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Regional 6. Volkstriathlon der Göttinger Stadtwerke: Schnellster im Ziel der Langsamste
Sportbuzzer Sportmix Regional 6. Volkstriathlon der Göttinger Stadtwerke: Schnellster im Ziel der Langsamste
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21:23 25.08.2013
Quelle: Alciro Theodoro da Silva
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Göttingen

Die Art und Weise, in der die mehr als 900 Finisher bei der sechsten Auflage des Stadtwerke-Volkstriathlon die Ziellinie im Jahnstadion überquerten, war enorm vielfältig. Ein wenig widersprüchlich war allerdings der Zieleinlauf des Siegers: Denn der schnellste Triathlet des Tages, Lukas Kampkötter (Team Siyakhula), war am Zielbanner der Langsamste.

Wie ein Fußgänger marschierte er nach 55:22 Minuten die beiden letzten Schritte ins Ziel, während er seine Hände in den blauen Himmel reckte – ein Luxus, den er sich nur dank seines souveränen Vorsprungs erlauben konnte.

Gemeinsam mit der Konkurrenz auf die Laufstrecke gegangen, legte er dort mit seiner offensiven Taktik den Grundstein zum Sieg: „Ich bin die ersten Kilometer unglaublich schnell gelaufen, weil ich es nicht wieder auf einen Schlussspurt ankommen lassen wollte“, erzählt Kampkötter, der bereits 2012 gesiegt hatte und „natürlich den Titel verteidigen“ wollte.

Eine Minute schneller als 2012

Zweiter wurde wie schon im vergangenen Jahr Hendrik Becker vom Team Sehenswert-Kontaktlinsen in 0:55:55 Stunden. Der Lokalmatador lief nach einer Showeinlage – einer spielerischen Rangelei – Hand in Hand mit dem Drittplatzierten Konstantin Bachor (Siyakhula Team/0:55:56) über die Ziellinie.

Die Frauenwertung entschied Judith Lotz vom ASC in 1:05:18 für sich. „Es ist super gelaufen, und ich war sogar eine Minute schneller als 2012“, lächelt die Vorjahressiegerin, die lediglich mit dem Gegenwind auf der Radstrecke zu kämpfen hatte. Dem waren aber auch ihre Kontrahentinnen von der Waspo 08, die Zweite Rhea Richter (1:06:25), sowie die Dritte Sanna Almstedt (1:08:49) ausgesetzt.

Auf der Zielgeraden wurden hin und wieder Familien zur La Ola und Freunde zu Wegbegleitern und Motivatoren. Eine Handvoll Teilnehmer lief gar mit der südafrikanischen Flagge ins Ziel – ein Moment, der verdeutlichte, dass der Volkstriathlon nicht nur Menschen unterschiedlicher Alter- und Leistungsklassen anspricht, sondern auch verschiedene Nationalitäten.

Die südafrikanischen Triathleten aus Eastern Cape – dem Partnerland Niedersachsens – gingen im Zuge eines Projekts des ASC 46 und des Landessportbundes an den Start. „Die Zusammenarbeit soll durch regelmäßigen Austausch in verschiedenen Sportarten gefördert werden“, erklärt Svea Dettmar, eine der Verantwortlichen.

„Und die Athleten haben die Veranstaltung wirklich genossen.“ Mit Davion Leon schaffte es ein Afrikaner sogar auf das Podium. Er musste sich beim Schnupper-Triathlon lediglich Mika Noodt und Felix Buck-Gramcko geschlagen geben. Angetan war er im Vergleich zu afrikanischen Wettkämpfen ebenso wie sein Trainer vor allem von der Kulisse. Bei den Frauen siegte mit der Wasporanerin Henrike Ludwig eine Göttingerin.

Beim Sehenswert-Staffel-Triathlon wiederholte das Team Personal Sports in 0:57:49 Stunden seinen Vorjahressieg – und zwar vor allem deshalb, weil die Stadtwerke Göttingen (0:58:16) beim Wechsel fast eine Minute einbüßten. Das entlockte dem Siegerteam insofern ein Schmunzeln, als es selbst die so genannte vierte Disziplin „wirklich nie trainiert“ habe.

„Die Füße taten schon ein bisschen weh“

Barfuß über die Ziellinie lief Tim Zappe beim Badeparadies-Kinder-Triathlon. „Ich bin mit Klick-Schuhen Rennrad gefahren. Zwar hätte ich auch Laufschuhe dabei gehabt, aber ich wollte Zeit sparen“, sagte Zappe, der hinter dem LGGer Tobias Buck-Gamcko Zweiter wurde.

Am Ende sei er froh gewesen, dass die Laufstrecke mit 400 Metern nicht allzu lang war: „Die Füße taten schon ein bisschen weh“, verrät er. Zur Siegerehrung kam er dann aber doch in seinen Turnschuhen. Das Podium bei den Mädchen füllten mit Stina Ludwig vom ASC, Maren Bruse von Waspo und Franzi Arendt vom Tuspo Weende drei Göttingerinnen.

Den unvergesslichsten Zieleinlauf des Tages hatte vermutlich aber nicht der Sieger Kampkötter, sondern der Sechstplatzierte Sören Wallmen: Er hatte sich trotz seines Geburtstags für den Stadtwerke-Volkstriathlon entschieden und wurde von einer Zuschauergasse mit Ständchen empfangen. Seine Entscheidung spricht einerseits für seinen Ehrgeiz – andererseits aber mit Sicherheit auch für die Veranstaltung.

Von Timo Holloway