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Regional BG-74-Geschäftsführer Richard Crowder tritt auf Euphoriebremse
Sportbuzzer Sportmix Regional BG-74-Geschäftsführer Richard Crowder tritt auf Euphoriebremse
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19:07 15.09.2014
Von Michael Geisendorf
Reines Dynamit: Spielmacherin Monique Smalls (Mitte) zeigt den Göttinger Fans im Test gegen DJK Brose Bamberg ihre Qualitäten.
Reines Dynamit: Spielmacherin Monique Smalls (Mitte) zeigt den Göttinger Fans im Test gegen DJK Brose Bamberg ihre Qualitäten. Quelle: Heller
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Göttingen

„Unsere Vorbereitungsspiele waren überaus erfolgreich“, sagt der Vater der zum Erstligisten BC Marburg gewechselten Juniorennationalspielerin Jennifer Crowder mit Blick auf die sieben Erfolge in acht Partien gegen Erst- und Zweitligisten.

„Die Erwartungshaltung der Fans ist mit jedem Sieg größer geworden. Es waren aber nur Testspiele. Deshalb sollten wir die ersten vier, fünf Ligaspiele abwarten, bevor wir von unserem erklärten Ziel Nichtabstieg abrücken und höhere Ziele definieren.“

Den Höhenflug der Veilchen-Ladies in der Testphase führt Crowder auf mehrere Faktoren zurück. An erster Stelle stehe die fantastische Arbeit des neuen Trainergespanns Ondrej Sykora und Zuzana Polonyiova, denen auch die von Anfang an herrschende „super Teamchemie“ zu verdanken sei.

„Außerdem haben wir riesiges Glück, dass die neuen Spielerinnen so gut eingeschlagen sind. Doch nicht nur sie machen den Kader sehr stark. Wir sind nämlich nicht nur in der Spitze gut besetzt, sondern auch in der Tiefe mit vielen jungen Talenten. Ich glaube nicht, dass noch eine andere Mannschaft in der zweiten Liga mit einem 14er-Kader aufwarten kann“, so Crowder.

Vollkommen überraschend

Ungewöhnlich für ein deutsches Zweitligateam seien auch drei US-amerikanische Neuverpflichtungen, weiß der im Finanzsektor tätige ehrenamtliche Geschäftsführer. „Das war ursprünglich nicht geplant“, sagt Crowder, „aber Göttingen hat offenbar nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit einen guten Ruf als Basketballstadt.“

So habe ihr Agent den Top-College-Spielerinnen Nikki Jones und Monique Smalls, die unbedingt nach Europa wollten, empfohlen, bei der BG 74 anzuheuern. „Natürlich bezahlen wir sie. Die Summe bewegt sich aber voll im Rahmen unseres Etat-Ansatzes. Alles ist solide finanziert, und wir werden auch in Zukunft nicht mehr Geld ausgeben als wir haben“, versichert Crowder, dass der 150   000-Euro-Etat nicht überschritten wird.

Vollkommen überraschend sei die Anfrage von Melissa Zornig, einer der besten Akteurinnen des Universitätsteams aus Santa Barbara in Kalifornien, gewesen, ob die BG 74 an ihr interessiert sei. Die 22-Jährige, deren Großeltern aus Norddeutschland stammen, wolle in Göttingen studieren, sei privat untergebracht und belaste den Etat überhaupt nicht.

Crowder hofft, dass der große Zuspruch, den die Veilchen nach ihren starken Testspiel-Auftritten bekommen haben, sich in der Zuschauerzahl beim ersten Heimspiel – am Sonntag, 28. September (16 Uhr) im DBB-Pokal gegen Braunschweig – niederschlägt und das Interesse weiterer Sponsoren weckt.

Karten unter tickets@bg74veilchenladies.de

► Kommentar: Viele Glücksgriffe

Michael Geisendorf

Nach der enttäuschend verlaufenen Saison 2013/14, dem Abgang der langjährigen Trainerin Jennifer Kerns und scheinbar unverzichtbarer Leistungsträgerinnen haben viele im Umfeld der BG 74 die sportliche Zukunft der Zweitliga-Basketballerinnen in düsteren Farben gemalt oder gar den Absturz in die Drittklassigkeit befürchtet.

Dass es dazu nicht gekommen ist und wohl in absehbarer Zeit nicht kommen wird, verdanken die Veilchen-Ladies in erster Linie ihrem Management. Das Team um Geschäftsführer Richard Crowder und Vorgänger Reiner Fees hat die Ärmel hochgekrempelt, mutig den Neuanfang gewagt und die Sponsoren dazu gebracht, bei der Stange zu bleiben.

Deren Vertrauensvorsprung hat das Management mit der Verpflichtung des engagierten Trainergespanns Sykora/Polonyiova belohnt, das wiederum beim Aufbau eines schlagkräftigen Teams ein glückliches Händchen bewies. Ohne den Etatansatz zu überschreiten, haben die Beiden einen Kader geformt, dem eine Spitzenposition zuzutrauen ist.