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Regional BG 74 Göttingen zieht ins Pokal-Finale ein
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19:48 27.05.2017
Von Rupert Fabig
Quelle: Pförtner
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Göttingen

Der Gesichtsausdruck von Lennart Schultz ist sinnbildlich für das Spiel der Göttinger. Vor Selbstvertrauen strotzend, mit vorgeschobener Unterlippe und Dreier-Brillen-Geste in Richtung gegnerische Bank versenkt der überragende Spielmacher-Flügelspieler-Hybrid in den ersten beiden Vierteln reihenweise Distanzwürfe.

Mit pistolenkugelgleichen Handgelenkspässen findet der 15-Jährige seine Mitspieler, joggt aufreizend cool übers Feld. Das hat Swag, wie die Basketballer sagen. Und die individuell auch dank dem etwas klein geratenen Big Man Tim Hackel und dem spargelähnlichen Center Fabio Muce überlegene BG beherrscht die systematischer agierenden Bonner. Im dritten Viertel hat Schultz den Mund leicht geöffnet. Nicht, um Dominanzgesten an den Mann zu bringen. Er ist völlig abgekämpft, der Schweiß rinnt ihm durchs Gesicht, die Haare kleben an der Stirn. "Ich dachte, wir wären nach der Halbzeit bereit", sagt BG-Trainer Sebastian Konopka anschließend. Stattdessen ist seine Mannschaft breit.

Viele Einzelaktionen verpuffen in der unterm Korb nun deutlich kompakter stehenden Baskets-Verteidigung. Dass ein freier Korbleger reinfällt, ist längst Glückssache geworden. "Phasenweise war das völlig kopflos", ärgert sich Konopka, der das einzig Richtige macht, um dagegen zu wirken: Auszeiten nehmen, sobald Bonn auch nur einen kleinen Lauf angesetzt hat. In der 37. Minute gehen die für U16-Verhältnisse stark werfenden Telekom Baskets dennoch erstmals nach dem 3:2 zu Spielbeginn wieder in Führung.

Als hätte es erst dieses Negativerlebnisses bedurft, sind die Gastgeber urplötzlich wieder voll da. Zunächst verwandelt Hackel einen eingesprungenen Korbleger, dann netzt Schultz einen rotzfrechen Dreier im Rückwärtsfallen ein. Ein Wurf, den in dieser Altersklasse üblicherweise niemand im Repertoire hat. "Die Mannschaft gibt mir das Selbstvertrauen, solche Schüsse zu nehmen", erklärt der bullige Jugendbundesliga-Akteur, der im Schlussviertel für zwölf Punkte eruptiert.

Unverständlicherweise lässt ihn Bonn anschließend für zwei Angriffe vom kleinsten und körperlich schwächsten Akteur verteidigen. Für Schultz nicht mehr als ein Dinner-Aperitif, mit zwei weiteren Scores führt er die BG ins Endspiel in eigener Halle. Dort erwartet die Hausherren am Sonntag um 12.30 Uhr der Gewinner der Begegnung MTV Kronberg gegen DJK München. "Dann müssen wir besser zusammenspielen, aber ich bin überzeugt, dass meine Jungs das hinbekommen", versichert KonopkaPunkte BG 74: Stein (1), Rodeck (4), Tapello (2), Muce (6), Büürma (8), Elaware (2), Schultz (28), Hackel (17)