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Olympia-News Bob-Olympiasiegerin Jamanka erstmals Weltmeisterin
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10:17 04.03.2019
Mariama Jamanka (l) und Annika Drazek bejubeln den Gewinn des WM-Pokals. Quelle: Darryl Dyck/The Canadian Press/AP
Whistler

Tränen der Freude und Erleichterung kullerten. Pilotin Mariama Jamanka hat mit ihrem ersten WM-Sieg in nur 111 Wochen ihre Titelsammlung im Bobsport komplettiert. Olympiasiegerin, Weltmeisterin, Europameisterin, deutsche Meisterin, Weltcupsiegerin ist sie nun.

"Ich hatte nach Olympia gehofft, dass wir all die Titel so nach und nach abhaken, nun passierte alles in dieser Saison", sagte Jamanka, die im letzten Lauf fast gestürzt war. "Kurz dachte ich, ich habe es versaut. Ab Kurve zwölf hieß es nur, einfach irgendwie durchkommen."

Als der 28-jährigen Pilotin im Auslauf Trainer und Betreuer mit dem Daumen nach oben entgegen rannten, fiel alle Last von ihr ab. "Wir waren einfach nur geplättet. Jetzt bin ich unheimlich glücklich, dass wir uns Weltmeister nennen können", sagte die für den BRC Thüringen startende Berlinerin, die ihren ersten Coup am 13. Januar 2017 mit dem EM-Titel in Winterberg schaffte.

Bei Anschieberin Annika Drazek, die ihr zweites WM-Gold nach 2016 gewann, kamen die bitteren Momente von Olympia 2018 wieder hoch. Da wurde das Erfolgsduo kurzzeitig getrennt. Jamanka holte mit Lisa Buckwitz überraschend den Olympiasieg, Drazek - damals verletzt wie Pilotin Stephanie Schneider - fuhr ohne Medaillen heim. Nun gab es für alle ein Happy End.

Wie schwierig die Bahn zu bewältigen ist, zeigte sich gut drei Stunden später. Beim nicht-olympischen Teamwettbewerb stürzte Jamanka und kam mit Ersatzanschieberin Franziska Bertels mit dem Schrecken davon.

Zuvor hatte sie ihre "Sprintrakete" Drazek in den Arm genommen. Nach ihrem Verletzungspech in Pyeongchang und der verpassten Olympia-Medaille durchlebte Drazek im 325 Kilogramm schweren Bob bange Momente im letzten Lauf. "Ich sehe nichts, ich fühle ja nur, es war brutal. Das war ein Geschepper unten runter", beschrieb sie ihren "Blindflug" und betonte: "Ich kann es irgendwie noch nicht fassen. Ich glaube, ich heule gleich, denn es war meine erste Saison, die ich von Anfang bis Ende durchgemacht habe. Es ist brutal anstrengend, ich bin an meine Reserven angekommen." Zudem kamen Erinnerungen an Olympia hoch, denn "ich wollte alles wieder gutmachen, für mich persönlich auch. Nun sind wir alles geworden in diesem Winter: Deutscher Meister, Europameister, Weltcupsieger, Gesamtweltcupsieger und nun Weltmeister. Es ist perfekt".

Nach vier Läufen hatte das Erfolgsduo trotz verpatztem Finallauf unglaubliche 1,06 Sekunden Vorsprung auf Stephanie Schneider, die mit Anschieberin Ann-Christin Strack fuhr. Dritte wurde an ihrem Geburtstag Christine de Bruin aus Kanada. Anna Köhler aus Winterberg fuhr mit Leonie Fiebig auf Rang sieben. Titelverteidigerin Elana Meyers Taylor aus den USA stürzte im dritten Lauf und rutschte auf der Seite liegend mit dem Schlitten ins Ziel. Unmittelbar davor hatte sich Jamanka in 52,01 Sekunden den Bahnrekord von der US-Pilotin (52,48) zurückgeholt.

Schneider war nach dem Rennen völlig fertig, im Training war sie drei Mal gestürzt. "Nach der Woche hatte ich keinen Bock mehr. Dank Anni haben wir in der Kurve überlebt, weil sie Mega-Rhythmus hinten machte. Jetzt fällt die ganze Anspannung ab", sagte die Sächsin, die im dritten Lauf an derselben Stelle wie Meyers Taylor nur hauchdünn einem erneuten Sturz entkam. Die Teilnahme am Teamwettbewerb sagte sie kurzfristig ab, mit der Bahn hat sie abgeschlossen.

dpa

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