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40 Sportvereine beantragen Unterstützung aus Göttinger Corona-Hilfsfonds

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19:00 17.06.2020
Ersatzlos gestrichen: Der „Frühjahrs-Klassiker“ Tour d’Energie ist eine von zahlreichen Großveranstaltungen, die abgesagt werden mussten. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Das Geschehen während der Corona-Pandemie hat die sportspezifischen Themen der Tagesordnung des Sportausschusses der Stadt Göttingen am Dienstag, 16. Juni, beherrscht. Andreas Gruber, seit März alleiniger Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), berichtete den Ausschussmitgliedern, was sich in den vergangenen Monaten im Sportgeschehen der Stadt getan hat – vor allem aber, was für Vereine und Institutionen in dieser Zeit nicht möglich war.

Viele Großveranstaltungen gestrichen

Großveranstaltungen, die von der GoeSF organisiert werden, mussten ersatzlos gestrichen werden. Das betraf die Tour d’Energie der Radsportler im April, das dreitägige babamixed-Turnier für Basketball-Mixed-Teams und auch den Ende August geplanten Stadtwerke-Triathlon. „Weil wir auch hier mehr als 1000 Teilnehmer erwartet hätten und das zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich ist“, sagte Gruber. Er kündigte aber an, dass für September eine Duathlon-Veranstaltung geplant ist. Mit der Absage von Frühjahrs-Volkslauf der Sparkasse und Altstadtlauf der LG Göttingen seien weitere Großveranstaltungen gestrichen worden. „Insgesamt reden wir von etwa 15 000 Teilnehmern, die davon betroffen waren – die Zuschauer bei den vier ausgefallenen Heimspielen der BG-Basketballer noch gar nicht eingerechnet“, so Gruber.

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Mit der Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs und der Schließung der Spielstätten habe sich auch eine neue Chance ergeben. „Wir haben am 2. April schon mit Online-Sportkursen begonnen, später sind dann Outdoor-Angebote dazu gekommen“, sagt der GoeSF-Geschäftsführer. Während der Schließung wurden im Badeparadies Eiswiese, das während dieser Phase immerhin 180 000 Besucher verloren hat, und auch in verschiedenen Sporthallen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. „Da waren einige Arbeiten dabei, die wir vorziehen konnten“, sagte Gruber.

Noch keine Austrittswelle

Er sprach auch die vielen ausgefallenen kleinen Vereinsveranstaltungen an, die für die Klubs oft dringend benötigtes Geld, erwirtschaftet durch das Catering, in die Vereinskasse spülen. Christian Henze (SPD), stellvertretender Sportausschuss-Vorsitzender, fragte nach, ob es inzwischen eine Austrittswelle bei den Vereinen gebe – weil viele ihr Angebot zur Zeit nicht aufrecht erhalten könnten. Christian Steinmetz, Geschäftsleiter des ASC 46 Göttingen und stellvertretender Vorsitzender Finanzen des Stadtsportbundes, antwortete darauf: „Noch hat die Austrittswelle die Vereine nicht erreicht. Ich rechne – wenn überhaupt – frühestens im Herbst damit.“ Viele Vereine hätten inzwischen ihre Beitragsstruktur verändert und erheben neben einem Grundbetrag für besondere Angebote einen Zusatzbeitrag. Der falle jetzt oft weg, sodass die Vereinsmitglieder nur noch den Grundbeitrag zahlen müssten und die Belastungen nicht so hoch seien.

Antragsvolumen von 127000 Euro

Für Vereine und Institutionen aus den Bereichen Bildung, Soziales, Jugend, Kultur und Sport, die Unterstützung benötigen, hat die Stadt Göttingen einen Corona-Hilfsfond eingerichtet, der mit 250 000 Euro ausgestattet ist und durch private Spenden noch aufgestockt wird. 40 Anträge von Sportvereinen lagen bis zum Meldeschluss am 14. Juni vor. Sie hatten ein Volumen von 127 000 Euro. „Wir prüfen jetzt zeitnah und bewerten die Anfragen. Noch steht nicht fest, wie das Geld genau verteilt wird“, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD).

Von Kathrin Lienig

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