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Fußball vor Ort Vertreter des Göttinger Fußballs sprechen von brutalem Foul
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Vertreter des Göttinger Fußballs sprechen von brutalem Foul
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19:10 07.03.2012
Peruaner im Tiefflug: Paolo Guerrero senst an der Eckfahne Sven Ulreich um.
Peruaner im Tiefflug: Paolo Guerrero senst an der Eckfahne Sven Ulreich um. Quelle: Sky/dpa
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Göttingen

Die Trainer der heimischen Landesligisten und des Oberligisten RSV 05 sprechen von einem brutalen Foul. Die Strafe sei angemessen, sagen die einen, die Sanktion falle um zwei Spiele zu hart aus, sagt Sparta-Trainer André Metenyszyn. SVG-Coach Knut Nolte hält nichts von mildernden Umständen für den Peruaner: „Das war Vorsatz. Er wollte den Gegner verletzen“, sagt er.

„Aus meiner Sicht ist das Urteil in Ordnung“, unterstreicht auch Christian Rahlfs, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses des Kreises Göttingen. „Wenn ein Spieler einen Torwart bis zur Eckfahne verfolgt und auf Kniehöhe ohne die Möglichkeit auf den Ball so reintritt, ist das bald nicht mehr rücksichtslos.“ Das Reglement sieht für sogenanntes rücksichtsloses Verhalten eine rote Karte als Strafe vor. Für Rahlfs hatte Guerreros Foul jedoch eine andere Qualität: „Das war hammerhart“, sagt der Schiedsrichter.

„Es gab schon schlimmere Fouls“, sagt Jozo „Jelle“ Brinkwerth, Trainer des Oberligisten RSV 05. Allerdings: „Er ist bis zur Eckfahne hinterhergelaufen und dort in die Beine gerauscht. Da sind acht Wochen normal, wenn nicht zu wenig.“ Das Foul sei schließlich nicht aus einer Hektik heraus entstanden, „dass man irgendwo hingrätscht, und der andere dreht sich weg“. Brinkwerth hat die Szene eher an eine Schlägerei vor der Kneipe als an Fußball erinnert.

Zivilrechtliche Folgen

„Guerrero hat eine Verletzung billigend in Kauf genommen“, bekräftigt Nolte. „Ulreich hätte über Wochen und Monate, vielleicht sogar für immer seinen Beruf nicht mehr ausüben können.“ Der Peruaner könne froh sein, dass das Foul für ihn nicht noch zivilrechtliche Folgen hat. „Wenn ich eine Tätigkeit ausübe, kann ich nicht einfach auf den Kollegen losgehen und ihm eine donnern.“

Sparta-Coach Metenyszyn sieht vor allem Guerreros Klub, den Hamburger SV, in der Pflicht. „Auch im Hinblick darauf, dass sich Guerrero in der Vergangenheit schon einen Flaschenwurf geleistet hat, ist es Aufgabe des Vereins, ihm eine ordentliche Strafe aufzubrummen“, sagt der bekennende HSV-Fan. „Er soll auch für die Jugend ein Vorbild sein, aber so, wie er sich präsentiert, ist das nicht gut für den Verein.“ Andererseits hält Metenyszyn die Verbandsstrafe für zu hart: „Fünf bis sechs Spiele hätten auch gereicht. Es war ein brutales Foul, aber acht Spiele sind schon sehr hart.“

Von Eduard Warda