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ASC 46 Göttingen feiert gelungene Event-Spieltagspremiere

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16:07 21.09.2020
Johanna Wiegand von den Drittliga-Damen des ASC 46 beim „Event-Spieltag“ des ASC 46 Göttingen. Quelle: Richter
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Göttingen

Ein möglicherweise zukunftsweisendes Experiment hatten sich die Verantwortlichen des ASC 46 Göttingen für die beiden höchstklassig spielenden südniedersächsischen Tischtennisteams ausgedacht: einen „Eventspieltag“ in doppelter Ausfertigung, an dem das Herren-Oberligateam und die Drittliga-Damenmannschaft in der Sporthalle Geismar gleichzeitig an die Tische gingen. Begleitet von einem Hygienekonzept ging die Idee auf, denn viele Zuschauer sorgten für eine Wettkampf-Atmosphäre. Die sportliche Bilanz fiel dagegen gemischt aus.

Herren-Oberliga

Gegen den MTV Jever sprang für den ASC mit 7:5 ein knapper Sieg heraus, der letztlich dem zweiten Mannschaftsteil zu verdanken war. Lange ging es hin und her: Cords markierte souverän den ersten Punkt, während Görtz sich erfolglos an der Nummer eins, dem Defensivkünstler des MTV, abarbeitete. Kreißl überzeugte mit phasenweise sehr variablen Bällen, während am Nebentisch Kösterelioglu mit seinem brachialen Angriffstischtennis nicht durchdrang.

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Der erste Vorteil für den ASC ergab sich, als Koch mit seiner ganzen Routine und Sicherheit das 3:2 holte. Hesse zeigte ein vielversprechendes Heim-Debüt als Oberliga-Stammspieler und buchte nervenstark das 4:2. Die im Vergleich zur vergangenen Saison kaum veränderten Gäste glichen das aber postwendend wieder aus.

Daniel Cords in Aktion. Quelle: Richter

Nun schlug die Stunde der Aktivposten im Team: Kreißl schuf mit Sieg Nummer zwei bereits die Grundlage zum Sieg, den Koch und Hesse – der seine anfängliche Nervosität inzwischen völlig abgelegt hatte – in ganz abgeklärter Manier ohne Satzverlust festmachten.

Glatter lief es dann beim 11:1 gegen den TV Hude, der gegen gut aufgelegte ASCer schnell unter die Räder geriet. Ein Schwachpunkt war bei den Göttingern nicht auszumachen, alle Akteure boten eine engagierte Leistung und hatten auch in kritischen Spielsituationen immer noch etwas zuzusetzen. Cords (2), Görtz (2), Kreißl (2), Kösterelioglu, Hesse (2) und Klemming (2) agierten wie aus einem Guss und stehen nun seit langem einmal wieder an der Tabellenspitze.

Kommentar: Neues Konzept geht auf

Groß ist das Zuschauerinteresse bei Tischtennis-Veranstaltungen in Göttingen selten. Es war also höchste Zeit, einmal etwas Neues auszuprobieren. Und auch wenn man sich noch mehr Zuschauer gewünscht hätte: Das ASC-Konzept eines „Event-Spieltages“ mit parallelen Heimspielen des Damen- und Herrenteams ging angesichts der gegenwärtig schwierigen Begleitumstände auf.

Es herrschte durchgehend gute Stimmung, stets war an mindestens einem der Tische Aktion – auch während der vorgeschriebenen Halbzeitpause bei den Damen. Ein reichhaltiges Catering nahmen die Besucher gern in Anspruch. Kurzfristig kam ein großer Pluspunkt dazu: Der coronabedingte Verzicht auf Doppel erhöhte die Attraktivität des Programms. Während früher die Zuschauer oft quälend lange unattraktive Eingangsdoppel ertragen mussten, geht es jetzt sofort mit dem oberen Paarkreuz zur Sache.

Für die Zuschauer ist ein Match nun zeitlich überschaubar, der Besuch viel besser zu planen. Das könnte gern für immer so bleiben. Natürlich funktioniert so etwas nur in einer großen Halle wie der in Geismar, wo die Zuschauer kommen und gehen können und sich auch angeregt austauschen dürfen, ohne dabei die Spieler in ihrer Konzentration zu stören. Nicht zuletzt deshalb sollte der nächste Schritt sein, auch andere Vereine an diesem Konzept zu beteiligen.

3. Bundesliga Damen

Zu Beginn der Saison kassierten die ASC-Damen gleich eine ganz unnötige 3:5-Niederlage gegen den VfL Kellinghusen. Dabei war der Beginn mehr als vielversprechend: Mit 3:1 führten die Göttingerinnen. Zunächst überzeugten dabei sowohl die neue Nummer eins Pietkiewicz als auch Johanna Wiegand in der Spitze – sie legten ein 2:0 vor, das Marie-Sophie Wiegand dann durch einen soliden Auftritt zum 3:0 ausbaute.

Die Nummer eins der Göttingerinnen, Monika Pietkiewicz. Quelle: Richter

So schwungvoll der Auftakt aber auch war, so rasant war anschließend der Qualitätsverlust im ASC-Spiel, der die gesamte Mannschaft plötzlich erfasste. Spätestens als Pietkiewicz ihr zweites Einzel klar abgeben musste, schien es, als hätte das Team der Mut verlassen.

Im zweiten Match gegen den TSV Langstadt II lief es zunächst ähnlich. Am Anfang noch sichtbar unter dem Eindruck der Niederlage am Vortag, steigerte sich das Team im ersten Durchgang und legte durch Pietkiewicz, M. Wiegand und Göbecke wieder ein 3:1 vor. Nach der Pause schien es dann so zu laufen wie gegen Kellinghusen: Das Team agierte zunächst wieder recht unglücklich. Auch ASC-Spitze Monika Pietkiewicz machte gegen ihren alten Klub zunächst keine gute Figur und lag klar mit 0:2 zurück.

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Im Anschluss jedoch tat sie das, was man von einer erfahrenen Bundesliga-Akteurin erwarten darf: Mit einer deutlichen Steigerung kämpfte sie ihre starke Gegnerin noch nieder. Das war auch das Signal an M. Wiegand und Gödecke, die den Faden aufnahmen und zum Endergebnis von 6:2 punkteten.

Von Ralph Budde