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Soziale Talente Ju-Jutsu als Lebenseinstellung
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18:06 22.07.2009
Sieht Ju-Jutsu als Lebenseinstellung: Marvin Süszer.
Sieht Ju-Jutsu als Lebenseinstellung: Marvin Süszer. Quelle: SPF
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Er ist so ganz anders, als man sich einen Kampfsportler vorstellt: Schlaksig, jungenhaft, mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen und immer gut gelaunt. Gewalt lehnt Marvin Süszer dann auch prinzipiell ab, spricht von seinem Engagement im Ju-Jutsu als einer „Lebenseinstellung“. Den Werten des Budo, der alle Kampfkünste umfassenden Philosophie gemäß zu leben, ist Grundlage dieser Einstellung. Sie beinhaltet Respekt vor dem Gegner, vor sich selbst und vor seinen Mitmenschen im Allgemeinen. Nicht umsonst lautet die Übersetzung für Ju-Jutsu „die sanfte Kunst“.

Seinen Sport betreibt der sechzehnjährige Braungurtträger, der dieses Jahr seinen Realschulabschluss gemacht hat und ab August die IGS besuchen wird, seitdem er sechs ist. „Mit der Muttermilch aufgesogen“ hat er ihn, schließlich besitzt Mutter Vinka den 1. Dan (Schwarzgurt) in Ju-Jutsu sowie Karate, Vater Gustav dagegen den 1. Dan in Karate sowie den 3. in Iaido (japanischer Schwertkampf).

Neben seinen eigenen sportlichen Aktivitäten, von denen er hofft, dass sie ihm einen Schwarzgurt einbringen werden, „danach gucken wir mal, was kommt“, liegt Marvin, der übrigens später gerne Medizin studieren möchte, die Weitervermittlung seines Wissens und Könnens an Andere, vor allem Jugendliche, am Herzen. Er hat beim Landessportbund die Ausbildung zum Sportassistenten absolviert, das heißt, er darf einem Übungsleiter assistieren und unter Aufsicht selber Gruppen anleiten. Als nächstes steht dieses Jahr die „Juleica“, die Jugendleitercard an, und in zwei Jahren, wenn er volljährig ist, will er die Übungsleiterlizenz erwerben. Darüber hinaus wird er kommendes Schuljahr an der Voigt-Realschule, wo er seinen Abschluss gemacht hat, gemeinsam mit Rektor Peter Stahr einen Lehrgang zur Gewaltprävention anbieten. Bei Mission Olympic hat er auf dem Stand seines Vereins Hara Göttingen seinen Sport vielen Zuschauern nähergebracht. Und schließlich tingelt er mit dem Präsidenten des Niedersächsischen Ju-Jutsu Verbandes, Heinrich Conrads (7. Dan), regelmäßig kreuz und quer durchs Bundesland, um auf Lehrgängen bei der Demonstration von Griffen und Techniken als dessen Partner zu fungieren.

Von Hauke Rudolph