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Regional American-Football: BG 74 Generals unterliegen Zeven Northern United
Sportbuzzer Sportmix Regional American-Football: BG 74 Generals unterliegen Zeven Northern United
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16:37 16.09.2013
Machtlos gegen die starke Zevener Defensive: Lukas Helfrich (Mi.) von den BG 74 Generals. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Da ist es nur ein schwacher Trost für den ehrgeizigen Coach, dass seine Mannschaft dennoch Gruppenerster ist und sich für die Playoffs qualifiziert hat. „Eure Einstellung war schlecht“: Überraschend moderate Worte für einen Trainer, der sein Team für gewöhnlich auf ganz andere Art und Weise die Hölle heißmacht.

Der 47-Jährige ärgerte sich vor allem über die Leistung seiner schweren Jungs an der Linie, die sich im Lauf der zweiten Hälfte von ihren Zevener Counterparts zunehmend den Schneid abkaufen ließen. Aber auch mit der Leistung seiner Offensive war der Ex-Bundesligaspieler nicht einverstanden: „Wer die Spielzüge nicht im Kopf hat, notiert sie sich gefälligst auf die Hand. Oder schreibt sich einen Spickzettel.“ Beides erlaubte Methoden im Football, um die Vielzahl der komplizierten Angriffsvarianten bei Bedarf parat zu haben. Dass einige Spieler nicht wussten, wer wann wohin läuft, verdeutlicht exemplarisch die Szene, als ein General das Ei in die gegnerische Hälfte warf – an eine Stelle, wo weit und breit kein Mitspieler zu sehen war.

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Beileibe keine Katastrophe

Wenn auch vieles nicht rund lief, war die Leistung der Generals beileibe keine Katastrophe. Schließlich fiel die Niederlage denkbar knapp aus, ist Zeven ein ernstzunehmender Gegner – das Hinspiel ging nur ganz knapp mit 10:7 für die Göttinger aus – und wurde das Spiel lange von ihnen dominiert. Vor allem in der ersten Hälfte, in der ihre Defensive nicht einen einzigen gefährlichen Angriff der Gäste zuließ. Zwar kam die Offensive der Generals auch nicht richtig ins Rollen, die Gästeabwehr war allerdings auch richtig stark.

Zweimal gelang es den Platzherren, zu punkten, beide Male durch Philip Arnold: Erst verwandelte er ein Field Goal (drei Punkte), dann zwang er in der gegnerischen Endzone den United-Quarterback zu Boden (zwei Punkte). Wahrscheinlich hätten die Leinestädter beim Stand von 5:0 ein weiteres Mal auf die Treffsicherheit ihres Kickers vertrauen sollen, doch sie entschlossen sich, auf die ziemlich sicheren drei Punkte zu verzichten und stattdessen ihren vierten und letzten Angriffsversuch auszuspielen, um einen Touchdown (sechs Punkte) zu erzielen. Das ging allerdings schief, Lukas Helfrich rutsche beim Versuch, den Ball in die Endzone zu tragen, aus, und so blieb es bei der Halbzeitführung von 5:0.

Fang-Duell mit Gegenspieler

Die geriet in der zweiten Hälfte dann immer mehr in Gefahr, weil die weiten Pässe des Zevener Quarterbacks zunehmend ihr Ziel fanden. Einen solchen Pass in die Generals-Endzone fing Yannik Hendrichs zunächst noch spektakulär ab, doch dann verlor Jascha Dräger das Fang-Duell gegen seinen Gegenspieler, der sich anschließend unbedrängt auf den Weg zum Touchdown machte. 5:6, und – nachdem United den Extrapunkt verwandelt hatte – 5:7.

Danach lief in der Generals-Offensive nicht mehr viel zusammen, so dass am Ende eine Niederlage und das Ende von Schmückers großem Traum standen. Viel Zeit, ihre Wunden zu lecken, haben die Generals nicht – schon am kommenden Sonntag steht im heimischen Maschpark das Playoff-Halbfinale gegen die Bundesliga-Reserve der Kiel Baltic Hurricanes an. Gewinnen die BG 74, folgt eine Woche später das Finale gegen den Sieger der Partie Flensburg gegen Oldenburg.

Von Hauke Rudolph