Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
WM 2010 Fanmeilen vor letztem Deutschland-Spiel mäßig besucht
Sportbuzzer Mehr Themen WM 2010 Fanmeilen vor letztem Deutschland-Spiel mäßig besucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:11 10.07.2010
Quelle: afp
Anzeige

Brütende Sonne und glühend heißer Asphalt - zum Deutschland-Spiel um den dritten Platz der Fußball-Weltmeisterschaft (20.30 Uhr) hat sich am Sonnabend die Lust der Fans auf gemeinsames Jubeln in Grenzen gehalten. Auf der größten deutschen Fanmeile in Berlin war das Interesse im Vergleich zu früheren Spielen der Nationalmannschaft eher mäßig, wie Ordner berichteten. Zum Spielbeginn waren nur einige zehntausend Menschen auf die Straße des 17. Juni gekommen - trotz der Vorhersage von Orakel-Krake Paul auf deutsches Bronze. Unterdessen kritisierte Franz Beckenbauer den Verzicht der Nationalmannschaft auf eine gemeinsame Abschlussparty mit den Fans in Berlin.

In Hamburg lockte das Spiel zunächst nur etwa 4000 Fans auf das Heiligengeistfeld. Kurz vor Anpfiff der Partie um WM-Platz drei zwischen Uruguay und Deutschland füllte sich der riesige Platz vor der 70 Quadratmeter großen Leinwand nur langsam.

Anzeige

Auch im Westen der Republik kamen die Menschen nur zögerlich. So waren rund eineinhalb Stunden vor Spielbeginn erst 3000 Menschen in der Kölner Lanxess Arena - die rund 18 000 Zuschauern Platz bietet. „Ob es am Wetter liegt? Es sind jedenfalls erstaunlich wenig im Vergleich zu den Spielen davor“, sagte Arena-Sprecher Karsten Meier. Weil es die Fans vor allem in die klimatisierte Halle zog, schlossen die Veranstalter den Außenbereich, der bei den vergangenen Spielen bis zu 15 000 Fußballbegeisterte aufgenommen hatte.

Ähnlich die Lage in Dortmund: Auf dem Friedensplatz mit einer Kapazität von bis zu 15 000 hatten sich erst 500 Fans versammelt. in anderen Städten war die Beteiligung ziemlich gering - etwa in Dortmund. Die große Hitze in Deutschland mit Temperaturen um die 35 Grad, die auch am Abend noch über dem Land lag, ließ doch viele eine andere Wahl für die Freizeit treffen.

Unter den Händlern auf der Berliner Fanmeile wächst unterdessen die Unzufriedenheit mit der organisierten Party-Zone auf der Straße des 17. Juni. Die Geschäfte seien nicht gut, sondern „mehr schlecht als recht“ gelaufen, sagte eine Sprecherin der Veranstalter der „Berliner Zeitung“ (Samstag). Zwar kamen nach Angaben der FIFA knapp 1,5 Millionen Menschen zu den Live-Übertragungen der WM-Spiele. Vor vier Jahren, bei der Weltmeisterschaft in Deutschland, waren es aber 9 Millionen, sechsmal so viel Besucher wie in diesem Sommer.

Allerdings begann die Fanmeile 2006 direkt am Brandenburger Tor, war deutlich länger und hatte an viel mehr Tagen geöffnet. Dieses Mal steht die Hauptbühne an der Siegessäule. Trotzdem hofften die Veranstalter für das Spiel um den dritten Platz am Samstagabend zwischen Deutschland und Uruguay sowie für das Endspiel am Sonntag zwischen Niederlande und Spanien (jeweils 20.30 Uhr) noch einmal auf Hunderttausende Besucher.

In einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung (Samstag) schrieb Beckenbauer: „Ich halte die Entscheidung für falsch.“ Er bedauere, dass sich die Mannschaft nicht in Deutschland bei ihren Fans bedankt. Ein für kommenden Montag oder Dienstag nach der Rückkehr von der WM geplantes Dankesfest auf der Straße des 17. Juni wie nach der WM 2006 im eigenen Land hatte das Team am vergangenen Donnerstag abgesagt. Kapitän Philipp Lahm hatte es als „unpassend“ bezeichnet, sich zwei Tage nach dem Spiel um Platz drei gegen Uruguay feiern zu lassen.

dpa