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Sportler der Woche Heiko Bernheiden vom TSV Landolfshausen
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18:11 22.05.2014
Heiko Bernheiden vom TSV Landolfshausen
Heiko Bernheiden vom TSV Landolfshausen Quelle: EF
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Göttingen

Wenige Minuten zuvor hatte der 22-Jährige noch seine 1,92 Meter nach einer Flanke in die Höhe geschraubt und den TSV Landolfshausen zur Meisterschaft in der Fußball-Bezirksliga geköpft. Sein anschließender Jubelsturmlauf wird jäh gestoppt, indem sich sämtliche TSV-Akteure im Überschwang ihrer Freude auf Bernheiden schmeißen.

Der Innenverteidiger erleidet dabei Rippenprellungen und eine Rippenblockade. Für die anschließende, „ausgelassene Aufstiegsfeier“ ist Bernheiden somit nur bedingt fit. „Viel Spaß hat es aber dennoch gemacht“, versichert er.

Inzwischen gehe es ihm aber wieder „erstaunlich gut“, sagt Bernheiden. Dabei muss er einen Tag nach dem Spiel sogar in die Notaufnahme. „Ich dachte, mir sticht etwas in die Lunge. Aber im Krankenhaus wurde mir gesagt, dass alles in Ordnung ist und die Schmerzen nur an den Quetschungen liegen.“

Dass Bernheiden Bezirksliga-Meister und Aufsteiger in die Landesliga wird, ist vor drei Jahren nicht ersichtlich gewesen. Damals hatte der im 3000-Einwohner-Ort Lütjensee in Schleswig-Holstein aufgewachsene Reise-Liebhaber nach über zweijähriger Pause beim TSV Jühnde in der Kreisklasse sein Comeback gegeben.

Mannschaftliche Geschlossenheit

„Irgendwann haben mich dann bei der Uni-Liga Spieler aus Landolfshausen angesprochen“, erinnert sich Bernheiden, der in Göttingen wohnt und dort Politik sowie Volkswirtschaftslehre studiert. Auch Ingo Müller, Trainer der „Studentenmannschaft“ des TSV, habe frühzeitig Interesse signalisiert. Und kaum geht Bernheiden einmal zum Training auf den kleinen Sportplatz mit einer Kuhweide direkt hinter einem der Tore, ist es um ihn geschehen: „Du trainierst einmal mit und willst nie wieder weg. Der Zusammenhalt in der Truppe ist irre.“

Die mannschaftliche Geschlossenheit sei einer der Hauptgründe für den souveränen Aufstieg der Landolfshäuser gewesen, vermutet Bernheiden. Zudem sorge Trainer Müller mit seinem „taktischen Auge“ stets für Ordnung. „Ingo hat einen langfristigen Plan für uns. Durch seine gute Arbeit sind wir in der Lage, auch während eines Spiels das System zu verändern, ohne dass ein Bruch entsteht“, betont Bernheiden, der in seiner Freizeit Italienisch und Arabisch lernt und Bücher des Russen Fjodor Dostojewski liest.

In der Landesliga sei der TSV keineswegs chancenlos. „Die Klasse, um in der Liga zu bleiben, haben wir. Entscheidend ist, dass wir uns auf unsere guten defensiven Tugenden besinnen.“ Gegen ein entscheidendes Kopfballtor gegen den Abstieg kommende Saison hätte Bernheiden nichts einzuwenden. Dann allerdings bitte ohne Rippenprellungen.

Von Rupert Fabig