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Regional Bergrennsport: Groner Klaus Splieth verhilft Uwe Kaufel zur Meisterschaft
Sportbuzzer Sportmix Regional Bergrennsport: Groner Klaus Splieth verhilft Uwe Kaufel zur Meisterschaft
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20:08 29.11.2013
Und schon wieder gewonnen: Der Osteroder Bergrennfahrer Uwe Kaufel lässt sich nach einem seiner Siege vom Publikum feiern.
Und schon wieder gewonnen: Der Osteroder Bergrennfahrer Uwe Kaufel lässt sich nach einem seiner Siege vom Publikum feiern. Quelle: EF
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Göttingen

Früher, erzählt der Parenser, sei er noch selbst Slalom-Rennen gefahren.

Mittlerweile hat der Kfz-Meister mit Werkstatt in Grone das Betätigungsfeld gewechselt und dem Osteroder Bergrennfahrer Uwe Kaufel als dessen Servicetechniker in der abgelaufenen Saison zu fünf Siegen in sechs Rennen verholfen – darunter das Iberg-Rennen im nahe gelegenen Heiligenstadt.

Kaufel fährt einen Pedrazza, einen 265 PS starken offenen Sportwagen aus Österreich mit Renngetriebe. „Von außen mag er alt aussehen, innen drin ist das High-Tech pur“, sagt Splieth. Mit bis zu 210 Stundenkilometern fegt Kaufel damit die Berge rauf. Immer wieder kommt es bei Bergrennen zu Todesfällen. „Wenn du mit 200 über die Leitplanke schießt, hast du das letzte Mal Gas gegeben. Jährlich verabschieden sich Fahrer von uns“, erklärt Splieth. Entsprechend groß ist seine Verantwortung am Rennwochenende.

Verantwortung am Rennwochenende

Das beginnt für Splieth bereits am Freitagabend mit der technischen Abnahme und Sicherheitsprüfung des Fahrzeugs. Anhand einer Checkliste überprüft der gebürtige Göttinger beispielsweise Reifendruck, Bremse, Öl, Batterie sowie Federteller und betreibt bei den sonnabendlichen Trainingsläufen Feintuning am Wagen, um den Wünschen des Piloten zu entsprechen.

Das ist ihm in der vergangenen Saison so gut gelungen, dass Kaufel in der Klasse CN3 (offene Wagen) am Renntag fast unbesiegbar war und nur einmal ausfiel.

Alleine gegen die Uhr

Beim Bergrennen heißt es für den Fahrer: Allein gegen die Uhr. Bis zu viermal rasen die knapp 20 Starter pro Rennklasse die im Schnitt drei Kilometer langen Anstiege rauf. Die Zeiten werden addiert. Nur wer in guter körperlicher Verfassung ist, kann die Zahl der Fahrfehler minimieren. Dass Kaufel mit seinen 63 Jahren derart dominiert, ist durchaus bewundernswert.

„Diejenigen, die behaupten, Motorsport sei nicht anstrengend, laden wir gerne mal ein, ohne Servolenkung und Bremskraftverstärker zu fahren“, so Splieth. Da über das Jahr viele Investitionen anfallen, verfügt fast jeder Fahrer über eigene Sponsoren. Am Jahresende werden die Preisgelder ausgeschüttet.

„Nicht zu beziffern“ sei die Zeit, die der zweifache Vater während der Saison – zusätzlich zu seiner eigentlichen Arbeit – für den Renn-Service aufbringt. Dafür ist Splieth in der Szene bekannt wie ein bunter Hund. „Manchmal schicken mir befreundete Fahrer Fotos ihrer kaputten Motoren und bitten mich um eine Ferndiagnose.“ Zum Dank kommt es gelegentlich vor, dass sich Splieth bei DTM- oder Slalom-Rennen eine professionelle Box von innen ansehen darf – auf dem Nürburgring. Dort verbringt der Motorsport-Freak nämlich am liebsten seine Freizeit.

Von Rupert Fabig