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Regional Nacht-Trial: Mirco Kammel meistert Sektionen in Fürstenhagen am besten
Sportbuzzer Sportmix Regional Nacht-Trial: Mirco Kammel meistert Sektionen in Fürstenhagen am besten
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17:17 29.07.2013
Buckelpiste de luxe: Sieger Mirco Kammel vom Motorsportclub Brake schüttelt es kräftig durch.
Buckelpiste de luxe: Sieger Mirco Kammel vom Motorsportclub Brake schüttelt es kräftig durch. Quelle: Theodoro da Silva
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Fürstenhagen

Über 1100 Zuschauer sahen spektakuläre Aktionen von zwölf Fahrern aus Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Österreich sowie Tschechien und genossen die besondere Atmosphäre, die ein von Flutlicht beschienenes Waldgelände bietet.

Sechs Hindernisbereiche – sogenannte Sektionen – fünf aus Felsen und Steinen sowie eine aus riesigen LKW-Reifen, hatten die Mitglieder des MSC mit Hilfe einer Planierraupe in einer mehrwöchigen Aufbauphase zusammengestellt.Die Akteure mussten jede Sektion viermal durchfahren, hatten insgesamt 24 Durchgänge zu meistern, wofür ihnen jeweils zwei Minuten zur Verfügung standen.

Auf Schnelligkeit kam es jedoch nicht an, dafür umso mehr auf Geschicklichkeit, Körperbeherrschung sowie der Fähigkeit, eins zu werden mit dem Motorrad. Die Aufgaben, die die Fahrer zu bewältigen hatten, schienen teilweise unlösbar: Aus dem Stand auf einen Felsvorsprung gelangen, einen Sprung auf einen hochkant stehenden LKW-Reifen schaffen, einen zerklüfteten Fels-Parcours überwinden.

Mehr Strafpunkte als erwartet

Doch immer wieder machten die Sportler das scheinbar Unmögliche möglich. Wobei die Akteure mehr Strafpunkte sammelten, als bei einer solchen Veranstaltung üblich – die Sektionen erwiesen sich als schwieriger als erwartet.

Ziel einer jeden Fahrt durch eine Sektion ist es, siemit möglichst wenigen Strafpunkten zu meistern. Jeder Körperkontakt mit einem Hindernis, jedes Aufsetzen des Fußes zieht einen solchen Strafpunkt nach sich. Bei einem Sturz gibt es fünf Strafpunkte, was gleichzeitig auch das Ende der jeweiligen Fahrt bedeutet.

Stürze gab es dann auch einige, allerdings keine der spektakulären Art. Die Fahrer tragen einen Helm und Schutzkleidung, werden darüber hinaus stets von einem sogenannten Wasserträger begleitet. Dieser fungiert als Berater und Tippgeber, ist aber auch zur Stelle, wenn der Fahrer die Balance verliert und fällt.

Offiziell Straßentauglich

Die Geländemaschinen sind zwar offiziell straßentauglich, werden jedoch fast ausschließlich im Trial-Sport verwendet. Sie wiegen lediglich 70 Kilogramm, haben nur wenig Hubraum und sind alles andere als schnell. Dafür sind sie wahre PS-Monster, verfügen über gewaltige Kraft – schließlich sollen sie vor keinem Hindernis schlappmachen.

Schlappmachen – das kennt Mirco Kammel nicht. Mit 19 Strafpunkten (von 120 möglichen) holte sich der 21-jährige Sportsoldat aus Bielefeld den ersten Platz vor Jan Junklewitz aus Enger in Nordrhein-Westfalen (25 Strafpunkte) sowie Franzi Kadlec aus Reichersbeuern in Bayern (37).

Erklärter Publikumsliebling war jedoch Lokalmatador Manfred Sustrate, der als erster Fahrer des MSC Weser-Solling überhaupt am Nacht-Trial teilnahm. Und wenn der 17-Jährige am Ende auch nur Rang zwölf belegte und damit Letzter wurde, so konnte er dennoch stolz auf seine Leistung sein, durfte er als Junior doch nur mit einer leistungsschwächeren 125-Kubikzentimeter-Maschine antreten.

Impressionen vom 17. Internationalen ADAC Nacht-Trial des Motorsportclub (MSC) Weser-Solling.