hälfte waren Großchancen rar – bis sich schließlich nach gut einer Stunde die entscheidende Szene abspielte, zu der letzten Endes auch ESV-Coach Wehmeyer einen Kommentar abgab: „Die Leistung des Schiri-Gespanns war insgesamt sehr gut“, sagte er diplomatisch. „Aber dort hat es möglicherweise falsch gelegen.“

ESV RW: Schulz – Becker, Mirhamed, Volkmar, Stehl – Zur-Loye (70. Woltermate), Jansen (85. Hein), Diekgerdes, Wedekamp – Schuh, Kellner (80. Brandt). – Sparta: Hall – Wohltmann – Niederhofer, Böhme, Probst – Reinecke, Wilckens, Reichpietsch, Grosse – Jühne (71. Wistuba), Kottrup (65. Ritter). – Tore: 1:0 Kellner (11.), 1:1 Große (FE/67.).

Von Timo Holloway