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Regional Altersschützin der SG Duderstadt zum ersten Mal Deutsche Meisterin
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17:58 20.03.2012
Beim Training in der Duderstädter Bogensporthalle: die Deutsche Meisterin Doris Jagemann mit Ehemann und Coach Manfred Jagemann.
Beim Training in der Duderstädter Bogensporthalle: die Deutsche Meisterin Doris Jagemann mit Ehemann und Coach Manfred Jagemann. Quelle: EF
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Duderstadt

„Ein Traum ist in Erfüllung gegangen“, jubelte die Duderstädterin, die mit dem Recurvebogen in der Damenaltersklasse bereits mehrmals Niedersachsenmeisterin geworden war und 2009 bei den nationalen Titelkämpfen Bronze gewonnen hatte. 

Mit zehn Ringen Vorsprung und einer fantastischen Ausbeute von insgesamt 558 Ring setzte sich die Eichsfelderin nach einem starken zweiten Durchgang mit dem Recurvebogen an die Spitze und verwies die ehemaligen Titelträgerinnen Manuela Kaltenmark (SG Seebronn) und Annedore Röbisch (SV Diedrichshagen) auf die Plätze. „Man hofft natürlich, aber man kann sich nie sicher sein, dass es reicht, weil so viele Spitzenleute da sind. Ich habe nicht auf die anderen geschaut und nicht gerechnet. Ich hatte einfach Spaß am Schießen. Wenn dann alles so passt, ist das auch ein bisschen Glückssache“, sagte Jagemann anschließend. Stolz auf den Erfolg war auch Wolfgang Strunk, Abteilungsleiter der Duderstädter Bogenschützen: „Das hat sie sich durch eifriges Training verdient“, lobte er. „Es gibt in Deutschland kein höheres Niveau als bei diesem Wettkampf, ihre Leistung war hervorragend.“

Großer Vorsprung

Ihren nationalen Premierentitel realisierte Jagemann anfangs gar nicht richtig. „Ich habe nicht meinen Namen, sondern nur SG Duderstadt verstanden“, gab sie nach der Verkündung der Ergebnisse schmunzelnd zu. Um so größer letztlich die Freude über Leistung und Erfolg. „Was man vorher im Training geschossen hat, das zählt dann alles nicht mehr. Es kommt nur auf diesen Tag an“, betonte die neue Titelträgerin, die nach ausgeglichenem ersten Durchgang einen starken Start in die zweite Runde hinlegte und davon bis zum Schluss profitieren sollte. „Das hat mir natürlich Mut und Schwung gegeben, und dann lief es plötzlich immer besser.“ Ihr großer Vorsprung nach dem Finalschuss überraschte sie dennoch: „Das ist eigentlich nicht üblich.“

Ihr Dank galt besonders ihrem Trainer und Ehemann Manfred Jagemann, der auch Bogensportreferent im Kreisschützenverband Südharz ist.  Nach der Heimkehr bereiteten ihr Freunde und Kollegen am Sonntag einen gebührenden Empfang, schmückten ihr Haus und begrüßten die Deutsche Meisterin mit einer „La Ola“ und obligatorischer „We are the champions“-Musik.  „Das war so schön, vielen Dank dafür“, zeigt sich Jagemann noch immer begeistert.

Titelverteidigung nicht ausgeschlossen

Jetzt will die so zielgenaue Schützin „erstmal genießen“. Die Goldmedaille, verspricht sie, erhält in jedem Fall einen Ehrenplatz.  Eine Titelverteidigung im nächsten Jahr ist nicht ausgeschlossen: „So lange es mir Spaß macht und die Gesundheit mitspielt, will ich weitermachen.“  Eine Garantie auf weitere Titel sei das aber nicht: „Manchmal schießt man gut, aber andere sind noch besser.“ In Solingen war das nicht der Fall – dort traf niemand präziser als Doris Jagemann.

Von Christian Roeben