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Regional BG benötigt erheblich mehr Reserven
Sportbuzzer Sportmix Regional BG benötigt erheblich mehr Reserven
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17:05 23.06.2017
Von Mark Bambey
Quelle: CR
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Göttingen

„Ich begrüße diese Entscheidung. Der Nachweis von 250 000 Euro positivem Gesamtkapital ist für mich ein wichtiger Schritt. Auf uns Klubs kommt jedoch jede Menge Arbeit zu, den auch umzusetzen“, sagt BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen. Der 49-Jährige saß selbst mit in der BBL-Arbeitsgruppe Finanzen. Diese hat die neue Regelung ausgearbeitet. Die Änderung habe dabei zeitlich nichts mit der Insolvenz von Phoenix Hagen in der vergangenen Serie zu tun. Die Neuregelung ist viel früher beschlossen worden, betont Meinertshagen: „Es wird sicherlich auch zukünftig nicht alles verhindert werden können. Es wird jetzt aber ein Instrument eingesetzt, um die Liquidität der Klubs zu betrachten. Das gab es so vorher nicht.“

Bereits für die Lizenzierung der Spielzeit 2017/18 mussten die Klubs ihre Pläne zur Erhöhung des positiven Eigenkapitals an die BBL senden. Angewendet wird das 2-Millionen-Euro-Mindestbudget und die 250 000 Euro positives Eigenkapital aber erstmals zur Serie 2018/19. Scheitern Klubs daran, droht noch nicht der sofortige Verlust der Lizenz. Im BBL-Lizenzstatut steht unter Paragraf 5: „Die Lizenz wird gleichwohl erteilt, es erfolgt jedoch eine Sanktionierung gemäß BBL-Strafenkatalog. Ab der Saison 2019/20 kann dem Antragsteller keine Lizenz erteilt werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen zum jeweiligen Saisonbeginn nicht erfüllt sind.“

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Die Veilchen selbst sieht der gebürtige Hamburger auf einem guten Weg. „Unser gezeichnetes Eigenkapital beträgt derzeit 139 000 Euro. Als positives Eigenkapital verfügen wir über 103 000 Euro. Dieses positive Eigenkapital müssen wir auf 250 000 Euro erhöhen“, skizziert Meinertshagen. Die BG Göttingen sei dabei „einer von recht wenigen Klubs, die über positives Eigenkapital verfügen. Wir haben einen recht kurzen Weg zu gehen. Andere trifft das enorm“, sagt Meinertshagen.

Um mehr Geld in die Gesellschaft zu bekommen, plant die BG eine Erhöhung der Gesellschafter. Aktuell sind dreizehn Personen und Organisationen als Gesellschafter der Pro Basketball GmbH eingetragen. „Wir wollen zwei weitere Gesellschafter aufnehmen. Das vollziehen wir im August“, so Meinertshagen. Namen nannte er nicht. Die Einlagen der Gesellschafter sind dabei unterschiedlich hoch. „Wir haben uns selbst auferlegt, dass kein Gesellschafter mehr als 25 000 Euro einbringt. Je größer der Betrag, desto größer auch das Stimmrecht. Wir wollen auch in Zukunft darauf achten, dass es nicht einen starken Mann gibt und viele kleine“, beschreibt Meinertshagen.

Die Beschlüsse seien in Vergangenheit zumeist einstimmig getroffen worden. „Wir sind aber nicht immer einer Meinung. Wir diskutieren hart auf der Suche nach der besten Strategie. Das wird auch weiterhin so sein, obwohl die Obergrenze von 25 000 Euro nicht in Granit gemeißelt ist“, sagt Meinertshagen. Klar ist, dass allein durch die Vergrößerung auf 15 Gesellschafter die Pro Basketball GmbH das positive Eigenkapital nicht auf 250 000 Euro steigern kann. „Wir haben noch keinen Königsweg gefunden, um die 250 000 Euro zu erreichen. Es gibt Signale, dass einige Gesellschafter ihre Einlagen erhöhen wollen. Ende August wissen wir mehr“, sagt Meinertshagen.

Alternativ kann die BG das Eigenkapital auch durch Gewinne erhöhen. „Es ist unrealistisch, dass wir einen sehr großen Gewinn erzielen werden. Wir haben nach geringen jährlichen Verlusten in den Jahren 2012 bis 2015 zwar in 2016 einen kleine Gewinn erwirtschaftet und werden wohl auch das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem kleinen Plus beenden. Wir haben kein Einsparpotenzial“, sagt Meinertshagen.