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Sotschi 2014 Slalom-Siegerin Andrea Rothfuss wandelt in den Spuren ihres Vorbilds
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21:47 12.03.2014
Von Mark Bambey
Braucht keinen gebogenen Skistock, um paralympisches Gold im Slalom zu gewinnen: die deutsche Fahnenträgerin Andrea Rothfuss. Quelle: dpa
Krasnaja Poljana

„Gold fehlt mir noch in meiner Sammlung“, hatte Rothfuss am Tag der Eröffnung noch gesagt. 

Nun präsentiert sie mit schwarz-rot-gold-lackierten Fingernägeln endlich auch stolz das wertvollste Edelmetall. „Die bekommt einen ganz besonderen Platz in meiner Medaillensammlung“, sagte Rothfuss im bei starkem Schneefall nur spärlich besetzten Alpin-Stadion Rosa Khutor jubelnd. „Ich bin jetzt schon mächtig erleichtert, es ist enorm viel Druck von mir abgefallen.“

Trotz ihrer erst 24 Jahre gehört die Loßburgerin schon zu den Routiniers im Team von Bundestrainer Justus Wolf. Rothfuss, der seit der Geburt die linke Hand fehlt, startet bereits das dritte Mal bei Paralympischen Winterspielen. 2006 in Turin/Sestriere feierte sie ihr Paralympics-Debüt, mit Silber im Riesenslalom übertraf sie alle Erwartungen. Vier Jahre später in Vancouver ließ sie zweimal Silber (Riesenslalom, Slalom) und zweimal Bronze (Super-G, Abfahrt) folgen.

Behinderung keine Entschuldigung

Ihre Behinderung habe die Schwarzwälderin nie als potenzielle Entschuldigung gesehen. Viel eher habe die Einschränkung in ihr eine „Jetzt-erst-recht-Einstellung“ ausgelöst. „Ich kämpfe nicht gegen meine Behinderung, sondern mit meiner Behinderung und mache das beste daraus“, betont Rothfuss. Dieses Motto beherzigt die Soziologie-Studentin aus Innsbruck auch abseits des Sports in ihrem Privatleben und unterstreicht: „Ich wollte nie eine Sonderstellung.“ Die junge Athletin gilt als bodenständig, in ihrer Freizeit kocht und häkelt sie gern.

Zum Skifahren ist Rothfuss bereits im Alter von sechs Jahren gekommen. Im Ski-Resort Rosa Khutor will sie unbedingt ihrem großen Idol Katja Seizinger nacheifern. Die dreimalige Sportlerin des Jahres gewann 1994 und 1998 insgesamt dreimal Olympia-Gold. Im Fernsehen habe Rothfuss Seizingers Rennen verfolgt und sei besonders von den gebogenen Ski-Stöcken begeistert gewesen.

„Ein paar Jahre später bin ich aus dem Lift gefallen, habe mich mit meinem Skistock abgestützt und hatte endlich auch meinen gebogenen Stock“, erinnert sie sich schmunzelnd. Mit ein wenig Glück kann sie noch in Russland nach Goldmedaillen mit ihrem Idol gleichziehen. Bei der noch ausstehenden Super-Kombination und dem Riesenslalom wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit ihrer im Slalom ausgeschiedenen Hauptkonkurrentin Marie Bochet aus Frankreich erwartet.

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