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Fußball vor Ort Torjägerin Marie-Theres Kamp will Tageblatt-Pokal regelmäßig abstauben
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Torjägerin Marie-Theres Kamp will Tageblatt-Pokal regelmäßig abstauben
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00:18 22.07.2013
Auszeichnung für 37 Tore: Marie-Theres Kamp mit dem Tageblatt-Torjägerinnen-Pokal.
Auszeichnung für 37 Tore: Marie-Theres Kamp mit dem Tageblatt-Torjägerinnen-Pokal. Quelle: Heller
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Adelebsen

Doch anstatt ausgiebig zu jubeln, hält die Stürmerin des FC Lindenberg-Adelebsen kurz inne und zählt nach – ja, genau, mit ihrem 35. Saisontreffer hat sie die lange führende Franziska Huch von TSV Nesselröden im Rennen um den Tageblatt-Torjägerinnen-Pokal von Platz eins verdrängt.

„Mir war aber bewusst, dass ich nachlegen muss, weil Miriam Wedemeyer (34 Tore) auch noch oben dabei war“, denkt sich die 17-Jährige in diesem Moment. Kamp legt nach: zwei Treffer. SVG-Angreiferin Wedemeyer zwar auch, aber ein Tor zu wenig. Kamp sichert sich die Trophäe mit sage und schreibe 37 Saisontoren.

Dabei hatte die Adelebserin bis zur Winterpause keineswegs auf die Torjägerkanone spekuliert, denn erstens spielt sie ihre Premieren-Serie im Frauenbereich, und zweitens zwingt sie eine Bänderdehnung im rechten Fuß am Ende der Hinrunde zu einer sechswöchigen Zwangspause.

Zu erstens: Kamp, die von Haus aus im linken Mittelfeld angesiedelt ist, hat sofort den Respekt ihrer älteren Mitspielerinnen, spielt ihre Schnelligkeit aus und trifft nach Belieben. Zu zweitens: Kamp wird nach ihrem Comeback von ihren Mitspielerinnen mit Pässen gefüttert, spielt ihre Fähigkeiten im Eins-gegen-Eins aus und trifft nach Belieben.

Durch die Schwester  zum Fußball

Im Hinspiel gegen Wulften sind es sieben „Buden“ auf einen Streich. Ein anderes Mal erzielt Kamp ein Freistoß-Traumtor aus fast 20 Metern. „Mein schönster Treffer.“

Seit sie acht Jahre alt ist, spielt der Bayern-Fan mit Vorliebe für Thomas Müller Fußball. Durch ihre ältere Schwester Katharina sei sie dazu gekommen. „Anfangs war mein Ziel, so lange zu spielen, bis ich bei den Frauen dabei bin. Dann ging es spielerisch voran, und ich habe viel Leidenschaft entwickelt.“ Seither wurde ihr Vorname vermutlich öfters falsch geschrieben, als sie ein Training verpasst hat.

In der neuen Saison weht Kamp allerdings ein rauerer Wind entgegen. Ihr anstehendes Projekt nur als Herausforderung zu bezeichnen, ist schwer untertrieben: Die Linksfüßerin wechselt zum hessischen Süd-Regionalligisten TSV Jahn Calden und überspringt ganze drei Ligen.

An der Schnelligkeit arbeiten

Im Winter ist sie erstmals zum Probetraining beim Verein der ehemaligen Göttingerin Fabienne Schlieper gewesen. „Der Trainer wollte mich dann noch dreimal austesten. Aber schon bei der nächsten Einheit war klar, dass ich nach Kassel kommen soll“, freut sich Kamp.

Zweimal wöchentlich muss die dann im Abistress steckende Schülerin des Otto-Hahn-Gymnasiums zum Training, wird ihre Wochenenden bei Auswärtsspielen in Nürnberg, Hoffenheim oder München verbringen. „Da muss ich mich ganz schön reinhängen, denn nur auf der Bank will ich nicht sitzen.“

Dafür müsse die ehrgeizige Offensivakteurin in erster Linie an ihrer Schnelligkeit arbeiten, taktisch sei sie auf einem Level mit ihren neuen Mitspielerinnen.

Und was geschieht nun mit dem heiß begehrten Pokal? „Der kommt zu den anderen ins Regal und wird alle eineinhalb Jahre abgestaubt.“

Von Rupert Fabig