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Soziale Talente Christine Quanz ist begeisterte Handballerin des MTV Geismar
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17:35 02.09.2009
Handballerin Christine Quanz.
Handballerin Christine Quanz. Quelle: SPF
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Blauer Himmel, Sonne, Schwimmbadwetter? Nichts für Christine Quanz. Ihre Welt ist die Sporthalle, genauer gesagt der Handball. Blau-weiße Turnschuhe, drei Meter breite Tore und der 350-Gramm-Ball, das ist ihr Leben. Man kann beinahe sagen, Christine Quanz lebt Handball. Und zwar jeden Tag. B-Jugend, A-Jugend, die erste Damenmannschaft, das zweite Damenteam: Montags bis sonntags steht sie in der Sporthalle der IGS in Geismar und trainiert und gibt Training. Mehrere Stunden täglich.

Dabei war der erste Ball, der die 23-Jährige interessierte, doppelt so groß und schwer wie ein Handball. Basketball war anfangs ihr Sport, bis eine Freundin, die mit ihr im Haus wohnte, sie mit zum Handballtraining des MTV Geismar nahm. „Das hat richtig Spaß gemacht, war temporeich, und das Torewerfen war toll“, sagt Quanz, die ein Jahr parallel Basketball und Handball spielte, ehe sie endgültig Tore gegen Körbe tauschte. Acht Jahre war sie da alt und trainierte einmal in der Woche als E-Juniorin im Süden Göttingens.

Die Leidenschaft für den Handballsport ließ sie nicht mehr los. Sie durchlief sämtliche Jugendteams, spielte in der A-Jugend Landesliga, dann 1. Damen und wechselte in die Zweite, „weil ich da mehr Spielanteile habe“. Dort gehört die 1,67-Meter große Sportlerin zum Stamm des 15-köpfigen Kaders. Spielen tut sie „überall. Nur nicht im Tor“, sagt sie. „Aber am liebsten Rückraum Rechts- oder Linksaußen.“

Ihre Begeisterung für den Sport, der nach Fußball zu den beliebtesten Mannschaftssportarten Deutschlands gehört, gab sie früh an andere weiter. Abteilungsleiter Jens Schwerdt fragte die damals 15-jährige Christine vor acht Jahren, ob sie nicht bei den E-Juniorinnen mithelfen wolle. Quanz ging mit zum Training und blieb begeistert am Ball. Wo sie einst selbst angefangen und die ersten Dribbelversuche unternommen hatte, half sie jetzt den jungen Handballerinnen dabei, Spielverständnis zu entwickeln, Ballbehandlung zu erlangen und Teamverständnis. „Vor allem spielen, spielen, spielen, heißt das Motto in der E-Jugend“, sagt Quanz.

Spielen, spielen, trainieren, trainieren, könnte ihr persönliches Motto sein. Die damalige E-Jugend trainiert sie noch immer – inzwischen als B-Jugend. Außerdem hat sie die A-Juniorinnen übernommen, spielt in der zweiten Damenmannschaft und trainiert bei der ersten mit, „weil ich davor eh’ in der Halle bin“. So steht sie jeden Tag ab Nachmittag oder frühem Abend in der Sporthalle, und am Wochenende geht es dann mit drei Teams zu Punktspielen. „Es macht einfach viel Spaß“, sagt die dunkelblonde Handballerin mit der freundlichen Stimme, die aber auch mal deutlicher in der Ansprache werden kann: „Wenn die Mädels mir nicht zuhören, lasse ich sie auch mal laufen.“

Voller Terminkalender

Auch beruflich hatte sie als Bürokauffrau bei der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH viel mit Sport zu tun. Inzwischen arbeitet sie beim Grätz-Verlag in Ziegenhagen, bevor es nach der Arbeit in die Sporthalle geht. Manchmal, gesteht die 23-Jährige, habe sie auch keine Lust, „aber wenn ich dann in der Halle stehe, lohnt es sich immer“. Für ihre Freundinnen ist es zwar nicht immer leicht, sich mit Christine zu treffen, und erreichbar ist sie auch schwer, „aber irgendwie klappt das doch immer“. Anders machen wollen würde sie jedenfalls nichts. Sie lebt für den Handball und will das auch weiter tun.

Von Manuel Becker