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Regional Alexander Ploch: „Ich kann ohne Tanzen und Steine nicht leben“
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09:00 23.02.2019
„Schon seit meiner Kindheit habe ich mich für alles begeistert, was mit Edelsteinen, Bergbau, Vulkanen und Dinosauriern zu tun hatte“: Alexander Ploch.
„Schon seit meiner Kindheit habe ich mich für alles begeistert, was mit Edelsteinen, Bergbau, Vulkanen und Dinosauriern zu tun hatte“: Alexander Ploch. Quelle: r
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Göttingen

Der Doktorand und Erstligatänzer Alexander Ploch ist immer noch im Feiermodus, seitdem er mit der A-Formation des Tanzsportteams Göttingen mit sechs Einsen zum alleinigen Tabellenführer der ersten Bundesliga avancierte. Dennoch stehen in dieser Saison noch zwei Formationsturniere an. Nur einen Steinwurf entfernt liegt das nächste Ziel: Am Sonnabend reisen die Göttinger Tänzer zum Deutschen Meister Braunschweiger TSC.

Steinwurf auch deshalb, weil in Plochs Brust zwei Herzen schlagen: „Ich kann ohne Tanzen und Steine nicht leben“, sagt der künftige Geologe. „Schon seit meiner Kindheit habe ich mich für alles begeistert, was mit Edelsteinen, Bergbau, Vulkanen und Dinosauriern zu tun hatte. So erscheint es selbstverständlich, dass ich Geologie und Geowissenschaften in Göttingen studiert habe. Ich bin danach zum Promovieren an die TU Clausthal im schönen Oberharz gewechselt.“

„Manchmal zeigt sich der Weg erst, wenn man anfängt ihn zu gehen.“

Für Ploch ist das alles andere als ein steiniger Weg, der ihn auf seinen vielen geologischen Studienreisen in Europa schon an teilweise entlegene Orte geführt hat. Getreu seinem Motto: „Manchmal zeigt sich der Weg erst, wenn man anfängt ihn zu gehen.“

Und so zählt zu seinen besonderen Erfahrungen eine Geländeerkundung im Antiatlas im Süden Marokkos, „wo die wahre Schönheit der Natur jeden Menschen faszinieren kann“, so Ploch. Die Berge wirken dort wie eine Mondlandschaft – fantastisch in Gestalt und Form, rotbraune Felsnadeln, die den Himmel berühren: Der Antiatlas bietet die spektakulärste Bergszenerien Nordafrikas.

Ploch mag Komödien mit Leslie Nielsen

Der etwa 300 Kilometer lange und bis zu 2500 Meter hoher Gebirgsriegel nimmt in Marokko eine Sonderstellung ein. Diese Gebirgslandschaft ist geprägt von steil aufragenden Granitwänden und fast vegetationslosen Steinwüsten, unterbrochen von fruchtbaren Oasentälern. Eine fast ungeahnte Faszination, die vom Hobby zum Beruf geworden ist.

Dazu könnten auch die folgenden Zitate aus dem Film „Die Nackte Kanone 2“ passen: „Ich möchte eine Welt, in der Insekten und Würmer endlich wieder schmecken. Ich möchte eine Welt, in der Pinguine ohne Aufnahmeprüfung Polizisten werden können“. Ploch liebt einfach diese Komödien mit Leslie Nielsen. „Für mich sind das einfach Klassiker.“

Vom Anfängerkurs bis zur 1. Bundesliga

Und wie entdeckte der Geologe das Tanzen „als das beste Hobby, welches man sich vorstellen kann“, wie er sagt? „2005 habe ich mit einem Schulfreund einen Anfängerkurs bei Markus Zimmermann besucht und dann irgendwie die sehr typische Tänzerkarriere vom Anfänger- über Fortgeschrittenenkurse bis hin zu den Medaillenkursen durchlaufen.“

Das Talent von Ploch blieb schon damals Trainer Zimmermann nicht verborgen: „Gegen Ende der Kurs fragte mich Markus, ob ich Interesse am Formationssport hätte und lud mich zu einem Probetraining der B-Formation ein“, erzählt Ploch von den Anfängen seines erfolgreichen Werdeganges auf dem Parkett.

„Alle Anstrengungen wert“

Und so wuchs die Leidenschaft am Tanzen mit der Choreografie „Wien“ im Jahr 2007 in der Regionalliga und später mit „Titanic“ 2008 und 2009 mit der A-Formation in der 1. Bundesliga. Aber dann der Rückschlag: „Ende 2009 musste ich krankheitsbedingt aufhören und kam erst 2017 zurück in die B-Formation“, erzählt Ploch. Was an Johann Wolfgang von Goethe erinnert: „Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“

Und so kam der Geologe Ploch nach der vergangenen Saison wieder zurück in die A-Formation. „Der Weg in das Erstligateam mag einem Unbeteiligten vielleicht schwierig und langwierig erscheinen, jedoch sind die Erfahrungen und der Spaß gemeinsam zu tanzen und Turniere zu bestreiten alle Anstrengungen wert“, fiebert der leidenschaftliche Tänzer dem nächsten Auftritt bereits entgegen.

Von Ferdinand Jacksch