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Regional ASC 46 Göttingen glückt Revanche gegen Tuspo Weende
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14:47 24.02.2020
Der ASC 46 Göttingen jubelt und entscheidet das Lokalderby in der Volleyball-Regionalliga der Frauen gegen den Tuspo Weende für sich. Quelle: Heller
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Göttingen

Das Hinspiel in der Volleyball-Regionalliga der Frauen zwischen dem Tuspo Weende und dem ASC 46 Göttingen hatte der Tuspo mit 3:0 gewonnen, und schon bei diesem Match war die Kulisse großartig gewesen. Doch das Rückspiel toppte am Sonnabend die Hinrundenpartie noch: Erneut sorgten beide Fanlager für viel Stimmung, und bei ausgesprochen fairer Atmosphäre ging diesmal der ASC mit 3:1 (25:22, 25:19, 13:25, 26:24) als Sieger vom Feld.

Die Farbe blau dominierte auf den Rängen der Sporthalle der Geschwister-Scholl-Schule, einträchtig saßen die Weender Anhänger neben denen des ASC. Drei Spieltage vor Saisonende brauchten beide Teams dringend einen Sieg, Weende als Fünfter, um nicht mehr auf den Relegationsplatz acht abrutschen zu können, der ASC als Neunter, um den achten Platz noch erreichen zu können.

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Die Weenderinnen schienen mit der grandiosen Kulisse im Rücken mit dem sportlichen Druck besser umgehen zu können, starteten durch eine Aufschlagserie von Franziska Wulf mit einer 5:0-Führung. Doch der ASC konterte, Satz eins wurde zur großen Frida Randen-Show. Nach dem Cross-Ball zum 3:5 ließ die schwedische Diagonalspielerin des ASC bis zum 7:7 noch zwei Asse folgen. Randen war in diesem Durchgang im Angriff für den Tuspo nicht zu stoppen.

Derby bleibt permanent spannend

Trotzdem blieb es permanent spannend, da Weende defensiv besser organisiert war, weniger leichte Fehler machte und mehr lange Ballwechsel für sich entscheiden konnte. Das Satzende war an Dramatik kaum zu überbieten: ASC-Mittelangreiferin Lina Ernst schlug beim 24:22 ein halbes Ass, das Weendes Abwehr nur noch in Richtung Publikum verteidigen konnte. Der Ball wäre ein sicherer Punkt gewesen, doch da ein Zuschauer den Ball fing, entschied der Schiedsrichter auf Wiederholung. Erneut machte der Gastgeber den Punkt, und mit 25:22 ging Satz eins an den ASC.

In Durchgang zwei war die Annahme das Sorgenkind des Weender Trainerduos Manuel Holst und Stefan Baum. Der ASC schlug aggressiv auf, Weende hatte zu selten einen stabilen Spielaufbau, und so musste Weendes Zuspielerin Olga Moser häufig Notpässe spielen. Das 25:19 für den ASC war die logische Konsequenz.

Wie wichtig die Elemente Aufschlag und Annahme sind, zeigte sich in Satz drei, als Baum und Holst nach mehreren Wechseln mit dem Annahmeriegel Camilla Kalich, Kornelia Rambo und Libera Jody Heidel eine Abwehrreihe gefunden hatten, die einen sicheren Spielaufbau zeigte. Nun unterstrich der Tuspo seine Qualitäten in der Offensive durch Schnellangriffe von Moser auf Mitte Britta Gemmeke, die bis zum souveränen 25:13 mehrfach spektakulär punktete.

Derby zwischen dem ASC 46 Göttingen und Tuspo Weende

Der deutliche Satzgewinn des Tuspo zum 1:2 hätte den Wendepunkt in dieser Partie bedeuten können, doch der ASC zeigte sich nach dem Seitenwechsel unbeeindruckt. Das Team des Trainerduos Johannes Hellwig und Marcel Rieskamp startete mit 11:3 furios in Durchgang vier.

Der Satz entwickelte sich zu einem Defensivduell zwischen Außenangreiferin Mara Hedicke auf Seiten des ASC und Weendes Libera Jody Heidel, die beide auch nahezu unmöglich erscheinende Bälle verteidigten und so mehrfach für lange Ballwechsel verantwortlich waren. Am Ende war es dann eine reine Nervensache: Der Tuspo hatte sich mit toller Moral bis zum 22:22 wieder herangekämpft, um dann doch noch durch zwei Angriffsfehler mit 24:26 zu verlieren. Die Spielerinnen des ASC ließen sich nach dem hart erkämpften Sieg angemessen vom begeisterten Publikum feiern, die Weenderinnen waren sofort mit der Ursachenforschung beschäftigt.

Weende-Trainer Stefan Baum lobt Moral des Teams

„In Satz eins und zwei bringen wir die Annahme nicht gut nach vorn. Dadurch waren wir im Angriff nicht so sicher wie gewohnt, teilweise fast hektisch“, sagte Weendes Trainer Stefan Baum. „Satz drei ist richtig gut und zeigt auch die tolle Moral der Mannschaft. Doch in Satz vier legen wir einen bösen Fehlstart hin, der ASC steht hervorragend in der Abwehr. Katharina Kahrs bringt dann noch gute Impulse in Block und Angriff, doch am Ende reicht es leider nicht ganz.“ Insgesamt sei die Partie eine Werbung für Volleyball in Göttingen. „Ich habe selten so stimmungsvolle Rahmenbedingungen erlebt, einfach großartig“, so Baum.

„Das Team hatte Bock auf das Derby, trat deutlich gefestigter auf als im Hinspiel und hat sich selbst belohnt. Diese Monsteratmosphäre hat sicher allen Beteiligten richtig Spaß gemacht, mein Team wurde dadurch enorm gepusht. Trotzdem ist es immer fair geblieben, es war ein Abend zum genießen“, ergänzte ASC-Coach Johannes Hellwig.

Der Wermutstropfen für die Königsblauen folgte nach dem Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz: Auch der Achte Langenhagen gewann sein Spiel, bei zwei noch ausstehenden Partien bleibt der Rückstand zum rettenden Ufer bei fünf Punkten. Weende hat nun noch drei Punkte Vorsprung vor Langenhagen.

Von Peter König