Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Tour d'Energie 2014 Tour d'Energie Göttingen: Carsten Nagel schon seit Beginn dabei
Sportbuzzer Mehr Themen Tour d'Energie Tour d'Energie 2014 Tour d'Energie Göttingen: Carsten Nagel schon seit Beginn dabei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 28.04.2014
Am Hohen Hagen: Carsten Nagel bewältigt den Anstieg. Quelle: EF
Anzeige
Göttingen

Denn der 53-Jährige arbeitet bei der Sparkasse Göttingen, einem der Hauptsponsoren des Rennens. „Das ist seitens des Veranstalters auch ein bisschen als Würdigung zu verstehen“, sagt Nagel, dessen 100-Kilometer-Schleife morgen um 10.45 Uhr an der Sparkassen-Arena losgeschossen wird.

Rund 70 Fahrer haben seit Beginn der von Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), Tuspo Weende und Bicikletten veranstalteten Tour im Jahr 2005 sämtliche Rennen mitgemacht. „Das erste Mal war schon etwas Besonderes“, berichtet Nagel. Er schaffte in seiner Altersklasse einen Treppchenplatz und belegte im Gesamtklassement den 32. Platz. „Meine Tochter war dabei, und mein Chef, Herr Hald, nahm die Siegerehrung vor.“

Anzeige

Das beste Ergebnis erzielte Nagel aber 2008: In einem von Taktik geprägten Rennen über damals 80 Kilometer bog er sogar als Zweiter auf die Göttinger Wiesenstraße ein. „Ich trat an, aber die Zielgerade war zu lang“ – Nagel wurde schließlich Elfter.

"'Ne Menge Kraft machen"

Seit die Bergwertung eingeführt wurde, hat der 88 Kilogramm schwere Athlet allerdings keine Chance mehr auf einen Platz ganz vorn. Im vergangenen Jahr belegte er den 180. Rang – seine bisher schlechteste Platzierung und Motivation genug, morgen noch mal anzugreifen. „An der ersten Steigung bei Deiderode will ich mit der ersten Gruppe mitgehen, auch in Hemeln kann ich mit Kraft ’ne Menge machen“, erläutert Nagel.

Am Hohen Hagen, dem Dach der Tour d’Energie, muss er dann meistens schon gleich zu Beginn des Anstiegs abreißen lassen. „Mein Ziel ist es, in die Nähe der Top 100 zu kommen.“ Die ersten Fahrer der großen Schleife werden gegen 13.15 Uhr im Ziel an der Bürgerstraße erwartet.

Der Sparkassen-Angestellte fährt für das Nutritionteam, mit dem er sich auf Mallorca vorbereitet hat. Das Gemeinschaftsgefühl, vor allem das gemeinsame Frühstück, schätzt er auch an der Tour d’Energie – neben „der sehr anspruchsvollen Strecke und der perfekten Organisation.“

"300 Meter entfernt vom Berg, der mich zerlegt"

Nagel spielt auch gern Basketball, aber am Radsport schätzt er, „dass man sich allein überwinden muss. Außerdem liebe ich die Geschwindigkeit, die Natur und die Jahreszeiten. Radfahren ist für mich auch eine Lebenseinstellung, die mir Kraft gibt.“ Das tat auch kürzlich das Rennen Rund um Köln, bei dem er über 70 Kilometer unter 2000 Startern den 32. Platz belegte.

Im vergangenen Jahr in Berlin wurde er über 60 Kilometer unter 7000 Teilnehmern sogar Zehnter. Dabei bricht der 52-Jährige zu Trainingsfahrten stets in Dransfeld auf, seinem Wohnort. Auch für die zehnte Auflage der Göttinger Tour. Er wohne „300 Meter entfernt vom Berg, der mich zerlegt“ – dem Hohen Hagen.

Nagel und die anderen Teilnehmer müssen sich morgen auf widrige Bedingungen einstellen: Die Meteorologen prognostizieren durchwachsenes Wetter mit zum Teil gewittrigem Regen. „Es sieht nicht sehr gut aus“, sagt Harald Frischtatzky von der Wetterwarte Göttingen.

Die Temperaturen reichten dabei von 15 bis 19 Grad, die Chance auf sonnige Abschnitte sei eher gering. Erst am Montag werde das Wetter wieder besser, sagt Frischtatzky voraus – aber das hilft den Tour-Teilnehmern dann auch nicht mehr.

Von Eduard Warda