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Regional Bei extremen Bedingungen: Lühmann durchquert auf dem Rad Südamerika
Sportbuzzer Sportmix Regional Bei extremen Bedingungen: Lühmann durchquert auf dem Rad Südamerika
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18:16 09.10.2019
Die Göttinger Triathletin Wiebke Lühmann durchquert auf dem Fahrrad Südamerika. Quelle: R
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Göttingen

In sieben Monaten ist Wiebke Lühmann mehr als 7000 Kilometer durch Südamerika geradelt. Die Triathletin trotzte dabei extremen Bedingungen. Nun ist sie nach Göttingen zurückgekehrt. „Ich bin sehr froh, dass ich die Reise gemacht habe“, sagt sie.

Anfang Februar begann das Abenteuer für Lühmann in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota. Von hier aus durchquerte sie Südamerika – und legte dabei insgesamt eine Distanz von 7000 Kilometern zurück. Sie radelte durch Peru, Bolivien, Chile, Argentinien und Brasilien.

Wiebke Lühmann Quelle: R

Die 25-Jährige spulte nicht nur Kilometer ab, sondern sah unter anderem die Küste bei Cartagena, Machu Picchu, die Salzwüste bei Uyuni, den Titicacasee sowie die Iguazu-Wasserfälle. Die Nächte verbrachte sie entweder im Zelt oder bei Familien, Kirchen oder anderen öffentlichen Einrichtungen. Von Buenos Aires flog sie schließlich nach Barcelona, um von dort aus noch 17 Tage lang bis nach Freiburg zu fahren. Eine zusätzliche Strecke von 1500 Kilometern – Lühmann konnte gar nicht genug kriegen.

Lühmann fährt mit 20 Kilo Reisegepäck

Immer dabei: Ein Zelt, eine Isomatte, zwei Schlafsäcke, zwei Radhosen und Jerseys, ein Helm, Werkzeug und Ersatzschläuche, Freizeitkleidung, Hygieneartikel, eine Reiseapotheke, ein kleines Tagebuch, eine Mütze, Handschuhe und Flip-Flops – rund 20 Kilogramm Gepäck. Das alles verstaute sie in großen Taschen am Gepäckträger ihres wiederum elf Kilogramm schweren Fahrrads. „Es war eine Probe der Geduld. Mit Gepäck ist man langsamer und länger unterwegs“, sagt Lühmann. Die Devise deshalb: „Alles so wenig und leicht wie möglich, und immer Essen, Werkzeug, Klopapier und Sachen zum Überziehen griffbereit.“

Auf ihrer Reise erlebte sie Höhen und Tiefen. „Besonders schön waren die Salzwüste in Bolivien und die Duschen nach einem langen Tag im Sattel“, berichtet die Athletin. Besonders schwierig dagegen sei die Fahrt durch einen bolivianischen Nationalpark gewesen. Sobald die Sonne untergegangen war, wurde es schlagartig kalt. „Dort waren es nachts minus 15 Grad. Ich habe mich gleich in der ersten Nacht erkältet.“ Hinzu kam orkanartiger Wind, selten konnte sie sich ausruhen. Es dauerte schließlich eine Woche lang, bis Lühmann den Park durchquert hatte. „Das war extrem schwer.“

Das ist Wiebke Lühmann

Wiebke Lühmann wurde am 9. Mai 1994 in Hildesheim geboren, wo sie ihr Abitur absolvierte. In Göttingen beendete sie im vergangenen Jahr ihr Bachelorstudium der Fächer Wirtschaftspädagogik und Englisch. Ab diesem Wintersemester absolviert sie in Konstanz ihren Master. Danach möchte sie ein Referendariat für das Berufsschullehramt beginnen.

Zum Leistungssport fand Lühmann erst 2016, als ihre Schwester ihr zu Weihnachten einen Startplatz beim Hannoveraner Halbmarathon schenkte. Dem Laufen folgten bald die Disziplinen Schwimmen und Radfahren – mittlerweile ist sie Triathletin aus Leidenschaft. Sie ist für den ASC 46 Göttingen und die LG Göttingen gestartet. Nun wird Lühmann in den Triathlon-Liga-Sport in Baden-Württemberg einsteigen. „Ich freue mich auf die Teilnahme an Halbmarathon-Wettkämpfen, Altstadtläufen sowie Schwimm- und Radevents“, blickt die 25-Jährige voraus. Auf ihrem Instragram-Account @wiebkelueh berichtet sie regelmäßig von ihren Erfahrungen. fdo

Doch auch davon ließ sich die 25-Jährige nicht unterkriegen. Dabei war der starke Wind nicht die einzige Herausforderung. An manchen Tagen bewältigte Lühmann bis zu 2500 Höhenmeter. „Mein Trick war es, regelmäßig Pausen zu machen, das Tempo anzupassen und mir nicht zu viel vorzunehmen.“ Pro Tag verbrachte sie dennoch durchschnittlich fünf Stunden im Sattel. Trainingseinheiten in Deutschland waren zumeist nur halb so lang. Sie glaubt aber, mit der richtigen Motivation könne sich jeder an diese Belastung gewöhnen. „Es ist eine Frage des Willens“, betont Lühmann.

Ihr Fahrrad trägt den Namen „Barbara“

Und auch ihr Fahrrad, Lühmann nennt es liebevoll „Barbara“, hielt den Strapazen der Reise stand. Lediglich zweimal habe sie die Bremsscheiben und -belege wechseln lassen müssen, berichtet sie. „Immer mal wieder musste ich auch die Schaltung einstellen und Reifen flicken. Darin wurde ich immer schneller.“

Zum Teil erschöpfende Anstiege muss Lühmann bewältigen. Quelle: R

Ihr Fazit fällt rundum positiv aus: „Ich bin sehr froh, dass ich die Reise gemacht habe“, bilanziert Lühmann. „Ich konnte Spanisch lernen, meinem sportlichen Ehrgeiz nachgehen und habe viele inspirierende und gastfreundliche Menschen getroffen.“ Unterwegs sei es so nie langweilig geworden.

Seit wenigen Tagen ist Lühmann nun zurück in Göttingen. Sie ist sich sicher: „Das war nicht meine letzte Tour.“ Allerdings wolle sie das nächste Mal in Deutschland losfahren und dann womöglich über Osteuropa Richtung Asien reisen. Auch Afrika steht auf der Liste der möglichen Reiseziele. Und Lühmann wird wohl auch diese Herausforderungen meistern. Eben alles eine Frage des Willens.

Von Filip Donth

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