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Regional 500 Fußballerinnen mischen Uni-Sportgelände auf
Sportbuzzer Sportmix Regional 500 Fußballerinnen mischen Uni-Sportgelände auf
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18:34 24.05.2011
Von Michael Geisendorf
Universitäts-Sportgelände fest in der Hand der Fußball-Mädchen: Auf acht Spielfeldern gleichzeitig tragen die Schulteams beim Girls Kick ihre Partien aus. Quelle: Hinzmann
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Aufgeregt schwatzend und gestikulierend schlendern unüberschaubar viele Gruppen von sechs bis zehn Mädchen im uniformen Fußballdress den Hang hinab, während andere bereits auf den acht abgesteckten Kleinfeldplätzen wuseln, gegen einander dribbeln und Bälle aufs Tor schießen, um sich für den eine Stunde später beginnenden 6. Girls Kick vorzubereiten.

500 Spielerinnen in 56 Teams aus Stadt- und Landkreisschulen – je 28 aus den Klassen fünf und sechs (AK 1) sowie sieben und acht (AK 2) –, die in je vier Siebener-Gruppen um den Einzug ins Halbfinale kämpften, können den Startschuss zum größten Mädchenfußball-Schulturnier Deutschlands kaum abwarten. Nach sieben Stunden und mehr als 300 Partien stehen Felix-Klein-Gymnasium (AK 1) und IGS Göttingen-Geismar (AK 2) als Turniersieger fest.

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„Die Mädchen fragen oft schon im Herbst, wann sie endlich wieder mit dem Training für Girls Kick anfangen können“, verdeutlicht Helga Steininger, Organisationschefin vom Kommunalen Kinder- und Jugendbüro des Landkreises, den Stellenwert des Turniers. „Mich kribbelt es immer wieder, wenn ich über den Platz laufe und sehe, wie aufgeregt die Kinder sind“, gesteht sie.

Zum Teil mit fantasievollen Namen wie Garten-Kampf-Zwerge, Die Pupertierenden, Dangerous Art, Monstaa oder Germany‘s next Top kickers gehen die Mannschaften ins Rennen. „Unsere Schule hat jedes Mal teilgenommen, ist aber immer in der Vorrunde ausgeschieden. Diesmal haben wir jeden Montag trainiert, weil wir endlich mal weiter kommen wollen“, erzählt Sandrina von der Dransfelder Haupt- und Realschule am Hohen Hagen. „Wir haben in allen Pausen trainiert – sogar in den fünfminütigen“, berichtet Kira vom Felix-Klein-Gymnasium“, die wie einige ihrer Mitspielerinnen auch im Verein aktiv ist. „Klar wollen wir gewinnen, aber das Wichtigste ist, dass es Spaß macht“, sagt sie.

Andere, wie das Team der Duderstädter Heinz-Sielmann-Realschule, begnügten sich offenbar mit nur einer Übungseinheit. „Sonst haben wir immer nur geredet“, erzählt Saskia, die seit längerem beim FC Lindau spielt. „Ich hoffe, dass wir trotzdem weiter kommen.“ Das hat sich auch eines von zwei AK-2-Teams des Hainberg-Gymnasiums fest vorgenommen, obwohl es nur zu sechst, also ohne Auswechselspielerin, antritt. „Letztes Mal sind wir ausgeschieden, weil uns der Schiedsrichter verpfiffen hat“, empört sich Henrike. „Und diesmal hat es unsere Sportlehrerin verpeilt, uns anzumelden“, verrät Marlene. „Wir haben es gerade noch geschafft, als Nachrücker teilzunehmen.“

Während einigen anzusehen ist, dass der Girls Kick ihre erste Fußball-Erfahrung ist, beweisen andere auf den ersten Blick erstaunliches Talent. Dazu gehört zweifellos Lilli Kessler von AK-1-Titelverteidiger KGS Moringen. Technisch versiert, ballgewandt und dribbelstark entscheidet die Kleinste ihres Teams bei ihrem Girls-Kick-Debüt das Auftaktmatch fast im Alleingang für ihre Mannschaft. Beim 3:0 schießt sie alle Tore. Wer der Gegner war, weiß sie nicht mehr – ist aber auch nicht so wichtig: „Ich bin sicher, wir können alle schlagen“, sagt Lilli selbstbewusst.

„Für viele Mädchen war der Girls Kick der Anschub, in Vereine zu gehen“, freut sich Mitorganisatorin und WM-Koordinatorin Sandra Hallmann. „Das Schöne ist, dass trotz des großen Ehrgeiz der Spaß am Spiel im Vordergrunde steht“, betont Turnierleiterin Juliane Jühne. Das Engagement der beiden dokumentiert die enge Verbundenheit der Universität mit dem Turnier, ebenso wir die 50 Studierenden, die als Schiedsrichter fungieren und dafür einen Kurs inklusive Regeltest besuchten.

Platzierungen: AK 1: 1. 6 Bil (FKG), 2. Gummibärchenbande (IGS Bovenden), 3. Ollis Halbzeitschnitten (KGS Göttingen), 4. HS Homies (Heinz-Sielmann-Schule Duderstadt). – AK 2: 1. IGS Kickers (Göttingen), 2. Die wilden Ursulinen (St. Ursula Duderstadt), 3. GSG Fußballstars (KGS Göttingen), 4. No Name (Osterbergschule Bovenden).