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2011 22. Sparkasse & VGH Cup: Wiener „Gazellen“ begeistern die Zuschauer
22. Sparkasse & VGH Cup: Wiener „Gazellen“ begeistern die Zuschauer
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14:45 15.01.2014
Quirliger Jungspund: Der 15-jährige Peter Michorl (r.), hier verfolgt vom SVGer Adrian Busching, schoss für Austria Wien sieben Tore.
Quirliger Jungspund: Der 15-jährige Peter Michorl (r.), hier verfolgt vom SVGer Adrian Busching, schoss für Austria Wien sieben Tore. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Wie schon im Vorjahr überzeugten die österreichischen A-Junioren, die in einer Nachwuchsakademie trainieren, beim Sparkasse & VGH-Cup durch tollen Kombinationsfußball. Die Lauffreudigkeit der Österreicher bekamen auch die Spieler vom FC Grone und dem 1. FC Werder Münden zu spüren: Jeweils zwölf Tore schenkten ihnen die Wiener ein.

„Natürlich wollen wir den Turniersieg – aber den wollen andere auch“, sagte Austria-Coach Herbert Gager nach Abschluss der Vorrunde. Weil das Turnier aber „hochkarätig besetzt“ sei, spiele laut Gager in den entscheidenden Momenten auch Glück eine Rolle. Dieses Glück fehlte im vergangenen Jahr, als Austria Wien sich im Finale dem FSV Mainz 05 im Elfmeterschießen geschlagen geben musste.

Während die Austria-Spieler um Martin Demic im Angriff zwar tolle Spielzüge zeigten, aber bisweilen Abgeklärtheit vermissen ließen, überzeugten sie in der Defensive auf ganzer Linie: Der FK kassierte in der Lotto-Gruppe nur zwei Gegentreffer – gemeinsam mit dem Gruppensieger FC Schalke 04 die wenigsten des Turniers.

Ebenso wie die anderen regionalen Vertreter hatte auch die SVG gegen Wien nicht den Hauch einer Chance. „13 Minuten sind gegen solch eine starke Mannschaft eine verdammt lange Zeit“, erkannte SVG-Kapitän Björn Tappe, dem die Anstrengung nach der 0:6-Niederlage ins Gesicht geschrieben stand.

„Optimal aufeinander abgestimmt“

Das Austria-Talent Nikon El Maestro lief in der Lokhalle wegen einer Operation an der Nasenscheidewand nicht auf. Statt des serbischen U-19-Nationalspielers sorgte Peter Michorl für Aufsehen: Als jüngster Spieler des Turniers traf der Linksfuß allein in der Vorrunde sechsmal – genau so oft trainiert das Ausnahmetalent wöchentlich auch in der Nachwuchsakademie.

„Training und Schule sind dort optimal aufeinander abgestimmt“, sagt der 15-Jährige. Die Bedingungen seien „einfach super“. Als „einfach super“ bezeichnet Michorl auch die Atmosphäre in der Lokhalle. Dass einige seiner Gegenspieler bei dem Göttinger Turnier drei Jahre älter waren, schien Michorl nicht zu stören. So markierte er im abschließenden Vorrundenspiel gegen den Hamburger SV eiskalt den Ausgleich zum 1:1-Endstand.

Einen wichtigen Treffer steuerte der junge Österreicher auch in der Zwischenrunde bei: Im Spiel gegen den 1. FC Köln zog er zuerst rasch nach außen und hämmerte dann mit links das Leder zum 2:1 ins lange Eck. „Ich will Profi werden“, sagt Michorl entschlossen – ähnlich entschlossen, wie der 15-Jährige auf dem Kunstrasen auch an seinen Gegnern vorbeizog.

Von Timo Holloway