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Regional 40 Jahre Sportgymnastik beim TSV Obernjesa
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17:53 20.11.2019
Die Kindergruppe des TSV Obernjesa hat auch am kommenden Wochenende ihren großen Auftritt. Quelle: Swen Pförtner
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Obernjesa

Die Sportgymnastinnen des TSV Obernjesa haben gleich drei Gründe zu feiern: Seit 40 Jahren besteht die Abteilung, deren Gründerin Ilonka Moschkau feierte im Sommer ihren 90. Geburtstag und – endlich – ist der Sporthallen-Neubau in Groß Schneen fertiggestellt. Mit einer Hallenschau präsentieren sich die Gymnastinnen am Sonntag, 23. Dezember, um 15 Uhr in der neuen Halle in Groß Schneen.

Vor 40 Jahren ist aus der Gruppe „Kindergymnastik – Mädchengymnastik“ die Abteilung Rhythmische Sportgymnastik im TSV geworden. Im Fernsehen hatte Ilonka Moschkau eine Übertragung von Wettkämpfen gesehen und sich über diese Sportart schlau gemacht. „Eines meiner Mädchen hat mich damals gefragt, ob ich ihr ein Zeugnis ausstellen würde. Da wurde mir klar, dass durchaus Interesse am Wettkampfsport besteht.“

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Trainiert wird heute mit einem Team

Die Übungsleiterin, die eine klassische Ballettausbildung in ihrer Heimat Danzig erhalten und später ihr Hobby zum gemacht hatte, hat sich eingefuchst und ist im Laufe der Jahre zu einer Institution dieser Sportart in Südniedersachsen geworden. Aus 30 Mädchen ist eine Abteilung mit mehr als 70 Turnerinnen geworden, die inzwischen von einem Trainerteam betreut werden. Das Training musste in den vergangenen Jahren auf vier verschiedene Hallen verteilt werden. Die jungen Sportlerinnen werden auf Wettkämpfe – bis hin zur nationalen Ebene – vorbereitet.

Unter spartanischen Bedingungen wurde in den Anfangsjahren trainiert: auf einem Steinfußboden, ohne Matten „und mit Ballettstangen, die fast aus der Wand gefallen sind“. Die Bedingungen wurden besser, Jahrzehnte lang war der TSV Obernjesa Landesstützpunkt für die Rhythmische Sportgymnastik. Inzwischen hat der Niedersächsische Turnerbund das Fördersystem geändert, aus dem Landesstützpunkt ist eine Turnschule geworden, die junge Sportlerinnen, die zusätzlich gefördert werden sollen, an die Turntalentschule in Hannover weiterleitet.

Verwaltungsaufwand nimmt zu

Abteilungsleiterin ist seit 19 Jahren Christiane Dörnenburg, eine Tennisspielerin, die als Mutter zweier Töchter die Rhythmische Sportgymnastik kennengelernt und sich eingefuchst hat. „Ich bin aber nicht so gelenkig und kann mir die Choreografien auch nicht besonders gut merken“, gibt sie zu. In den Trainingseinheiten hilft sie aber trotzdem mit und kümmert sich „um den immer größer werdenden Verwaltungsberg“.

Mit der Zerstörung der Halle in Groß Schneen durch eine Schlamm-Lawine im Jahr 2015 musste sich die TSV-Abteilung neu organisieren, sie kam in den zum Teil viel kleineren Hallen in der Umgebung unter. Jetzt hat sie einige Trainingszeiten in der neuen Sporthalle erhalten, ist aber nicht wirklich glücklich damit. „Die Situation ist unbefriedigend. Wir haben immer nur Zeitfenster von eineinhalb Stunden bekommen, benötigen aber mehr, weil alleine das Aufwärmen und Ausrollen der Turnteppiche so lange dauert, dass anschließend das Kürprogramm nicht mehr ausreichend trainiert werden kann“, sagt Dörnenburg. Sie ist aber in Kontakt mit den anderen Vereinen. „Ich hoffe, dass das nur Anfangsprobleme sind. Wir Vereine arbeiten gut zusammen.“

„Wer sich durchgebissen hat, bleibt dabei“

Die meisten Gymnastinnen kommen im Vorschulalter, was Dörnenburg als „ideales Einstiegsalter“ bezeichnet. Lizenzierte Trainerinnen, die größtenteils aus den eigenen Reihen kommen, betreuen die Sportlerinnen in verschiedenen Leistungsstufen, entwickeln Küren und Choreografien. „Das ist inzwischen sehr aufwändig geworden, weil sich die Vorgaben ständig ändern“, erzählt die Abteilungsleiterin. Gerade in die jungen Altersklassen sei die Fluktuation größer, „wer sich dann aber durchgebissen hat, bleibt lange dabei“.

Von Kathrin Lienig

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