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Regional American-Football-Oberliga: BG 74 Göttingen Generals im Endspiel
Sportbuzzer Sportmix Regional American-Football-Oberliga: BG 74 Göttingen Generals im Endspiel
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17:39 23.09.2013
Kampf zahlt sich aus: Die BG 74 Generals (gelb-weiße Trikots) stehen nach dem Sieg gegen Kiel im Playoff-Endspiel der Oberliga. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Das bestreiten die Leinestädter am 6. Oktober im heimischen Maschpark gegen die Sealords aus Flensburg. Ein Sieg gegen die Nordlichter, und die Generals dürfen in der nächsten Saison nach zweijähriger Abstinenz wieder in der Regionalliga antreten.

Eine Woche zuvor hatte es zum Unmut von Schmücker, der nach vielen Jahren endlich wieder ein perfekte Saison spielen wollte, im Punktspiel eine 5:7-Niederlage gegen Zeven gegeben.

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Deshalb, und weil sie die Kieler nicht so recht einschätzen konnten, hatten die Generals alles aufgeboten, was sie haben: Lars „Mini“ Bode unterbrach die Arbeit an seiner Bachelor-Arbeit und reiste aus Köln an, und selbst Lars Schwarz, der in den vergangenen eineinhalb Jahren wegen eines Kreuzbandrisses und mehrerer Muskelverletzungen kaum gespielt hatte, streifte sich eine Uniform über, bereit, sich im Notfall in die Schlacht zu werfen.

„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“

Anders als sonst hatten die starken, aber gelegentlich auch etwas undisziplinierten Jungs vom Maschpark von ihrem Trainer trotz der wenig berauschenden Leistung gegen Zeven keine Standpauke erhalten.

„Das verunsichert in einer solchen Phase nur“, so die Begründung von Schmücker, der allerdings noch ein paar vielsagende Worte hinterherschickte: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

Zum Spiel: Lukas Helfrich und Sven Freerk legten beide jeweils einen tollen Touchdown-Lauf hin (über 60 und über 50 Meter) und sorgen so frühzeitig für eine 13:0-Führung (Philip Arnold verwandelte und vergab je einen Extrapunkt).

„Ich lass mich doch nicht anschreien“

Im zweiten Viertel wurden die Gäste, die ziemlich häufig nicht aufs Laufspiel, sondern auf weite Pässe ihres Quarterbacks setzten, jedoch stärker. Sie erzielten ihrerseits einen Touchdown und kamen auf 7:13 heran.

In dieser Phase kam dann auch wieder der gewohnte Schmücker zum Vorschein: „Das gibt‘s doch gar nicht. Wie die ersten Menschen spielt ihr“, und auch die einzige Frau des siebenköpfigen Schiedsrichtergespanns bekam ihr Fett weg: „Wir haben ‘ne Auszeit genommen, da ist Wassertrinken erlaubt. Ich lass mich doch nicht anschreien, nur weil die Schiris nicht aufpassen.“

In der zweiten Hälfte wurde die Laune des Trainers allerdings zunehmend besser. Vielleicht auch ein ganz klein wenig deshalb, weil Simon Bürger, als er ins Aus geblockt wurde, aus Versehen die große Tafel über den Haufen rannte, auf der bis dahin der Kieler Coach seinen Akteuren immer den nächsten Angriffszug erklärt hatte.

„Ein geiles Gefühl“

Vor allem aber, weil sein Team immer besser in Fahrt kam, das gegnerische Offensivspiel weitgehend neutralisierte und selber noch drei Touchdowns erzielte, und zwar durch Lukas Helfrich, Christoph Grosch sowie Janosch Korek. Am meisten jubelte allerdings Markus Grimm-Rießelmann.

Der Rookie (Neuling) fing beim Zweipunkte-Versuch einen Pass von „Mini“ Bode in der gegnerischen Endzone und erzielte so die ersten Zähler seiner noch jungen Football-Karriere: „Ein geiles Gefühl.“ Schmücker war zufrieden, sprach bereits von einer guten Saison und wünscht sich als Krönung nun noch den Sieg über Flensburg und die damit einhergehende Oberligameisterschaft.

Von Hauke Rudolph