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Sportmix Benefizgala: Vertikaltuch-Akrobatin und Jazzdance-Gruppe sind voller Vorfreude
Sportbuzzer Sportmix Benefizgala: Vertikaltuch-Akrobatin und Jazzdance-Gruppe sind voller Vorfreude
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18:39 28.11.2019
GSO-Chefdirigent Nicholas Milton mit der Vertikaltuch-Akrobatin Christa Idel (Tuspo Weende) Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Zu dem Stück Wonder Woman, der gleichnamigen Comicverfilmung aus dem Jahr 2017, steht die Vertikaltuch-Akrobatin Christa Idel bei der Sport meets Music Gala auf die Bühne. Die 24-jährige Studentin tritt in einer Form der Luftakrobatik, bei der ein langes Tuch an der Decke befestigt wird, auf. „Man wickelt sich in das Tuch ein, macht Salti. Ich bin dabei auch schon gefallen und hab mir einige Verbrennungen zugezogen – gefährlich ist aber alles“, sagt Idel, die aber zugibt, dass man grundsätzlich nicht alleine trainieren solle.

Die Akrobatin des Tuspo Weende trainiert hart, außerhalb des Semester sogar bis zu sechs Mal in der Woche. Zudem führt sie zusätzlich drei Gruppen – Kinder und Fortgeschrittene. Ein Tuch, mit dem die akrobatischen Darbietungen vollzogen werden, richte sich immer nach der Deckenhöhe der jeweiligen Halle. „Beim Hochschulsport sind es mindestens vier Meter, in Weende sogar sechs. Im Schwimmbad bin ich auch mal aufgetreten – an dem 10-Meter-Turm“, so die 24-Jährige. Öffentliche Auftritte gehören ansonsten eher nicht zum Tagesgeschäft. Ein Highlight sei jedes Jahr die Veranstaltung „Hochschulsport goes Dance“, bei der Idel gut fünf Minuten auf der Bühne steht.

Gute Ausdauer notwendig

In der Regel dauern die Auftritte mit dem Vertikaltuch bei etwa drei bis vier Minuten – so lang wie ein Musikstück. „Das ist schon ziemlich anstrengend und verlangt eine gute Ausdauer. Mein längster Auftritt war gut acht Minuten“, erzählt die Idel, die seit fünf Jahren regelmäßig trainiert. In ihrem ersten Semester an der Göttinger Universität begannt die Studentin zunächst mit dem Einradfahren, wechselte dann aber schnell zur Vertikaltuch-Akrobatin und übernahm sofort auch Trainingsgruppen.

Das Stück „Wonder Woman“ von Rupert Gregson-Wiiliams, in der es um eine Amazonenkriegerin, die die Welt retten soll, geht, hätte Idel jedoch nicht ausgewählt. „Normal bewege ich mich lieber zu Liedern mit Text. Ansonsten passt es vom Inhalt her ganz gut. Ich werde fliegen und mit den Füßen nicht den Boden berühren“, so die Akrobatin. Die einzige Solistin bei der Benefizgala in der Sparkassen-Arena freut sich besonders darauf, die anderen Gruppen zu sehen, da sie nach einem kurzen Intro als Erstes auf der Bühne stehen wird.

„Ansonsten höre ich klassische Musik eher seltener, aber ich kenne den Titel und mag die Musik. Ich möchte einfach zeigen, was ich kann“, so die Lehramtsstudentin für Sport und Chinesisch.

Jazzdance-Gruppe aus Weende

Zur Coverversion von Britney Spears „Toxic“ tanzt die Jazzdance-Gruppe Skill vom Tuspo Weende. Die Gruppe besteht aus etwa 15 Tänzerinnen und trifft sich zwei- bis dreimal pro Woche zum Training. Zudem nehmen die jungen Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren an Wettkämpfen des Niedersächsischen Turnerbundes teil. Bei den Deutschen Meisterschaften in Augsburg belegte die Jazzdance-Gruppe einen Top-Ten-Platzierung.

„Alle Tänzerinnen studieren oder befinden sich in einer Ausbildung. Mit dem einstudierten Tanz treten wir immer eine gesamte Saison auf“, sagt Nina Böse, die seit sechs Jahren in der Gruppe tanzt. Geleitet wird die Gruppe von Hannah Semm. Dem Auftritt bei Sport meets Music fiebern Böse und Mai Thanh Vu besonders entgegen. „Wir sind zum ersten Mal mit dabei und freuen uns auf eine coole Zuschauerkulisse und die Stimmung in der Halle“, so Vu, die mit 16 Jahren mit dem Tanzen begonnen hat.

Der Auftritt zum Hit von Britney Spears verspricht eine gute Show. „Das wird nicht so, wie man es kennt, aber auf jeden Fall sexy“, verrät Böse. Einen Bezug zur klassischen Musik haben indes Beide – Böse spielte bereits in der Schule im Orchester und Vu hört insbesondere beim Lernen für die Uni gern klassische Musik. „Bei der Göttinger Nacht der Filmmusik bin ich wieder dabei“, ergänzt Vu.

KAZ-Akrobaten sind zum dritten Mal dabei

Annette Ströbel, Conny Bellersen und Bernhard Fechner sind drei der etwa zehn Akrobaten, die bei der Sport meets Music Gala auftreten werden. Das Stück „Chaccone in G minor“ von Henry Purcell kommt den drei Gruppenmitgliedern sehr bekannt vor. „Das ist eine Nummer, die wir von den Händelfestspielen noch einmal aufgreifen“, erzählt Annette Ströbel. Zweimal wöchentlich trainieren sie im KAZ am Jungen Theater. Die Akrobaten bezeichnen sich selbst als „Laiengruppe, die aus Begeisterung und Freude“ auftreten.

Etwa 15 Mitglieder, die im Alter zwischen 40 und 60 Jahren sind, treten bei diversen Veranstaltungen auf. Bei der Benefizgala Sport meets Music sind die Akrobaten bereits zum dritten Mal dabei. „Ich finde es toll, dass wir mit hochrangigen Musikern auftreten können. Zugleich ist es eine ungewohnte Erfahrung, sich zu Live-Musik zu bewegen. Das Zusammenspiel von Orchester und Bewegung macht es sicher aus“, sagt Fechner.

Die Choreographie der Akrobaten ist auf das musikalische Purcell-Werk ausgelegt. „Wir sind neugierig auf unseren Auftritt und freuen uns, dass wir neue Gesichter sehen werden“, so Ströbel. Alle drei hören in der Freizeit gern klassische Musik, aber auch mal Barock. Das Besondere der Laiengruppe sei, dass es keine richtige Leiterin gebe.

„Ich bin immer etwas nervös, aber wenn ich auf der Bühne stehe, ist es meistens weg“, so Bellersen über das übliche Lampenfieber. In der Sparkassen-Arena werden die Akrobaten vor mehr als 1000 Zuschauern auftreten. Gespannt ist Trio auf die anderen Gruppen. „Bei Britney Spears würde ich glatt dabei sein“, verrät Fechner.

Wenn die Benefizgala „Sport meets Music“ am Sonntag, 1. Dezember, um 18 Uhr beginnt, stehen für den GSO-Chedirigenten Nicholas Milton und Geschäftsführer Sven Halfar Premieren an. Beide sind zum ersten Mal beim Event in der Sparkassen-Arena dabei – im Gegensatz zu Geiger Thomas Scholz, der schon einige Veranstaltungen mitgemacht und dabei viele neue Eindrücke gewonnen hat.

Nicholas Milton (GSO-Chefdirigent): „Wir freuen uns auf das Event. Die Musik wird mitreißend, ein breites Repertoire steht den Zuschauern bevor. Es hat richtig Spaß gemacht zu den Videos der einzelnen Gruppen die passende Musik auszuwählen. Das GSO ist ein Juwel der Stadt. Wir haben die Chance auf neues Publikum. Vor allem wollen wir einen tollen gemeinsamen Abend mit den Sportlern verbringen. Am Ende der Veranstaltung wird es noch ein großes Finale auf der Bühne geben.“

Sven Halfar (Geschäftsführer des GSO): „Das ist für mich eine Premiere, ich freue mich, dass ich zum ersten Mal bei der Veranstaltung dabei sein werde. Vor allem finde die Kombination aus Musik und Sport richtig toll. Das Ganze in einer Stadt zusammen zu bringen, finde ich eine grandiose Idee. Die Stücke, die unsere Dirigent Nicholas Milton ausgewählt hat, haben alle ihren Reiz und sind es Wert gespielt zu werden.

Die Veranstaltung ist für die Bürger der Stadt Göttingen sehr wichtig, insbesondere die Berührungspunkte der verschiedenen Altersgruppen. Wir wollen zeigen, welche Vielfalt das GSO hat, vor allem aber, dass wir kein elitäres Orchester sind.“

Thomas Scholz (Geiger des GSO): „Wir als Orchester profitieren ganz gewaltig von der Gala, denn wir können ein Publikum ansprechen, dass wir sonst nicht haben – die Familie der Sportler. Sport und Kultur weisen im Übrigen viele Parallelen auf: Man muss früh anfangen, es geht um Koordination und Körperbeherrschung, Geist und Körper müssen zusammenwirken, und man braucht einen Trainer, um besser zu werden. Ein weiter Sprung gelingt nur mit einer guten Technik, und bei einem Konzert schwitzen wir wie Sportler im Wettkampf und verlieren bis zu einem halben Kilo. Am besten in Erinnerung sind mir die Rhönräder geblieben, weil wir Angst hatten, dass sie in unsere erste Reihe kippen könnten. Irgendwann hat der Dirigent gesagt: ,Schauen Sie auf mich und nicht auf die Räder!’ Auch ans Florettfechten erinnere ich mich gern, auch hier gibt es eine Parallele, nämlich zum Bogen der Geiger: Man muss den Widerstand spüren

Von Jan-Philipp Brömsen

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